Elektrokonzern: ABB verspricht Wachstum trotz Abschwung

Elektrokonzern: ABB verspricht Wachstum trotz Abschwung

, aktualisiert 04. November 2011, 16:09 Uhr
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Das Logo der ABB Schweiz AG an der Zentrale in Zürich.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Elektrokonzern ABB demonstriert Selbstbewusstsein in der Krise. Bis 2015 sollen die Umsätze des Siemens-Rivalen jährlich um bis zu zehn Prozent steigen.

ZürichDer Schweizer Elektrokonzern ABB verspricht seinen Investoren trotz der heraufziehenden Rezession kräftiges Wachstum bis 2015. Der Umsatz solle jährlich im Schnitt sieben bis zehn Prozent zulegen, teilte der Siemens-Rivale am Freitag mit.

Zusätzlich könnten drei bis vier Prozentpunkte durch Zukäufe hinzukommen. Binnen vier Jahren würde ABB so seinen Umsatz auf 50 bis 60 Milliarden Dollar annähernd verdoppeln. In den letzten Jahren war der ABB-Umsatz durchschnittlich um gut sechs Prozent gewachsen.

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Die Turbulenzen aus der europäischen Schuldenkrise schrecken die Schweizer nicht. „Wir erwarten keine tiefe Rezession, nur eine Abkühlung für die nächsten zwölf bis 18 Monate“, sagte Finanzchef Michel Demaré in Zürich. Spätestens 2013 kehrten die Absatzmärkte zu ihrer vollen Stärke zurück. Bislang verschöben Kunden allenfalls im kurzfristigen ABB-Geschäft ihre Bestellungen.

Der französische Konkurrent Alstom hatte sich zumindest für sein laufendes Geschäftsjahr 2011/2012 ähnlich unbeeindruckt geäußert. ABB-Chef Joe Hogan räumte allerdings ein, dass vor allem die Griechenland-Volten zunehmend an seinen Nerven zerren: „Irgendwann bekommt man eine posttraumatische Belastungsstörung“, klagte er.

Der Gewinn je ABB-Aktie soll in den kommenden Jahren überproportional zulegen und um jährlich zehn bis 15 Prozent wachsen. Für die operative Rendite (Ebitda) peilt der Konzern Werte zwischen 13 und 19 Prozent an. Vor allem aus dem Industrie- und Energietechnikgeschäft mit Schwellenländern sollen die Zuwächse kommen. Der Service- und Softwareanteil ABBs werde zudem kräftig ausgebaut. Börsianer zeigten sich wenig beeindruckt. Der Kurs der ABB-Aktie stagnierte am Freitagvormittag.


ABB sagt Konkurrenten den Kampf an

Vorstandschef Joe Hogan sagte seinen Konkurrenten den Kampf an. Vor allem in den etablierten Märkten des Westens wolle er den Wettbewerbern Marktanteile abnehmen. In Asien und Lateinamerika beanspruchen die Schweizer bereits die Marktführerschaft vor den angestammten Rivalen wie Siemens, GE und Schneider für sich. Die neuen Ziel Hogans setzen indirekt auch Siemens unter Druck. Konzernchef Peter Löscher hat seinen Aktionären versprochen, stärker zu wachsen als die Wettbewerber.

ABB setzt für seinen Weg zu mehr Geld vor allem auf eine weitere Internationalisierung. Verstärkt sollen Produkte für die Auslandsmärkte vor Ort entwickelt, produziert und verkauft werden, kündigte ABB an. Bereits die Hälfte seiner Einnahmen verbucht der Elektrokonzern bereits in Schwellenländern, künftig sollen auch die Hälfte aller Entwickler dort arbeiten. Die Expansion solle allerdings nicht zu Lasten der Präsenz auf den westlichen Märkten gehen, sagte Hogan.

Die Industrieländer hätten zwar geringere Wachstumsraten, in Dollar sei deren Plus allerdings mit vier Billionen bis 2015 nahezu genauso groß wie jenes der Schwellenländer. „Das darf man nicht vernachlässigen“, sagte der Amerikaner.

„Wir haben in den letzten fünf Jahren trotz der historischen Wirtschaftskrise gut gewirtschaftet“, sagte Hogan. „Wir sind hervorragend positioniert auf Märkten, die von den wichtigsten globalen Wachstumstrends profitieren. Hierzu zählen beispielsweise die Energie- und Ressourceneffizienz, der steigende Bedarf an Energieinfrastruktur und das rasante Wachstum in den Schwellenländern“.

Zur Firmenstrategie zählten auch Zukäufe, um Lücken im Portfolio und der geographischen Abdeckung zu schließen. Als Vorbild nannte Finanzchef Michel Demaré die Übernahme des US-Konkurrenten Baldor, die ABB gut vier Milliarden Dollar kostete. Größere Akquisitionen stünden nicht auf der Agenda. „Wir haben uns Siemens angeschaut, aber es passt nicht in unser Portfolio“, scherzte Hogan.

Quelle:  Handelsblatt Online
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