Entscheidungsjahr: Für diese Unternehmen heißt es 2014 Top oder Flop

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Entscheidungsjahr: Für diese Unternehmen heißt es 2014 Top oder Flop

Floppt die Milliardeninvestition, scheitert die Rettung, bricht das Geschäft weg, kommt das endgültige Aus? Für viele Unternehmen werden die kommenden zwölf Monate überlebenswichtig. Eine Reise durch Deutschland an Orte zwischen Hoffen und Bangen.

Von Martin Seiwert, Matthias Kamp, Mark Fehr, Michael Kroker, Henryk Hielscher, Andreas Wildhagen, Florian Zerfass, Mario Brück, Peter Steinkirchner, Harald Schumacher.

Leipzig - BMW: Von null auf unbekannt

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Ein echtes Elektroauto wollte BMW-Chef Norbert Reithofer haben, etwas gänzlich Neues, das die Zukunft des Automobilbaus verkörpert: stromgetrieben, Carbonkarosserie, klimaschonend produziert und per Mobilfunk voll ins Internet eingebunden. Das war 2008. Heraus kamen neue Fabrikhallen in Leipzig, neue Batterietechnik, der Einstieg in die Kohlefasern – und das E-Mobil i3.

In den kommenden Monaten muss sich das Auto beweisen. Kann das Leipziger BMW-Werk, wo der dortige Elektroauto-Chef Helmut-Joseph Schramm im September die i3-Produktion startete, seine Kapazität von 40.000 Fahrzeugen pro Jahr ausreizen? Oder startet BMW so schleppend und ernüchternd in das Elektrozeitalter wie Opel mit dem Stromer Ampera?

Neidisch beobachten Reithofers Wettbewerber seit Jahren, wie BMW mit dem Carbonautoprojekt Aktionäre und Öffentlichkeit bezirzt und sich als innovativer Autokonzern inszeniert. Der Aktienkurs verdoppelte sich seit dem Start des i3-Projekts vor fünf Jahren. Daimler dagegen dümpelt noch immer auf dem Niveau von 2008. Audi zeigte sich beim Thema Elektroautos lange unentschlossen und überließ den Münchnern den Vorsprung durch Technik.

40.000 i3 will BMW 2014 absetzen. Die Chancen, dass sich Neider bald ins Fäustchen lachen können, scheinen trotz skeptischer Stimmen zu schwinden. Im Test der Zeitschrift Autobild besiegte der i3 eines der besten Mittelklassefahrzeuge, den VW Golf GTD. „Er ist so gut wie ein Golf und verbraucht ein Drittel“, titelte das Magazin. Auch die Resonanz der Kunden kann sich sehen lassen. Über 100.000 Interessenten haben sich für eine Probefahrt angemeldet. Rund 10.000 verbindliche Bestellungen aus Europa lagen BMW bereits bei der Markteinführung Mitte November vor.

In Amerika und Asien wird das Auto in den kommenden Monaten eingeführt. In den USA, wo die E-Limousine Tesla für Schlagzeilen sorgte, gibt es bereits einen Milliardenmarkt für Elektroautos. Rund 100.000 E-Autos finden jährlich einen Käufer. BMW setzt auch auf diesen Markt.

Ein Erfolg des BMW i3 könnte die Aufholjagd beschleunigen, die sich Deutschlands Autoindustrie beim Elektroauto vorgenommen hat. Noch haben VW und Co. wenig Elektrisches im Angebot. Doch zahlreiche Modelle sind in den Startlöchern. Wie der Elektromobilitätsindex der WirtschaftsWoche und der Unternehmensberatung McKinsey zeigt, kann Deutschland in den kommenden fünf Jahren zum zweitwichtigsten Elektroautoproduzenten nach Japan aufsteigen.

Essen - Karstadt: Poker um Luftnummer

Für viele Karstadt-Mitarbeiter dürften die Stellenanzeigen ihres Arbeitgebers wie blanker Hohn klingen. „Starten Sie durch am Point of Sale oder einer anderen Stelle unseres Unternehmens“, wirbt der Essener Warenhauskonzern um neue Kräfte. „Denn wir bieten Ihnen in jeder Hinsicht beste Aussichten.“

Karstadt steckt in der wohl schwersten Krise seit der Insolvenz vor vier Jahren. 2014 könnte sich das Schicksal des traditionsreichen Handelshauses entscheiden Die Beteuerungen des einst gefeierten Retters Nicolas Berggruen, den Warenhauskoloss weder zerlegen noch das Stammgeschäft verkaufen zu wollen, haben sich als Luftnummern entpuppt.

Spekulationen um Chefposten Ist Karstadt noch zu retten?

Eine Ikea-Managerin gilt als Favoritin für den Chefposten der Kaufhauskette Karstadt. Viele Handlungsoptionen bleiben ihr nicht, um das Ruder beim angeschlagenen Warenhausriesen herumzureißen.

Quelle: dpa

So hat sich die Immobiliengruppe Signa des österreichischen Unternehmers René Benko neben zahlreichen Karstadt-Häusern im September die Mehrheit an der Premium- und Sportsparte des Konzerns einverleibt. Wenig später wurde bekannt, dass Benko und der israelische Diamantenmilliardär Beny Steinmetz zudem über eine Option verfügen, auch die Mehrheit des klassischen Warenhausgeschäfts zu übernehmen – für den symbolischen Preis von einem Euro. Nun drohen dem Unternehmen erhebliche Mieterhöhungen – als eine Art Gegenleistung für Investitionen der Österreicher.

Alle Beteiligten hüllen sich in Schweigen, aussagekräftige Daten zur Finanzlage bleiben unter Verschluss. Sollten auch die Warenkreditversicherer an der Zukunftsfähigkeit des Konzerns zweifeln, käme Karstadt in existenzielle Not. Angesichts der Gemengelage scheinen einige Vermieter bereits den Rückzug anzutreten. Zudem rückt eine alte Idee wieder auf die Agenda: ein Zusammenschluss von Karstadt mit der Metro-Tochter Kaufhof.

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