EADS: Thomas Enders rückt auf den Pilotensitz

EADS: Thomas Enders rückt auf den Pilotensitz

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Thomas Enders, der Airbus-Chef wird im Juli 2012 Vorstandsvorsitzender des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns EADS.

von Gerhard Bläske und Rüdiger Kiani-Kreß

Thomas Enders wird als neuer Vorstandsvorsitzender der EADS mehr Macht besitzen als seine Vorgänger. Nur so kann er die Probleme des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns lösen. Sein oberstes Ziel wird es sein, die Profitabilität zu steigern.

Wer in diesen Tagen mit Airbus-Chef Thomas Enders, der kurz vor seiner Beförderung zum Chef der Muttergesellschaft EADS steht, spricht, erlebt den selbstbewussten Manager ungewohnt bescheiden. „Unser Erfolg ist vor allem das Ergebnis guter Teamarbeit im Management“, sagte er geradezu zurückhaltend.

Die für Enders untypische Demut ist reines Kalkül. Der Verwaltungsrat seiner Muttergesellschaft EADS will ihn nun endlich im Januar zum Chef des größten Luftfahrt- und Rüstungskonzerns in Europa ernennen.

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Enders untypische Demut ist reines Kalkül. In den Verhandlungen mit dem EADS-Verwaltungsrat, hat der Major der Reserve längst für klare Verhältnisse gesorgt. Wie Insider berichten, hat sich der 52-Jährige eine bisher nie da gewesene Machtfülle in dem deutsch-französischen Konzern mit spanischer Splitterbeteiligung zusagen lassen.

Konzentration der Macht

Wenn Enders Mitte 2012 sein Amt antritt, wird er freie Hand und klare Kompetenzen gegenüber den Chefs der einzelnen Konzerngesellschaften erhalten. Das gilt besonders gegenüber der wichtigsten EADS-Tochter Airbus. Dort besteigt nach Lage der Dinge im kommenden Jahr Enders’ nicht minder ehrgeiziger bisheriger französischer Vize Fabrice Brégier den Chefsessel.
Die Konzentration der Macht bei dem auf Deutschland, Frankreich, Spanien und England verstreuten Konzern ist überfällig. Denn auch wenn EADS inzwischen keine Verluste mehr schreibt und der amtierende Chef Louis Gallois in den vergangenen Jahren viele Herausforderungen diskret gelöst hat. Die Probleme mit Politikern, neuen Produkten und mangelnder Profitabilität türmen sich weiterhin. „Die Risiken sind geringer geworden, aber sie sind noch da“, sagt JP-Morgan-Analyst John Middleton.

Das zeigt sich am deutlichsten bei den Gewinnen. Da Airbus und der amerikanische Erzrivale Boeing das Geschäft mit Zivilflugzeugen bestimmten, fuhr EADS zu Beginn des Jahrzehnts noch rund zehn Prozent vom Umsatz als Profit ein. Zwar hat sich an der Machtverteilung auf dem Markt seitdem wenig geändert. Trotzdem wirft EADS heute kaum noch ein Drittel so viel ab. „Für ein Duopol ist die heutige operative Rendite mit unter drei Prozent ziemlich armselig“, urteilt Analyst Middleton.

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