EADS-Fusion: BAE Systems drohen massive Umsatzeinbußen

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EADS-Fusion: BAE Systems drohen massive Umsatzeinbußen

Während der Etat der Bundeswehr aufgestockt wird, sollen in den USA die Ausgaben für Rüstung gesenkt werden. Das könnte auch die Fusion von EADS und BAE Systems gefährden. Letztere könnten ein Viertel ihres Umsatzes verlieren.

Angesichts der angespannten Haushaltslage berät der US-Kongress derzeit darüber, das Verteidigungsbudget um 500 Milliarden US-Dollar für die nächsten zehn Jahre zu kürzen. Dies hätte aber auch gravierende Auswirkungen auf die BAE-Umsätze mit dem Pentagon, die im schlimmsten Fall um 24 Prozent einbrechen könnten, schreibt die Zeitung, die sich bei ihren Angaben auf Analysen von EADS beruft. Bezogen auf einen Gesamtumsatz von 21 Milliarden Euro bei BAE entspräche dies einem Rückgang von gut zehn Prozent. Die "FTD" schreibt zugleich aber auch, dass eine vollständige Umsetzung der Wehretats-Kürzungen sehr unwahrscheinlich sei.

Kartellbehörde ist weiteres Risiko

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Branchenkenner sehen ohnehin die größten Risiken in der komplexen, grenzüberschreitenden Integration beider Konzerne. Gerade der politische Hintergrund könne dazu führen, dass nicht alle Kostenvorteile genutzt werden können. Auch die versprochenen Vetrorechte für die betroffenen Regierungen könnten sich als ein Problem erweisen. Die EU-Kommission als Kartellbehörde muss den Zusammenschluss genehmigen. Traditionell steht sie Goldenen Aktien eher skeptisch gegenüber.

Welche Auswirkungen der Zusammenschluss auf die Mitarbeiter hätte, dazu schweigen sich die Unternehmen noch aus. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS will sich jedenfalls nicht zu einem Bericht über eine Job-Garantie für deutsche Mitarbeiter der Rüstungssparte äußern. "Zu Spekulationen nehmen wir keine Stellung", sagte ein Firmensprecher am Dienstag. Zuvor hatte das "Handelsblatt" berichtet, EADS-Chef Tom Enders habe der Bundesregierung für die rund 20.000 deutschen Mitarbeiter der Rüstungssparte eine Beschäftigungsgarantie zugesagt, die aber nur bis 2014 gelten soll. Damit sollen angeblich Vorbehalte in der Bundesregierung gegenüber der geplanten Fusion von EADS und dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems ausgeräumt werden.

Merkel hat dem Deal noch nicht zugestimmt

In Industriekreisen wurden Zweifel geäußert, ob solche weitgehenden Arbeitsplatz-Garantien tatsächlich zur Diskussion stehen. Das galt auch für Berichte in deutschen Medien, nach denen die deutsche Regierung auf weitergehende Zugeständnisse bei Unternehmens-, insbesondere Standortentscheidungen zählen kann.

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EADS und BAE hatten in der vergangenen Woche überraschend Fusionspläne bekanntgegeben. Kommt es zu dem Zusammenschluss, entsteht ein neuer weltweiter Branchenprimus mit einem Umsatz von 72 Milliarden Euro und 220.000 Mitarbeitern. Bei einer Fusion würden Fragen der Produktions- und Forschungsstandorte in den einzelnen Ländern ebenso berührt, wie hochsensible rüstungspolitische Fragen. Bundeskanzlerin Angela Merkel ließ sich am Montag noch nicht in die Karten schauen, ob sie den Plänen für die Megafusion zustimmen würde. Ein fusionierter Konzern aus dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS und der britischen BAE würde den US-Flugzeugbauer Boeing beim Umsatz hinter sich lassen. Einer der Namensvorschläge für das verschmolzene Unternehmen ist laut "Financial Times" Airbus. Die sei aber nur einer von mehreren Optionen. Entschieden sei noch nichts.

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