EADS und BAE: Die Megafusion der Rüstungsindustrie wackelt

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EADS und BAE: Die Megafusion der Rüstungsindustrie wackelt

, aktualisiert 08. Oktober 2012, 10:35 Uhr

Die Gespräche zur Fusion von EADS mit BAE Systems werden trotz eines andauernden politischen Streits fortgesetzt. Deutschland beharrt auf einem deutschen Firmensitz. Am Mittwoch entscheidet sich das Schicksal der Rüstungshochzeit

Die Ungewissheit über die Fusion des Luftfahrtkonzernes EADS mit dem britischen Rüstungsunternehmen BAE geht weiter. Zwar sehe EADS-Chef Thomas Enders laut Informationen aus Branchenkreisen eine 50-50-Chance, dass der Deal doch noch gelingt, wie die "Financial Times Deutschland" am Montag berichtete. Dagegen meldete die BBC am Wochenende, die britische Regierung habe mit einem Veto gedroht, sollten Deutschland und Frankreich ihre jeweiligen Beteiligungen an EADS nicht begrenzen.

Beide Länder sollten nach Angaben aus Verhandlungskreisen auf Wunsch der Regierung in London nicht mehr als jeweils neun Prozent halten. Die Entscheidungsfrist über die Fusion könnte noch am Montag verlängert werden. Sie läuft sonst am Mittwoch aus.

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Allerdings hat der größte Aktionär des britischen Rüstungsunternehmens BAE Systems hat "deutliche Vorbehalte" gegenüber der geplanten Fusion mit dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS geäußert. Das Investmentunternehmen Invesco Perpetual, das 13,3 Prozent an BAE hält, kritisierte am Montag in einer Stellungnahme die staatlichen Beteiligungen an dem neuen Konzern. Es sei "sehr besorgt" darüber, denn dadurch würden die Zukunft des fusionierten Unternehmens und dessen Chancen vor allem auf dem US-Markt "schwer" beschädigt.

Noch zum Wochenschluss hatte sich ein EADS-Sprecher darum bemüht, die Verhandlungen im positiven Licht darzustellen. "Wir setzen unsere konstruktiven Gespräche mit den Regierungen fort", hieß es von EADS. "Wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass wir ein hervorragendes Angebot für Europa gemacht haben." Offen ist allerdings weiterhin die zentrale Frage, wie hoch die Beteiligung einzelner Staaten an einem fusionierten Konzern ausfällt. Der britische Finanzminister George Osborne forderte am Sonntag zudem, die beiden Konzerne müssten garantieren, dass Arbeitsplätze und Investitionen in Großbritannien erhalten blieben. Außerdem müsse die nationale Sicherheit gewährleistet sein. Von diesen Prioritäten werde die britische Regierung ihre Entscheidung abhängig machen.

Am Freitag waren neue Spekulationen aufgekommen, dass das Vorhaben vor dem Scheitern steht. Auslöser war ein entsprechender Bericht von "Spiegel Online", den der britische Rüstungskonzern BAE umgehend zurückwies: Das Geschäft mit EADS sei nicht vom Tisch. Auch im Umkreis der Airbus-Mutter hieß es auf die Frage, ob das Projekt gescheitert sei: "Definitiv nicht." Aus unternehmensnahen Kreisen verlautete, dass es Kräfte in der Regierung gebe, die die Transaktion verhindern wollten.


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