Elektro-Mobilität: Autozulieferer fürchten Verlust von Jobs

Elektro-Mobilität: Autozulieferer fürchten Verlust von Jobs

, aktualisiert 13. September 2017, 15:31 Uhr
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Die europäischen Autohersteller zahlen für jedes in Europa hergestellte Auto schätzungsweise 4000 bis 7000 Euro nach China für Batterien.

Quelle:Handelsblatt Online

Die europäischen Autozulieferer befürchten wegen des Ausbaus der Elektro-Mobilität eine Abwanderung von Stellen nach Fernost. Wenn es keine vernünftige Übergangszeit gebe, würde davon nur China profitieren.

FrankfurtDie europäische Autozulieferer-Industrie sieht sich durch den Ausbau der Elektromobilität unter Druck und befürchtet eine Abwanderung von Stellen nach China. „Wir brauchen eine vernünftige Übergangszeit, um unseren chinesischen Freunden keine unerwünschten Geschenke zu machen“, sagte der Präsident des europäischen Zuliefererverbandes (CLEPA), Roberto Vavassori, am Mittwoch auf der Automesse IAA in Frankfurt.

Die europäischen Autohersteller zahlten für jedes in Europa hergestellte Auto schätzungsweise 4000 bis 7000 Euro nach China für Batterien. Ein überstürzter Ansturm auf Elektroautos würde das Geschäft China überlassen, das zusammen mit Südkorea und Japan die Batterieproduktion für solche Fahrzeuge dominiere.

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Der Verband forderte die Autohersteller und die Politik dazu auf, auch andere Wege zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen wie effizientere Verbrennungsmotoren und synthetische Kraftstoffe in Erwägung zu ziehen. „Das Problem ist die Einseitigkeit der Debatte“, sagte Bosch-Chef Volkmar Denner. Bosch verbessere den Verbrennungsmotor und erforsche auch synthetische Kraftstoffe, die den Vorteil hätten, vorhandene Tankstellen und Motoren nutzen zu können. „Das ist ein schnellerer Weg, um die globale Erwärmung zu begrenzen“, sagte er. „Wir machen das neben Elektrofahrzeugen.“

In der europäischen Zulieferindustrie arbeiten nach Angaben des Verbandes rund fünf Millionen Menschen, für sie geht es daher um viel. Vavassori zufolge hinkt Europa bei der Produktion von Sensoren und Mikrochips sowie von Batterien zurück. Angesichts der geopolitischen Instabilität sei es aber ein Risiko, sich auf chinesische Lieferungen zu verlassen. „Für die Fahrzeuge der Zukunft brauchen wir eine Produktion in Europa oder wir gefährden ganz Europa“, warnte er.

Angesichts der Dieselkrise und drohender Fahrverbote wollen die Autobauer ihr Angebot an E-Mobilen in den nächsten Jahren deutlich ausweiten. Um den enormen Bedarf an Batterien für die steigende Zahl an Elektroautos zu decken, müssen die Kapazitäten aber weltweit drastisch erhöht werden.

Quelle:  Handelsblatt Online
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