Druckmaschinenhersteller : Manroland findet einen neuen Eigentümer

Druckmaschinenhersteller : Manroland findet einen neuen Eigentümer

, aktualisiert 16. November 2011, 19:46 Uhr
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Bei dem Druckmaschinenhersteller Manroland steht ein neuer Großaktionär kurz vor dem Einstieg.

Quelle:Handelsblatt Online

Bei dem Druckmaschinenhersteller Manroland steht ein neuer Großaktionär kurz vor dem Einstieg. Ein europäischer Maschinenbauer könnte sich in das Unternehmen einkaufen. Manroland geht es wirtschaftlich schlecht.

Düsseldorf/FrankfurtDer Druckmaschinenbauer Manroland bekommt womöglich bald einen neuen Eigentümer. „Es gibt Gespräche mit Allianz Capital Partners und Manroland, um eine langfristige Lösung zu suchen“, bestätigte ein Sprecher des Großaktionärs und früheren Mutterkonzerns MAN am Mittwoch in München einen Bericht des Handelsblatts.

Anvisiert ist demnach eine Komplettübernahme durch einen größeren europäischen Maschinenbaukonzern, der bislang nicht im Druckmaschinensegment aktiv ist, wie das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfahren hat. Alternativ sei eine Beteiligung des Bieters an Manroland denkbar. Die bisherigen Eigentümer, der Finanzinvestor Allianz Capital Partners (ACP) und MAN, könnten demnach zunächst in Manroland investiert bleiben und ihren Aktien zu einem späteren Zeitpunkt an den Maschinenbauer verkaufen. In den kommenden Wochen sollen die Modalitäten für die Komplettübernahme oder den Einstieg des strategischen Investors geklärt werden, hieß es in den Kreisen.

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ACP und MAN suchen schon seit einiger Zeit nach Möglichkeiten, um ihre Beteiligung an dem drittgrößten Druckmaschinenhersteller abzugeben. Einen zwischenzeitlich geplanten Börsengang mussten sie kurzfristig abgeblasen; eine Fusion mit Marktführer Heidelberger Druck scheiterte auf der Zielgerade. Eine Marktbereinigung ist aus Sicht der Unternehmen aber unvermeidlich, da es erheblich Überkapazitäten gibt. Hinzu kommt, dass die Neuaufträge seit Oktober drastisch zusammenschrumpfen, wie es in der Branche heißt.
Der frühere Mutterkonzern MAN beteuerte, dass man Manroland weiter beistehen werde. Die wirtschaftliche Lage von Manroland sei aber schlecht, sagte ein MAN-Sprecher. Finanzinvestoren haben es zurzeit schwer, Fremdkapital für Übernahmen zu erhalten. Der Maschinenbauer MAN, noch mit 23 Prozent an Manroland beteiligt, versprach, das angeschlagene Unternehmen nicht fallen zu lassen. „Wir wollen uns nicht aus der Verantwortung stehlen“, sagte der Sprecher. Die Allianz, die Manroland über ihre Beteiligungstochter Allianz Capital Partners (ACP) hält, wollte sich nicht zu den Informationen äußern.


Unternehmen hat drastisch an Wert verloren

Ein Insider sagte, eine Grundsatzentscheidung könnte in den nächsten zwei bis drei Wochen fallen. „Da sind noch einige Hürden zu nehmen.“ Die „Offenbach Post“ hatte am Montag berichtet, ein Verkauf von Manroland sei nicht ausgeschlossen. Die 2006 eingestiegene ACP und MAN haben ihre Beteiligung an Manroland nahezu vollständig abgeschrieben. Das Unternehmen hat - wie die gesamte Druckmaschinenbranche - dramatisch an Wert verloren. Der Branchenprimus Heidelberger Druck ist an der Börse gerade noch 320 Millionen Euro wert. Bei der Nummer drei weltweit, Manroland, gehe es um ein niedrigeres Volumen, sagte einer der Insider.

Der seit zwölf Jahren amtierende Manroland-Vorstandschef Gerd Finkbeiner hatte im Juli Fusionen unter den angeschlagenen Druckmaschinenbauern eine Absage erteilt. Auch vor einem - seit 2006 geplanten - Börsengang müsste Manroland erst dauerhaft wieder Gewinne schreiben. Das hatte der Traditionskonzern zuletzt 2008 geschafft. Nach einem Aufwärtstrend im ersten Halbjahr leidet Manroland aber nach eigenen Angaben unter der sich eintrübenden Konjunktur. „Der September gab mit einem starken Auftragseingang Anlass zur Hoffnung, doch die Märkte sind sehr volatil“, sagte ein Sprecher. Heidelberger Druck hatte vor kurzem die Hoffnung auf schwarze Zahlen für das Geschäftsjahr 2011/12 (per Ende März) aufgegeben.

Seit Anfang Oktober arbeiten bei Manroland rund 500 der 1900 Mitarbeiter in der Produktion von Bogendruckmaschinen in Offenbach wieder kurz, in Augsburg (Rollendruckmaschinen) sind weiterhin 1000, in Plauen 300 Beschäftigte in Kurzarbeit.

Quelle:  Handelsblatt Online
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