Bild: dapd130 Leopard II-Panzer soll der Rüstungshersteller Krauss-Maffei Wegmann an die Indonesische Regierung liefern. Der Auftrag ist umgerechnet 217 Millionen Euro schwer. Unter Parlamentariern in Deutschland ist der Deal umstritten: Grüne und Linke haben unter Verweis auf die Menschenrechtslage in Indonesien vor dem Geschäft gewarnt. Indonesien hat sich nach dem Abgang des Diktators Suharto 1998 zu einer soliden Demokratie entwickelt. Menschenrechtsorganisationen prangern dennoch die unverhältnismäßige Gewalt der Sicherheitskräfte an, vor allem in der rohstoffreichen Provinz Papua, in der Separatisten kämpfen. Nach einem Bericht der Jakarta Post vom 13. September will das indonesische Verteidigungsministerium außer den Leopard II-Panzern angeblich noch 50 Schützenpanzer des Typs Marder 1A3 sowie zehn Unterstützungspanzer kaufen.
Bild: dapdDas deutsch-europäische Joint-Venture MBDA - ein Gemeinschaftsunternehmen von EADS, Finmeccanica und und BAE Systems - belieferte Saudi-Arabien im Sommer 2012 mit Luftabwehrsystemen. Dazu zählen 39 mobile Command and Control-Systeme, die auf Zetros-LkW mit gepanzerten Fahrerkabinen von Daimler installiert werden. Weitere 26 mobile Koordinationsposten, mit Radarsystemen von Rheinmetall und angebracht auf Daimler Unimogs U 500, sollen ebenfalls von Riad in Auftrag gegeben worden sein, berichtet das Magazine Jane's Defence Weekly. Zum Kaufpreis wurde nichts bekannt. Saudi-Arabien bestellte in den letzten Jahren unter anderem bereits 84 Kampfflugzeuge des Typs F 15 in den USA.
Bild: APDie indische Tageszeitung India Today berichtet über eine weitere Lieferung von MBDA an die indische Luftwaffe. Im Zuge der Modernisierung sollen die Truppen 51 Mirage-Kampfflugzeuge sowie 500 Luft-Luft-Raketen des Typs MICA mit kurzer und mittlerer Reichweite erhalten. Der Deal hat einen Wert von rund 945 Millionen Euro.
Bild: dpaDas Sultanat Oman wird möglichweise noch in diesem Jahr noch Eurofighter Typhoon von BAE Systems kaufen. Der Konzern bestätigte eine formelle Anfrage von der arabischen Halbinsel. Ein Sprecher der britischen Wirtschaftsförderung der Regierung UK Trade & Investment sagte gegenüber dem Magazin Jane’s jedoch, dass noch in diesem Jahr eine Vertragsunterzeichnung folgen werde. Nach verschiedenen Medienberichten geht es um 24 Eurofighter Typhoon aus den Beständen der Royal Air Force - spekuliert wird, dass der Deal mit fabrikneuen Flugzeugen ergänzt werden soll.
Bild: dpaWie Recherchen des Nachrichtemagazins 'Der Spiegel' ergaben, will Pakistan drei deutsche U-Boote kaufen. Auftragswert: rund 1,2 Milliarden Euro. Es handele sich um U-Boote der Klasse 214, gebaut von den Howaldtswerken-Deutsche Werft (HDW) in Kiel, einer Tochter von ThyssenKrupp. Der Bundessicherheitsrat, der solchen Waffenexporten zustimmen muss, erteilte auf Anfrage der pakistanischen Regierung von 2004 zwei Jahre später eine Vorgenehmigung, so dass die Verhandlungen beginnen konnten. Im Jahr 2009 lag ein nahezu unterschriftsreifer Vertrag vor. Doch der Verkauf ist bislang nicht zustande gekommen.
Auch Israel habe, so der Spiegel, großes Interesse an deutschen U-Booten. Drei Schiffe seien bereits geliefert, drei weitere sollen bis 2017 übergeben werden. Zudem erwäge Israel, in Deutschland noch drei weitere U-Boote zu bestellen. Nach Informationen des Magazins, sei Kanzlerin Angela Merkel den Israelis weit entgegengekommen. Berlin übernehme nicht nur mit 135 Millionen Euro ein Drittel der Kosten, sondern stunde auch den israelischen Anteil bis 2015.
Bild: REUTERSDie Bundeswehr muss hingegen sparen. Bis 2020 will sie nur noch 350 statt der ursprünglich vorgesehenen 405 Schützenpanzer des Typs Puma kaufen. Die Puma-Panzer sollen ab 2014 nach und nach das seit 1971 genutzte Vorgängermodell, den Schützenpanzer Marder, ablösen. Die Herstellerfirmen kämpfen allerdings noch mit technischen Problemen: Mit dem Vertrag gibt das Ministerium ihnen neun Monate mehr Zeit, die Einsatzfähigkeit des Puma nunmehr bis September 2013 nachzuweisen.
Bild: dpa/dpawebDer Bundessicherheitsrat gab bereits im Juli 2011 grünes Licht für Rüstungsgeschäft mit Algerien. Auftragsvolumen: 10 Milliarden Euro. Im März unterzeichnete das algerische Verteidigungsministerium einen Vertrag mit ThyssenKrupp Marine Systems über vier Fregatten des Typs MEKO A-200. Die Waffensysteme für die Schiffe liefern u.a. die deutschen Firmen Diehl BGT und Rheinmetall, wie das Magazine Jane’s Defence Weekly im April berichtete. Der Rüstungsdeal beinhaltet darüber hinaus die Produktion des Transportpanzers Fuchs von Rheinmetall und MAN und von Last- und Geländewagen von Daimler sowie die Lieferung von Verteidigungs- und Sicherheitselektronik für den Grenzschutz in Algerien durch die EADS Rüstungssparte Cassidian, Rhode & Schwarz und Carl Zeiss.
Bild: REUTERSDer Deal ging der deutschen Rüstungsindustrie durch die Lappen. Indien interessierte sich für rund 120 Kampfflugzeuge. Deutschland ging mit dem europäischen Kooperationsprodukt Eurofighter ins Rennen - und verlor. Der französischen Konzern Dassault setzte sich mit seinem Kampfjet Rafale gegen den Eurofighter und die russische MIG 29 durch. Die Franzosen seien schlicht billiger gewesen ließ das indische Verteidigungsministerium wissen. Nach der jüngsten Erhebung des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI ist Indien mit einem Anteil von 10 Prozent übrigens der größte Waffenimporteur weltweit.
130 Leopard II-Panzer soll der Rüstungshersteller Krauss-Maffei Wegmann an die Indonesische Regierung liefern. Der Auftrag ist umgerechnet 217 Millionen Euro schwer. Unter Parlamentariern in Deutschland ist der Deal umstritten: Grüne und Linke haben unter Verweis auf die Menschenrechtslage in Indonesien vor dem Geschäft gewarnt. Indonesien hat sich nach dem Abgang des Diktators Suharto 1998 zu einer soliden Demokratie entwickelt. Menschenrechtsorganisationen prangern dennoch die unverhältnismäßige Gewalt der Sicherheitskräfte an, vor allem in der rohstoffreichen Provinz Papua, in der Separatisten kämpfen. Nach einem Bericht der Jakarta Post vom 13. September will das indonesische Verteidigungsministerium außer den Leopard II-Panzern angeblich noch 50 Schützenpanzer des Typs Marder 1A3 sowie zehn Unterstützungspanzer kaufen.
EADS-Chef Tom Enders ist in den vergangenen zwei Monaten vom Pech verfolgt. Zuerst zerschießt die Bundesregierung die von ihm betriebene Fusion seines Luftfahrt- und Rüstungskonzerns mit dem britischen Waffenhersteller BAE Systems. Dann poppt die Affäre um mögliche Bestechungen beim Verkauf des EADS-Kampfjets Eurofighter an Österreich vor zehn Jahren wieder hoch. Und nun wird für den Ex-Luftlandesoldaten ein kleiner persönlicher Albtraum wahr: Die Bundesregierung will, dass der deutsche Staat offizieller Aktionär von EADS wird – ein Vorhaben, das der kernige Manager an höflichen Tagen so kommentiert: „Ich sehe im Kauf eines Aktienpakets keinen Vorteil für unser Land.“
Bislang hält der Stuttgarter Autokonzern Daimler 22,5 Prozent der Aktien an EADS. Frankreich gehören 15 Prozent und dem französischen Verleger Arnaud Lagardère 7,5 Prozent. Zusammen mit der spanischen Staatsholding Sepi, die knapp 5,5 Prozent der Aktien hat, steuern die deutsche und die französische Seite den Konzern als Aktionärsgemeinschaft (Fachwort: Contractual Partnership) mit besonderen Stimmrechten.
Bild: dapdEADS-Flugzeuge
Großraumflugzeug Airbus A380
Regionalflugzeug ATR 72
Erkundungsflugzeug Airbus C212
Militärtransportflugzeug Airbus A400M
Hier bietet die EADS vom kleinen Regionalflieger der ATR für 70 Passagiere bis zum A380 für bis zu 800 Insassen die mit Abstand breiteste Palette im Markt. Doch für die EADS ist das größte Geschäftsfeld Airbus Segen und Fluch. Besonders dank der Mittelstreckenflugzeuge sorgen die Passagiermaschinen zwar für heute fast zwei Drittel des Konzernumsatzes und bieten ein volles Auftragsbuch für derzeit fast umgerechnet sieben Jahre mit soliden Wachstumschancen. Doch leider ist der Flugzeugbau auch hochriskant. Neue Modelle wie der A380 kosten bis zu zwölf Milliarden Euro wenn sie gut gehen – und deutlich mehr wenn es Probleme gibt. Das bringt selbst solide Unternehmen wie EADS an ihre Grenzen.
Bild: dpa/dpawebEADS-Raumfahrt
Erderkundungssatellit TerraSAR
Weltraumrakete Ariane
Telekom-Satellit Astra 5
Mit dem Portfolio von den M51 genannten Raketen für Atomwaffen der französischen Armee über ausgefeilte Satelliten bis zur extrem leistungsstarken Trägerrakete Ariane hat die EADS auch hier ein breites Angebot. Trotzdem waren die vergangenen zehn Jahre eine Achterbahnfahrt. Denn nach dem Boom in der New Economy-Ära um die Jahrtausendwende sank die Nachfrage nach Telekomsatelliten dramatisch und mit der französischen Thales und der Bremer OHB gab es gleich zwei starke Konkurrenten. Inzwischen ist das Geschäftsfeld wieder profitabel.
Bild: REUTERSEADS-Hubschrauber
Militärtransporthubschrauber NH-90
Experimentalhubschrauber X3
Kampfhubschrauber Tiger
Die Hubschrauber sind der stille Star und das heimliche Vorbild des ganzen Konzerns. Das Geschäftsfeld "Eurocopter" reicht von den kleinen EC-135 über den Bestseller EC-145 bis zum Kampfhubschrauber Tiger und dem Transport-Helikopter NH-90. Dazu betritt die Tochter immer wieder Neuland. Sowohl technisch mit dem gut 400 Stundenkilometer schnellen X3 als auch bei der Produktion. Eurocopter ist nicht nur deutlich tiefer integriert als alle anderen Töchter. Als erste hatte sie auch eine eigene US-Produktion mit vielen Aufträgen amerikanischer Behörden wie der Küstenwache.
Bild: REUTERSEADS-Militärausrüstung
Luftabwehrraketen Meads
Abhörsicheres Militärfunkgerät THR9i
Unterwasserroboter SeaOtterMkII
Drohne Eurohawk
Das Rüstungsgeschäft, dessen größter Teil unter der Marke "Cassidian" firmiert, ist das Sorgenkind des Konzerns. Zwar reicht das Angebot von Kampfflugzeugen und Lenkwaffen über Radarsysteme und Wunderwerkzeugen wie dem Unterwasserroboter SeaOtter mit einer Sicht im trüben Wasser von mehreren hundert Metern bis zum Zukunftsgeschäft Sicherheitstechnologie für Computersysteme und die Grenzüberwachung. Doch die meisten Produkte baut die Gruppe entweder in Konsortien, die im Alltag etwas kompliziert zu managen sind oder für die Armeen europäischer Staaten, die angesichts der knappen Kassen lieber ab- als nachbestellen wollen.
Bild: dpaGemeinschaftsunternehmen von EADS und BAE
Drohne Manta
Kampfflugzeug Eurofighter
Lenkwaffe Meteor
Minenräumer Souvim
Beide Rüstungskonzerne bauen Drohnen und sind tätig in Bereichen wie öffentliche Sicherheit oder vernetzte Streitkräfte, bei dem es um die einzelnen Teilstreitkräfte übergreifende Informations- und Befehlssysteme geht. Doch EADS und BAE kennen sich neben der Zusammenarbeit bei den Airbus-Zivilflugzeugen, an denen BAE bis 2006 einen Anteil von einem Fünftel hielt, aus vielen Konsortien. Sie bauen zusammen Kampfflugzeuge wie den Tornado oder den Eurofighter. Ihr "MBDA" genanntes Gemeinschaftsunternehmen fertigt Lenkwaffen wie die besonders durchschlagskräftige Flugabwehrrakete Meteor oder den etwas skurrilen Minenräumer Souvim.
Bild: REUTERSBAE-Panzerfahrzeuge
Militärtransporter JLTV FoV
Artilleriepanzer M109A6
In keinem Bereich haben die Briten so konsequent auf Internationalisierung und Ausbau ihres US-Geschäfts gesetzt wie bei den Panzern. Dafür sorgte nicht zuletzt der Kauf des Panzer- und Kanonenbauers United Defense in 2005. Neben leichteren Fahrzeugen wie dem JLTV genannten Nachfolger des legendären Hummer arbeiten sie für die US-Streitkräfte an der Panzerhaubitze M109 und dem Bradley-Panzer, den das Unternehmen auch in Länder wie Korea exportiert.
Bild: APBAE-Infanterieprodukte
Ferngesteuertes Maschinengewehr Sd-ROW
Infrarotkamera Check-6
Schutzhelm
Soldatenkleidung ULW Anzug
Gewehr mit Infrarotsucher StalKIR
Für BAE als Hightech-Unternehmen mit einer langen Tradition im Flugzeugbau wirkt der Bau von Infanteriezubehör auf den ersten Blick etwas überholt. Doch aus Sicht des Unternehmens ist der Zweig alles andere als hinfällig. Denn sowohl beim widerstandsfähigen Helm wie beim leichten Kampfanzug ULW (Kurzform für Ultra Light Weight = extrem leicht) geht es nicht nur um anspruchsvolle Technologie wie Faser-Verbundwerkstoffen. Beide sind auch eine Art Basis für moderne IT, bei der die Kämpfer über eine sichere Datenleitung mit ihren Kommandeuren kommunizieren können.
Bild: APBAE-Fluggeräte
Hubschraubersitz S3000
Kampfjet Joint Strike Fighter
Unbemanntes Kampfflugzeug Taranis
Trainingsjet Hawk
Das Fluggeschäft ist die Wurzel der einst als British Aerospace gegründete BAE. Auch wenn Schiffe und Panzer die Fliegerei ein wenig an den Rand gedrängt haben, bleibt es Kernbereich. Dazu zählt neben traditionellem Trainingsgerät wie dem Hawk und Zubehör wie dem Hubschraubersitz S3000, der die Folgen eines Absturzes mildert und so die Überlebenschancen der Besatzung erhöht, vor allem die Flieger der Zukunft wie das weltweit größte Rüstungsprogramm, der F-35 genannte Joint Strike Fighter, von dem das Konsortium um Lockheed Martin aus den USA und BAE weltweit mehrere Tausend Exemplare verkaufen wollen. Große Hoffnung setzt BAE auch auf die unbemannte Tarnkappen-Drohne Taranis, die auch Interkontinentalflüge schafft.
Bild: APBAE-Schiffe
Kampfschiff Korvette Al Shamikh
Atom-U-Boot Astute Klasse
Für BAE sind die nicht ganz freiwillig übernommenen Kriegsschiff-Werften inzwischen ein großes Problem. Denn für die Korvetten und die U-Boote gibt es zu wenig Kunden. Die verbliebenen Abnehmer setzen häufig auch auf deutsche Waffen, vor allem bei den U-Booten, die dank extrem leiser konventioneller Elektroantriebe weniger aufwändig zu betreiben sind als Atom-U-Boote.
EADS-Flugzeuge
Großraumflugzeug Airbus A380
Regionalflugzeug ATR 72
Erkundungsflugzeug Airbus C212
Militärtransportflugzeug Airbus A400M
Hier bietet die EADS vom kleinen Regionalflieger der ATR für 70 Passagiere bis zum A380 für bis zu 800 Insassen die mit Abstand breiteste Palette im Markt. Doch für die EADS ist das größte Geschäftsfeld Airbus Segen und Fluch. Besonders dank der Mittelstreckenflugzeuge sorgen die Passagiermaschinen zwar für heute fast zwei Drittel des Konzernumsatzes und bieten ein volles Auftragsbuch für derzeit fast umgerechnet sieben Jahre mit soliden Wachstumschancen. Doch leider ist der Flugzeugbau auch hochriskant. Neue Modelle wie der A380 kosten bis zu zwölf Milliarden Euro wenn sie gut gehen – und deutlich mehr wenn es Probleme gibt. Das bringt selbst solide Unternehmen wie EADS an ihre Grenzen.
In diese will der deutsche Staat nun selbst einsteigen. Dazu soll die deutsche Staatsbank KfW noch in diesem Jahr einen bisher vom Autohersteller Daimler gehaltenen Aktienanteil von 7,5 Prozent übernehmen. Dazu kommen weitere 4,5 Prozent. Diese hält derzeit ein Konsortium namens Dedalus, dem Privatunternehmen wie Allianz, Deutsche Bank, Commerzbank, Credit Suisse und Goldman Sachs sowie die KfW und sechs Landesbanken angehören. Weitere 7,5 Prozent will Daimler am Markt verkaufen. Dazu will Lagardère seine 7,5 Prozent ganz verkaufen und der französische Staat sich mit 12 statt bisher 15 Prozent der Anteile begnügen. Am Ende hielten der deutsche und der französische Staat jeweils zwölf Prozent.
Antworten auf die wichtigsten Fragen.
Was bringt eine direkte Beteiligung Deutschlands?
Für Michael Fuchs ist die Sache klar: „Wenn die Franzosen in dem Unternehmen sind, müssen wir auch rein“, sagt der stellvertretende Fraktionschef der CDU im Bundestag. Sonst, fürchtet Fuchs, wird „der Standort Deutschland ausgelutscht“. Wenn Daimler seinen Anteil verkaufe und Deutschland nicht einsteige, glaubt die Regierung, verhindere keiner mehr, dass der Aktionär Frankreich anspruchsvolle Wertschöpfung wie die Konstruktion von Flugzeugen ins Land holt und Deutschland zur reinen Werkbank verkommt. Die Furcht hat ihren Grund im Jahr 2005. Damals wollte der spätere Staatspräsident Sarkozy mit Noël Forgeard, der seinerzeit mit Enders die EADS leitete, das deutsch-französische Gleichgewicht zugunsten Frankreichs kippen. Aus Sicht von Enders könnte Deutschland seine Interessen allerdings auch auf anderen Wegen durchsetzen, etwa durch eine sogenannte Goldene Aktie mit Sonderstimmrechten, wie sie etwa Großbritannien bei BAE hat.

Warum kauft Deutschland nur zwölf Prozent der Aktien?
Dazu zwingt Deutschland das Rechtssystem der Niederlande, wo EADS den rechtlichen Sitz hat. Für Juristen ist die Contractual Partnership aus Frankreich, Lagardère, Spanien und Daimler eine Investorengemeinschaft. „Weil diese mehr als 30 Prozent der Anteile hält, müssten die Mitglieder allen anderen Anteilseignern ein Angebot zur Übernahme der Aktien machen, sobald sie ein neues Mitglied aufnehmen oder ein bestehendes Mitglied Aktien kauft“, sagt der Anwalt einer deutschen Großkanzlei. Da Spanien seine knapp 5,5 Prozent der Aktien behalten will, müssen Deutschland und Frankreich die verbleibenden 24,5 Prozent unter sich aufteilen und begnügen sich mit je zwölf Prozent.
Wie stark wird der künftige staatliche Einfluss?
Durch das holländische Recht sinkt die Macht der Staaten. Bislang hatten Frankreich, Deutschland und Spanien die Mehrheit der Stimmen. Künftig sind es nur noch 30 Prozent. Der Rest gehört Privatanlegern, die auf ein effizientes Unternehmen mit hohen Gewinnen drängen und denen im Zweifel eine gleichmäßige Verteilung der Jobs auf Deutschland und Frankreich egal ist. „Wenn die Staaten mehr Arbeit ins Land holen wollen, dann geht das nicht über ein Veto, sondern vor allem über Aufträge, Forschungsförderung oder indem sie das Unternehmen aktiv bei Exportaufträgen unterstützen“, heißt es in Unternehmenskreisen.
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