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exklusiv Emissionshandel: Airbus-Chef - Europa überschätzt seinen Einfluss

von Rüdiger Kiani-Kreß

Der neue Airbus-Chef Fabrice Brégier will sein neues Erfolgsflugzeug A320neo zuerst in Deutschland bauen und kritisiert in ungewohnt scharfer Form den europäischen Emissionshandel für die Flugbranche. 

Der neue Airbus A320 neo. Quelle: dapd
Der neue Airbus A320 neo. Quelle: dapd

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Der neue Airbus-Chef Fabrice Brégier hat erstmals Details zur Produktion seines neuen Mittelstreckenflugzeugs A320 bekannt gegeben. Danach werden die ersten Exemplare der A320neo genannten Neuauflage des Erfolgsmodells in Deutschland gebaut. „Wir starten mit der Produktion in Hamburg“, erklärte der Manager in einem Pressegespräch am Rande des Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsgipfels am Samstag in Peking. „Danach kommt Toulouse und später unsere Werk im chinesischen Tianjin und das neuen Werk in den USA bauen.“ Von der A320neo, die dank neuer sparsamer Triebwerke mindestens 15% weniger Treibstoff verbraucht, hat Airbus bislang mehr als 1400 Exemplare verkauft. Nach der aktuellen Arbeitsteilung zwischen den Airbuswerken wird Hamburg mit im Schnitt 23,5 Exemplaren des Flugzeugs mehr als die Hälfte der Gesamtproduktion von 42 Flugzeugen bauen. Der A 320neo soll bis weit ins nächste Jahrzehnt gebaut werden.

Platz 15 - A330-200F - 62 verkaufte Flugzeuge

Das am wenigsten verkaufte Flugzeug von Airbus ist die Frachtversion der A330-200. Am 5. November 2009 erfolgte der Erstflug vom Flughafen Toulouse-Blagnac aus. Der neue Frachter hat eine etwas höhere Nutzlast als das bisherige A300-Frachtmodell sowie eine größere Reichweite. Bei den Passagierversionen der A330 ist der Kabinenboden beim Aufenthalt am Boden leicht abschüssig, da das Bugfahrwerk etwas kürzer als das Hauptfahrwerk ist. In der Frachtversion ist das Fahrwerk leicht versetzt, damit der Boden eben ist. Anders als in der Passagierversion wurde die Technologie der A380 verbaut. Im Juli 2010 wurde der erste Airbus A330-200F im Rahmen der Farnborough International Airshow an Etihad Crystal Cargo ausgeliefert.

Gleichzeitig kritisierte Brégier, der Airbus seit 1. Juni führt, in ungewöhnlich scharfer Form den europäischen Emissionshandel (ETS) für Fluglinien. Bei der Regelung sollen ab diesem Jahr alle Fluglinien, die in der EU starten und landen, für ihren Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid zahlen. Doch mehr als 20 Länder, darunter China und die USA weigern sich.

Dafür hat Brégier Verständnis. Die chinesische Regierung hat zu erkennen gegeben, dass sie nicht gegen das Prinzip des Emissionshandels ist.  „Aber sie können nicht akzeptieren, dass ihnen eine ausländische Macht einseitig Gesetze auferlegen will“, sagt Brégier. Dazu äußert der Manager, der Nachfolger des zum Chef des Airbus-Mutterkonzerns aufgestiegenen Tom Enders, Zweifel an den Regeln des ETS. Aus seiner Sicht gehören etwa chinesische Fluglinien zu den saubersten der Welt, weil ihre Flugzeugflotten im Schnitt besonders neu und sparsam sind. „Aber das wird in der gegenwärtigen Form des Systems nicht honoriert“, sagt Brégier.

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Zwar will der Manager den ETS nicht als Fehler bezeichnen. „Das Urteil steht mir nicht zu.“ Aber wer sich einer so breiten Opposition gegenüber sehe, könne sich nicht gegenüber dem Rest der Welt im Recht fühlen. „Wer eine Wand vor sich sieht und mit 200 Stundenkilometern darauf zu rast, hat ein Problem und sollte vielleicht abbremsen und einen Kompromiss suchen.“ Der müsse nicht ohne weiteres gegen das Prinzip gehen, die Emissionen zu reduzieren.

Aus Brégiers Sicht sei es nicht an ihm, der EU etwas vorzuschreiben. „Aber wir unterstützen Gespräche auf höchster internationaler Ebene für eine globale Lösung.“ Das könne eine stufenweise Einführung sein oder eine leichte Abänderung des Plans sein. „Doch“, so Brégier, „wenn ein Plan nicht praktikabel ist, muss er angepasst werden. Wir in Europa sind, glaube ich, nicht länger das alleinige Zentrum der Welt.“

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.09.2012, 17:47 UhrGodehus

    Das von der EU verordnete ETS Programm wird naturgemaess von vielen Betroffenen und deren Interessengruppen kritisiert, und zwar zu RECHT!
    Es ist eine Art moderner Ablasshandel, kurz vor der Reformation. Was der Normalbuerger nicht weiss, und offenbar sogar den europaeischen Laien- Gesetzgebern nicht klar ist, sind davon sogar Privatflugzeuge betroffen. Wenn also ein US-amerikanischer Konzern per Firmen- oder Charter-Jet nach Europa fliegt, muss er nicht nur die ETS-Kosten tragen sondern auch die gesamte damit verbundene Buerokratie/Eurokratie nicht nur erdulden sondern aktiv ableisten. ETS ist Ablasshandel, nur im Gegensatz zum 16. Jahrhundert diesmal nicht kirchlich, sondern EU-staatlich verordnet. Die Amerikaner und andere Auslaender sind nicht nur betroffen, sondern total angewidert. Die EU macht sich, zum Nachteil ihrer Mitgliedslaender, das ganze Ausland zum Gegner. Der neue Airbus-Chef hat dankenswerterweise
    das ETS-Problem zwar diplomatisch - aber mehr als deutlich - auf der oberen Ebene thematisiert. Gute Diplomatie ist eben nicht die Kunst der Luege, sondern die Kunst der Wahrheit. Hoffentlich werden nationale und
    europaeische Politiker sich aufruetteln, damit sie erkennen, dass ihre eigene Buerokratie ihnen einen ueblen Streich gespielt hat, zum Nachteil Europas und der europaeischen Wirtschaft, und hoffentlich kommen dann unsere Politiker nicht nur ins Gruebeln, sondern ins Handeln, damit das eigentlich gutgemeinte ETS-Programm vernuenftig (um-)gestaltet wird.



  • 03.09.2012, 00:24 UhrLBraren

    Der Emissionshandel ist der alleinige Grund, um Steuern zu erheben und um Angst zu schüren.
    Der CO2-Gehalt ist rapide angestiegen, die Temperetar weltweit ist in den letzten 15 Jahren aber nicht angestiegen, im Gegenteil sogar etwas gesunken.
    Ein wissenschaftlicher Nachweis, dass CO2 für die sog. Klimaerwärmung verantwortlich ist, fehlt.
    Im Übrigen: Das Eis an den Polen insgesamt ist um 36% gewachsen, die Eisbärpopulation ist größer geworden, der Meeresspiegel ist nicht um einige Meter gestiegen, sondern um 2 mm, die Gletscher wachsen wieder.
    Der Ökowahnsinn geht weiter!

  • 03.09.2012, 00:05 UhrLBraren

    Der Emissionshandel, sprich Steuern zu erheben = Abzocke, ist der alleinige Grund, an dem Lügenmärchen, CO2 würde die Ursache für die nichtstattfindende Klimaerwärmung sein, festzuhalten.
    Seit etwa 15 Jahren haben wir keine Erderwärmung, sogar eine leichte Abkühlung, trotz rapidem Anstieg von CO2.
    Im Übrigen: Der Eisanteil insgesamt ist um 36% gestiegen, die Gletscher wachsen wieder, die Meere steigen nicht! - Global

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