Elektrokonzern ABB: Schweizer attackieren Siemens mit Milliardendeal

Elektrokonzern ABB: Schweizer attackieren Siemens mit Milliardendeal

, aktualisiert 04. April 2017, 08:29 Uhr
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Der Schweizer Elektronikkonzern kauft den österreichischen Steuerungshersteller Bernecker & Rainer für schätzungsweise zwei Milliarden Dollar.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Schweizer Elektrokonzern ABB kauft sich Wachstum ein – und übernimmt den Steuerungshersteller Bernecker & Rainer. Der mutmaßliche Milliardendeal ist auch eine Attacke auf Platzhirsch Siemens.

ZürichMit der größten Übernahme seit 2012 will der Schweizer Elektrokonzern ABB den Rückstand auf den Industrieautomations-Platzhirsch Siemens verkürzen. Das Zürcher Unternehmen übernimmt den österreichischen Steuerungshersteller Bernecker & Rainer (B&R) mit einem Umsatz von gut 600 Millionen Dollar. Der Kaufpreis für die in Privatbesitz stehenden Firma entspreche den in der Branche üblichen Bewertungen. Gemessen an der in einem ähnlichen Gebiet tätigen amerikanischen Rockwell dürften die Zürcher damit knapp zwei Milliarden Dollar (rund 1,8 Milliarden Euro) für B&R auf den Tisch legen.

Mit dem Zukauf schaltet Konzernchef Ulrich Spiesshofer, der sich bisher vor allem mit Kostensenkungen einen Namen machte, auf Angriff. Die 1979 von zwei Freunden im Keller einer Bank gegründete B&R ist in den letzten zwei Dekaden um durchschnittlich elf Prozent pro Jahr gewachsen und hat den Gesamtmarkt damit weit hinter sich gelassen. In spätestens fünf Jahren soll die Firma unter den Fittichen von ABB die Umsatz-Marke von einer Milliarde Dollar knacken.

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B&R beliefert traditionell Maschinenbauer wie Krones mit Steuerungen. In der Industrieautomation kommen ABB und B&R gemeinsam auf einen Umsatz von rund 15 Milliarden Dollar. Marktführer ist Siemens, die Nummer drei ist Emerson aus den USA. ABB wird mit der Transaktion, die im Sommer abgeschlossen werden soll, eigenen Angaben zufolge der einzige Anbieter, der das ganze Spektrum in der Industrieautomation abdeckt. Experten zufolge könnte das Konkurrenten veranlassen, mit Übernahmen selbst ihre Angebotspalette auszuweiten.

B&R ist in den letzten Jahren dazu übergegangen, Endkunden wie Nestle oder BMW direkt mit Fabrikautomationsgeräten und Software zu beliefern. Damit verstärkt sich ABB in Branchen wie Nahrungsmittel oder Autobau und kann die bisherige Abhängigkeit von der Öl- und Gasindustrie verringern, die zuletzt nur zögerlich investiert hat.

Quelle:  Handelsblatt Online
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