Druckmaschinenhersteller: Koenig & Bauer signalisiert Interesse an Manroland

Druckmaschinenhersteller: Koenig & Bauer signalisiert Interesse an Manroland

, aktualisiert 09. Dezember 2011, 17:26 Uhr
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Banken leihen Manroland ungefähr zehn Millionen Euro.

Quelle:Handelsblatt Online

Eine Woche nach der Pleite kann der weltweit drittgrößte Druckmaschinenhersteller Manroland offenbar auf eine Übernahme durch einen der großen Konkurrenten hoffen. Ein Lichtblick kommt auch von den Banken.

FrankfurtDer Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer (KBA) hat Interesse an seinem insolventen Konkurrenten Manroland signalisiert. „Wir haben dem Insolvenzverwalter unser Interesse bekundet, Verhandlungen gibt es aber nicht“, sagte Vorstandschef Claus Bolza-Schönemann in Frankfurt. Er ließ offen, welche Teile von Manroland sein Unternehmen übernehmen könnte. KBA konkurriert mit Manroland vor allem bei Rollendruckmaschinen fürZeitungen.

Manroland hatte vor zwei Wochen Insolvenz beantragt, nachdem die Eigentümer Allianz und MAN kein frisches Kapital nachschießen wollten. Insolvenzverwalter Werner Schneider sucht seitdem nach Interessenten, die das Unternehmen ganz oder in Teilen übernehmen könnten.

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Der Industriezweig ist von hohen Überkapazitäten geprägt, eine Konsolidierung ist aus Sicht von Experten zwingend notwendig. Laut Bolza-Schönemann könnten Heidelberger Druck und KBA die gesamten Aufträge von Manroland abdecken. Aber auch dann gäbe es noch Überkapazitäten am Markt, sagte der KBA-Chef, der im Oktober das Amt übernommen hatte.

Für das kommende Geschäftsjahr stellte er trotz des schwachen Marktumfeldes ein leichtes Wachstum bei Umsatz und Ergebnis in Aussicht. Der Vorsteuergewinn könnte auf rund 20 Millionen Euro klettern.
KBA ist stärker als seine Wettbewerber in Nischenmärkten aktiv. Dazu zählen unter anderen Systeme für Gelddruck und Druck auf Metallwaren.

Seit der Pleite des Konzerns vor zehn Tagen ringt der Insolvenzverwalter Schneider um die Zukunft des Traditionsunternehmens, das neben dem Hauptsitz im bayerischen Augsburg auch zwei große Standorte im hessischen Offenbach und im sächsischen Plauen betreibt. Insgesamt hat Manroland rund 6.500 Mitarbeiter. „Wir brauchen jemanden, der den Markt bereits kennt, in welcher Intensität und welchen Randbereichen auch immer“, sagte Schneider gegenüber der „Welt“.

Die Branche hat insgesamt mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Neben Manroland sind in Deutschland auch die Branchenriesen Heidelberger Druck und Koenig & Bauer daheim. Namen möglicher Interessenten wollte Schneider allerdings nicht nennen.

Hoffnungsschimmer für die Beschäftigten

In der vergangenen Woche hatte die Rettung von Manroland eine erste wichtige Hürde genommen. Ein Konsortium aus 15 Banken stellte dem Augsburger Unternehmen am Freitag einen Massekredit in Höhe von insgesamt 55 Millionen Euro zur Verfügung. Damit kann Manroland zunächst ganz normal weiterarbeiten und seine Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und Lieferanten erfüllen. Das Geld stehe „ab sofort zur Verfügung“, sagte Werner Schneider der Nachrichtenagentur dapd. Mit dem Kredit ist Schneider zufolge die Produktion für die kommenden Monate gesichert. Die Arbeitsplätze können nach Einschätzung des Insolvenzverwalters aber nicht alle erhalten bleiben.

Von Staatshilfen für Manroland in einer Situation, in der die gesamte Branche mit massiven Überkapazitäten zu kämpfen hat, hält Koenig & Bauer nichts. „Was wir sehr kritisch sehen, sind staatliche Hilfen für in Probleme geratene Wettbewerber“, sagte Bolza-Schünemann. Die IG Metall hatte von den drei Bundesländern mit Manroland-Werken Bürgschaften gefordert. Sie und die Anteilseigner sollten rasch Hilfen zur Verfügung stellen. Die Manroland-Besitzer Allianz Capital Partners und MAN hatten Manroland pleite gehen lassen, nachdem Kapitalspritzen aufgezehrt waren und die Banken Kredite über 150 Millionen Euro nicht verlängern wollten. Zudem war ein Schweizer Investor als Interessent abgesprungen.

Für das eigene Geschäft kündigte KBA für das kommende Jahr Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis an. Dabei verwies das Management auf die Sparmaßnahmen und zuletzt gute Geschäfte etwa im Blechdruck und bei der Kennzeichnung von Verpackungen. „Wir gehen mit sehr gut gefüllten Büchern ins nächste Jahr“, sagte Finanzchef Axel Kaufmann. Koenig & Bauer peilt 2012 in einem nach wie vor harten Wettbewerbsumfeld moderates Wachstum an.

Anhaltender Preisdruck und Kosten für laufende Sparprogramme ließen nur eine leichte Ergebnissteigerung erwarten. Das Verhältnis von Auftragseingängen zu Umsatz - in der Branche „Book-To-Bill-Ratio“ genannt - solle bei mehr als eins liegen.

KBA hatte Mitte November nach einem überraschend hohen Verlust im dritten Quartal seine Gewinnprognose für 2011 gekippt. Statt einer moderaten Steigerung des Vorsteuergewinns strebt KBA inzwischen nur noch ein positives Ergebnis an. Damit würde sich das Unternehmen aber immer noch von der rote Zahlen schreibenden Konkurrenz abheben. Als Gründe für die Prognosesenkung hatte KBA Lieferverschiebungen und hohe Kosten für Sanierung und Stellenabbau an schlecht ausgelasteten Standorten genannt. KBA erwartet aber ein starkes viertes Quartal und rechnet damit, vor allem im Projekt-Geschäft den Rückstand wieder aufzuholen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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