EnBW: Energiekonzern ächzt unter der Atomlast

EnBW: Energiekonzern ächzt unter der Atomlast

, aktualisiert 10. November 2016, 10:18 Uhr
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Die Energiewende macht dem Energiekonzern zu schaffen.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Ausstieg aus der Kernenergie kommt EnBW teuer zu stehen. Auch niedrige Großhandelspreise für Strom und Sondereffekte lassen Umsatz und operatives Ergebnis einbrechen. Unterm Strich schrieb der Konzern einen Verlust.

DüsseldorfDer Energiekonzern EnBW rechnet wegen der sich abzeichnenden milliardenschweren Lasten für den Ausstieg aus der Kernenergie mit roten Zahlen. Der Beitrag der EnBW zu den Vorschlägen der von der Bundesregierung eingesetzten Atomkommission (KfK) werde sich inklusive Risikoaufschlag voraussichtlich auf rund 4,7 Milliarden Euro belaufen, teilten die Karlsruher am Donnerstag mit.

Der Versorger erwarte eine Umsetzung des KfK-Kompromisses noch in diesem Jahr, erklärte Finanzchef Thomas Kusterer. „Die sich abzeichnende KfK-Lösung wird die Unternehmen allerdings bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit belasten.“ EnBW erwarte bei einem Abschluss noch in diesem Jahr ein deutlich negatives Konzernergebnis und eine signifikante Steigerung der Nettoverschuldung.

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Die von der Bundesregierung eingesetzte Kommission hat empfohlen, dass die vier AKW-Betreiber – EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall – insgesamt 23,6 Milliarden Euro in einen staatlichen Fonds einzahlen, aus dem die Zwischen- und Endlagerung des Atommülls finanziert wird. Das Bundeskabinett hatte einen entsprechenden Entwurf im Oktober gebilligt. Die Umsetzung des KfK-Kompromisses schafft laut Kusterer Planungssicherheit.

EnBW musste in den ersten neun Monaten 2016 unter anderem wegen niedriger Großhandelspreise für Strom sowie durch Sondereffekte Rückgänge bei Umsatz und operativem Ertrag verbuchen, unter dem Strich schrieb der Konzern einen Verlust. EnBW verzeichnete einen Umsatz von rund 14,3 (Vorjahr: 15,3) Milliarden Euro und beim bereinigten operativen Gewinn einen Rückgang von 16 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro. Der Konzernverlust lag bei 192,5 Millionen Euro. Seine Jahresprognose bestätigte der Versorger.

Quelle:  Handelsblatt Online
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