Ederer muss gehen : Unruhe im Siemens-Konzern

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KommentarEderer muss gehen : Unruhe im Siemens-Konzern

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Siemens-Chef Joe Kaeser bemüht sich, Ruhe in den aufgewühlten Technologieriesen zu bringen.

von Matthias Kamp

Noch keine zwei Monate ist Vorstandschef Joe Kaeser im Amt. Wichtigste Aufgabe bei seinem Antritt: Er wollte für Ruhe sorgen. Doch davon ist der Technologieriese weiter entfernt denn je – und das dürfte auch so bleiben.

Jetzt hat das Personalkarussell bei Siemens richtig Fahrt aufgenommen. Nachdem im Juli der Vorstandsvorsitzende Peter Löscher nach einer mutmaßlichen Intrige seinen Schreibtisch am Wittelsbacher Platz räumen musste, wird nun auch Personalvorstand Brigitte Ederer gehen müssen. Zuvor hatte bereits der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Joe Ackermann das Handtuch geworfen, weil er den Machtkampf gegen den Chef des Kontrollgremiums, Gerhard Cromme, verloren hatte. Dass Ackermann seinen Abgang mit der „unwürdigen“ Art und Weise, mit der Löscher abserviert wurde, begründete, wirkte eher wie ein Nachtreten gegen den Österreicher als ehrliches Bedauern.

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Ruhe im Konzern sieht anders aus. Doch genau die wollte Kaeser nach den turbulenten Tagen Ende Juli herstellen. Es wird ihm nicht gelingen, die Unruhe dürfte eher noch größer werden. So werden die Diskussionen um den umstrittenen Cromme nicht verstummen. Zwar hat er nach dem Ackermann-Abgang seine Position zunächst gefestigt. Doch die Hauptversammlung im Januar verspricht interessant zu werden. Es dürfte lebhaft zugehen.

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Stoff für neuen Ärger mit den Arbeitnehmervertretern bergen auch die Sparpläne im Konzern. Noch von Löscher hatte sich die IG Metall die Zusage abhandeln lassen, der Jobabbau werde bei 10.000 Stellen gedeckelt. Ob es dabei bleibt, ist unklar. Dass Doppelstrukturen abgeschafft, Einheiten geschlossen oder zusammengelegt werden müssen und der Konzern insgesamt verschlankt und entbürokratisiert werden muss, wissen indes alle.

Keine leichte Aufgabe für Kaeser, zumal er ein Produkt dieser Strukturen ist. Doch wenn er die Baustellen selbst nicht angeht, werden dynamischere Konkurrenten wie GE ihn dazu zwingen. Für Unruhe ist gesorgt.

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