Eon-Hauptversammlung: Gegenanträge? Fehlanzeige

Eon-Hauptversammlung: Gegenanträge? Fehlanzeige

, aktualisiert 08. Juni 2016, 07:34 Uhr
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75 Prozent der Anteilseigner müssen der Aufspaltung zustimmen.

von Jürgen Flauger und Franz HubikQuelle:Handelsblatt Online

Die Eon-Aktionäre stimmen heute über die größte Zäsur in der Unternehmensgeschichte ab, die Spaltung des Konzerns. Im Vorfeld wurden zum Erstaunen der Hausjuristen keine Bedenken angemeldet. Ärger droht aber trotzdem.

DüsseldorfFür Konzernchef Johannes Teyssen ist die Hauptversammlung in der Essener Grugahalle ein „epochales Ereignis“. Nach seinen Worten müssen die Aktionäre am heutigen Mittwoch über nicht weniger als die dritte große Zäsur in der Geschichte des Energiekonzerns abstimmen. Nach der Privatisierung des Vorgängerunternehmens Veag in den 60er Jahren und der Fusion mit Viag im Jahr 2000 steht ab zehn Uhr die Aufspaltung in zwei Teile auf dem Programm: Die Eon SE wird sich um die Energiewende kümmern, das neue Unternehmen Uniper um die Kohle- und Gaskraftwerke.

Die Aktionäre von Deutschlands größtem Energiekonzern sehen der Veranstaltung aber offenbar gelassener entgegen. Im Vorfeld wurde kein einziger Gegenantrag eingereicht, wie ein Sprecher des Unternehmens auf Anfrage des Handelsblatts bestätigte. Dabei stehen neben dem formellen Beschluss über die Aufspaltung auch eine umfangreiche Neuwahl von Aufsichtsräten sowie ein neues Vergütungssystem auf der Tagesordnung.

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In den vergangenen zwei Jahren waren jeweils eine Handvoll Gegenanträge eingereicht worden. Darunter waren im vergangenen Jahr auch schon welche, die sich gegen die Aufspaltung gerichtet hatten, obwohl der Beschluss noch gar nicht anstand. Und zum Vergleich: Bei der Deutschen Bank gab es vor wenigen Wochen immerhin zwanzig Gegenanträge.

„Wer mit der Strategie nicht einverstanden ist, hatte eigentlich auch genug Zeit um auszusteigen“, meint ein Manager des Unternehmens nüchtern.

Teyssen hatte die Aufspaltung schon Ende 2014 angekündigt. Eineinhalb Jahre arbeiteten Management und Mitarbeiter an dem Projekt. Seit Anfang des Jahres ist Uniper auch schon operativ am Start. Jetzt sollen die Aktionäre aber über die endgültige Trennung entscheiden. Eon will zunächst gut 53 Prozent der Aktien abgeben. Jeder Eon-Aktionär soll dann zusätzlich für jeweils zehn Anteilscheine eine zusätzliche Aktie von Uniper bekommen.

Formal liegt die Hürde hoch. 75 Prozent der Anteilseigner müssen zustimmen. Und auf der Hauptversammlung können spontan immer noch Gegenanträge gestellt werden.


Aufspaltungen locken Berufskläger

Teyssen ist aber zuversichtlich, dass er das Votum erreicht. „Nach menschlichem Ermessen rechne ich mit einer sehr breiten Zustimmung“, sagte er im Interview mit dem Handelsblatt. Bei Roadshows habe er keinen Investor erlebt, der das Projekt ablehne. Und auch die so genannten Proxy Advisor – das sind Berater die Empfehlungen für große Fonds zum Abstimmungsverhalten erarbeiten – hätten sich für eine Zustimmung zu allen Punkten der Tagesordnung ausgesprochen.

Trotzdem geht Teyssen angespannter als sonst in die Hauptversammlung. Und er wird sich auch noch vorsichtiger als sonst verhalten, um Berufsklägern keine Vorlage zu liefern. Aufspaltungen locken gerne Aktionäre an, die durch Klagen wegen angeblich fehlerhafter Formalien Geld heraus schlagen wollen. Wird nur eine korrekt ausgearbeitete Klage eingereicht, dürfte sich die für Sommer geplante Eintragung ins Handelsregister verzögern. In Konzernkreisen wird schon einkalkuliert, dass die Aufspaltung vielleicht erst Ende des Jahres vollzogen wird.

Für Ärger werden definitiv auch wieder Umweltaktivisten sorgen. Schon vor der Grugahalle wollen Atomkraftgegner demonstrieren. Sie pochen darauf, dass Eon der Verpflichtung bei der Entsorgung auch nach der Spaltung des Atommülls nachkommt. Und in der Halle werden Umweltschützer aus dem In- und Ausland das Wort ergreifen. Wenn es für Teyssen gut läuft, werden sich die Aktivisten auf das Rednerpult beschränken. Vielleicht ergeht es ihm aber auch wie Konkurrent Peter Terium vor ein paar Wochen. Der RWE-Chef wurde während seiner Rede mehrfach durch lautstarke Zwischenrufe unterbrochen – und sogar auf die Bühne stürmten die Umweltschützer.

Quelle:  Handelsblatt Online
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