KommentarEADS: Endlich ein Unternehmen

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Wirtschaftsstaatssekretär Peter Hintze versucht sich in die Unternehmensführung der EADS einzumischen.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Die Forderung der Bundesregierung nach einer festen deutsch-französischen Parität bei dem Luftfahrtkonzern schadet nicht nur dem Unternehmen selbst, sondern vor allem ihrem Einfluss bei der EADS. Statt auf Drohungen sollte die deutsche Politik auf Überzeugungsarbeit und Rückendeckung für den deutschen Teil des Konzern setzen.

Manchmal hat man den Eindruck, trotz Eurokrise und einem drohenden Rückgang wird es Wirtschaftsstaatssekretär Peter Hintze manchmal ein wenig langweilig. Er mischt sich offen in die Unternehmensführung der EADS ein - mit einem Brief, der im Unternehmen als dreist empfunden wird. Hintze fordert eine Mitsprache bei der Besetzung des Managements. Überraschende Begründung: Die Bundesregierung habe bei der Finanzierung des neuen Langstreckenfliegers A350 der größten EADS-Tochter Airbus vor zwei Jahren mit einer Kreditgarantie ausgeholfen. Er nennt einen Betrag von 500 Millionen Euro.

Mal ganz abgesehen davon, dass der Betrag nach mehr klingt als er ist. Denn angesichts der guten Verkaufszahlen, wird die Bundesregierung das Geld wahrscheinlich mit Zinsen zurückbekommen. Mit welchem Recht mahnt sich Hintze mehr Rechte an als die Aktionäre, die gemessen am Börsenwert immerhin fast 23 Milliarden Euro in dem Unternehmen stecken haben? Was EADS-Chef Thomas Enders tut und lässt, muss sich vor allem am Wohl des Unternehmens orientieren. Denn er ist Konzernchef und nicht deutscher Statthalter.
Dazu gilt – wie vor zwei Wochen bei der Diskussion um einen Abbau von Doppelstrukturen in der EADS-Verwaltung: Mit welcher Berechtigung fordert die Bundesregierung eine größere, ja sogar nur eine gleichbleibende Deutschlandpräsenz der EADS? In Deutschland war die EADS - neben der effizienten Produktion inklusive der vielen innovativen und hochqualifizierten Arbeitskräfte – vor allem aus einem Grund aktiv: staatliche Hilfen. Letztere reichten von zinsgünstigen Krediten für neue Flugzeugmodelle der Zivilflugtochter Airbus über Großbestellungen für Waffensysteme bis zur Exportförderung wenn sich Mitglieder der Bundesregierung im Ausland für EADS-Produkte einsetzten.

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