Edelstahlgeschäft: ThyssenKrupp-Chef plant den Befreiungsschlag

Edelstahlgeschäft: ThyssenKrupp-Chef plant den Befreiungsschlag

von Andreas Wildhagen

Heinrich Hiesinger befindet sich in harten Verhandlungen mit dem finnischen Konkurrenten Outokumpu. Er will das gesamte Edelstahlgeschäft verkaufen. Die Arbeitnehmerseite steht Kopf.

ThyssenKrupp, der mit dem Stahlgeschäft in den USA in Milliardenverluste geratene Revierkonzern, sucht nach einem Ausweg aus der Dauermalaise. Schon seit einiger Zeit wollte der Stahlkonzern sein Edelstahlgeschäft verkaufen, dazu gehören das glänzende Nirosta wie auch Titan, das wegen seiner Härte und Leichtigkeit vor allem in der Medizintechnik und im Flugzeugbau verwendet wird. 

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Nur einen Arbeitstag nach der Hauptversammlung in Bochum am Freitag wird nun bekannt, dass Unternehmenschef Heinrich Hiesinger das gesamte Edelstahlgeschäft, das vor einiger Zeit in eine selbsständige Einheit namens Inoxum ausgegliedert wurde, an den finnischen Edelstahlkonzern Outokumpu verkaufen will  – vielleicht ganz oder teilweise. Womöglich behalten die Essener noch eine Minderheitsbeteiligung von 20 oder 25 Prozent. Das werden die Verhandlungen in den nächsten Wochen ergeben.

Edelstahlsparte stand schon einmal zum Verkauf

Outokumpu war schon einmal sehr dicht dran an der Übernahme. Das war vor zwei Jahren, als noch Hiesingers Vorgänger, der glücklose Ekkehard Schulz, mit den Finnen im Gespräch war. Doch die Manager des Stahl- und Technlogiekonzerns konnten sich damals nicht mit den Finnen einigen. So stritten sie um die Frage, ob Outokumpu alle Edelstahlwerke von ThyssenKrupp übernehmen soll oder sich nur die Rosinen herauspickt.

In Mexiko sieht das Geschäft anders aus als in Italien. Und in Deutschland betreibt ThyssenKrupp in Sichtweite Edelstahlwerke, in Krefeld und in Bochum zum Beispiel. Solche Werksdoubletten gibt es sonst nicht auf der Welt. Diesen Luxus leistet sich der Konzern bisher aus der immer noch unverdauten Fusion zwischen Krupp und Thyssen.

Die Edelstahlsparte gilt schon lange als Sorgenkind. Aufsichtsratschef Gerhard Cromme gelang es in den dreizehn Jahren der Fusion von Krupp und Thyssen nicht, das Edelstahlproblem zu lösen. Mit eigenen Managementkünsten konnte man dem Problem nicht Herr werden.

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