Einstieg bei Alba: Chinesen buhlen um deutschen Müll

Einstieg bei Alba: Chinesen buhlen um deutschen Müll

Die chinesische Familienunternehmer Deng übernimmt die Mehrheit an zwei Sparten: Müll und Wassertechnik. Laut Kreisen liegt der Kaufpreis bei deutlich über 300 Millionen Euro.

Chinesische Investoren sind im Entsorgungs- und Umweltsektor in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Die Unternehmerfamilie Deng übernimmt die Mehrheit an zwei Sparten des Berliner Müll- und Recycling-Konzerns Alba, wie dieser am Wochenende mitteilte. Die von Deng kontrollierte Chengdu Techcent hatte in diesem Jahr schon das Wassertechnik-Geschäft vom angeschlagenen Mannheimer Baudienstleister Bilfinger übernommen. Für Alba und seine Mehrheitseigentümer Axel und Eric Schweitzer ist die Finanzspritze aus China ein Befreiungsschlag. Finanzkreisen zufolge zahlt Deng deutlich mehr als 300 Millionen Euro. Damit kann Alba einen Großteil seiner Verbindlichkeiten von rund 450 Millionen Euro tilgen. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern.

Deutsche Umwelt- und Entsorgungstechnik zählt zu den begehrten Übernahmezielen chinesischer Unternehmen. Sie erhoffen sich davon auch einen Technologietransfer, um die zunehmenden Müllprobleme des Reichs der Mitte zu lösen. Um den Einstieg bei Alba hatten am Ende drei Bieter aus China gebuhlt, gegen die die interessierten Finanzinvestoren keine Chance hatten. Anfang des Jahres hatte Beijing Enterprise bereits 18 ehemals dem Versorger E.ON gehörende Müllverbrennungsanlagen unter dem Namen "Energy from Waste" für 1,8 Milliarden Euro übernommen. Der Schrottverwerter Chiho-Tiande schluckte kürzlich für gut eine halbe Milliarde Euro den angeschlagenen schwäbischen Metallrecycler Scholz.

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Alba gibt gut 40 Prozent seines Umsatzes an einen Fonds der Dengs ab: das Recycling-Geschäft in China und die Service-Sparte in Deutschland, zu der das Kreislaufwirtschafts-Management von Interseroh sowie die Sortieranlagen gehören. Sie gilt als Tafelsilber. Komplett bei Alba bleibt das klassische Müllentsorgungs-Geschäft und das Stahl-Recycling. Damit bleibt Alba mit einem Umsatz von rund 1,2 Milliarden Euro die Nummer zwei auf dem deutschen Markt hinter dem Branchenriesen Remondis. Axel Schweitzer sagte dem "Manager Magazin", eine Aufstockung der Chinesen auf 100 Prozent sei nicht geplant. "Ziel ist es ja, die Stärken beider Partner zu verbinden: Techcents Stärke auf dem chinesischen Heimatmarkt mit unserer hochmodernen Sortiertechnologie beispielsweise."

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Milliarden-Investitionen aus China fließen nach Europa und besonders gern nach Deutschland. Gesprochen wird meist nur über strategisch wichtige Unternehmenskäufe. Die meisten Chinesen aber treiben ganz andere Motive.

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Alba wird von Eric Schweitzer, dem Präsidenten des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), und seinem Bruder Axel geführt. Das Unternehmen hatte seit zwei Jahren einen Investor gesucht. Die Suche nach einem Minderheitsaktionär war aber im Sande verlaufen. Daraufhin versuchte sich Alba mit Hilfe der Investmentbank Lazard vom China-Geschäft mit dem Recycling von Elektronik- und Autoschrott zu trennen. Nun steigen die Chinesen zudem in die Service-Sparte ein. Axel Schweitzer sagte, mit dem Teilverkauf steige die Eigenkapitalquote von Alba auf hohe mehr als 30 Prozent. "Wir haben jetzt die Mittel, in die übrigen Geschäftsfelder ebenfalls zu investieren."

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