Bild: dpaPlatz 10: Algerien
12,2 Milliarden Barrel Erdöl schlummerten Ende 2010 laut der OPEC („Organization of the Petroleum Exporting Countries“) in Algerien. Das sind ein Prozent mehr als im Vorjahr. Das Land lebt vor allem von der Förderung und dem Export von Erdöl und Erdgas. Der Erlös aus dem Energieexport steht laut Auswärtigem Amt für rund 97,5 Prozent der Deviseneinnahmen und rund 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Deutschland war im Jahr 2008 nach Frankreich, Italien, China und den USA mit einem Volumen von 2,33 , Mrd. US-Dollar fünftwichtigster Lieferant für Algerien.
Bild: REUTERSPlatz 9: Katar
Katar gilt als "Boomland", das nach einem realen Wachstum um 14 Prozent im Jahre 2010 für 2011 sogar bis zu 20 Prozent erwartet. Dort lagerten 2010 nach OPEC-Angaben 25,38 Milliarden Barrel Erdöl, 2,1 Prozent mehr als 2009. Laut Auswärtigem Amt macht Katar 62 Prozent seines BIP im Öl- und Gassektor. An erster Stelle der Lieferländer lag nach katarischen Angaben für 2009 die USA mit einem Anteil von 12,3 Prozent, gefolgt von Deutschland mit 9,1 Prozent.
Bild: ASSOCIATED PRESSPlatz 8: Nigeria
37,2 Milliarden Barrel an Erdöl-Reserven gibt es in Nigeria. Damit wuchs der Vorrat laut OPEC von 2009 bis 2010 um 3,1 Prozent. Das bevölkerungsreichste Land Afrikas ist weitgehend vom Öl-Export abhängig. 90 Prozent der Exporterlöse gehen auf die hohen Reserven zurück, das macht 80 Prozent der staatlichen Einnahmen und rund ein Drittel des BIP aus. Deutschland stand 2009 nach Angaben des Auswärtigen Amts an achter Stelle der Handelspartner Nigerias.
Bild: REUTERSPlatz 7: Libyen
47,1 Milliarden Barrel betragen die Erdöl-Reserven im Bürgerkriegsland Libyen. Somit waren dies im Jahr 2010 etwa 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Vor den Kämpfen entfielen 95 Prozent der Ausfuhren auf Mineralöl und Derivate. Haupthandelspartner waren laut Auswärtigem Amt Italien und Deutschland, die rund 50 Prozent der Exporte aufnahmen.
Nach dem Tod des ehemaligen Diktators Muammar al-Gaddafi am 9. September 2011 führt der sogenannte Nationale Übergangsrat das Land. Es hat Abdulrahim al-Kib am 1. November zum neuen Regierungschef gewählt, der eine Übergangsregierung bilden soll.
Bild: APPlatz 6: Vereinigte Arabische Emirate
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind nach Saudi-Aradien die zweitgrößte Wirtschafstmacht der arabischen Welt. Dort schlummerten nach OPEC-Angaben gegen Ende 2010 rund 97,8 Milliarden Barrell Erdöl. Das waren 8,2 Prozent mehr als im Vorjahr.
Deutschland war 2010 viertgrößter Handelspartner der VAE (nach Indien, China, USA), die Exporte nach Deutschland waren zu der Zeit auf 519 Millionen Euro gestiegen, ein Plus von zehn Prozent. Die VAE erwarten für 2011 je nach Entwicklung des Ölpreises ein Wirtschaftswachstum von drei bis vier Prozent, für 2012 sind es über vier Prozent.
Bild: REUTERSPlatz 5: Kuwait
In Kuwait sind die Erdöl-Reserven im Jahr 2010 um 8,5 Prozent gestiegen – gegen Jahresende betrugen sie 101,5 Milliarden Barrel. Der Ölsektor macht seit Jahren mit einem Anteil von inzwischen über 90 Prozent den bedeutendsten Posten der Staatseinnahmen aus. Das BIP, das 2009 aufgrund der Weltwirtschaftskrise real um etwa 4,6 Prozent geschrumpft war, hat sich 2010 mit einem realen Wachstum von etwa zwei bis drei Prozent erholt. Die Exporte nach Deutschland sanken jedoch in diesem Jahr um knapp ein Drittel auf 59,8 Millionen Euro. Hauptabnehmer kuwaitischer Ausfuhren sind Japan, Südkorea, Indien, USA und China.
Bild: REUTERSPlatz 4: Irak
143,1 Milliarden Barrel Öl hat der von Krieg und Terrorismus geplagte Irak in Reserve. Damit stieg die Menge laut OPEC von 2009 bis 2010 um zwölf Prozent. Nach Angaben des Auswärtigen Amts machen Ölexporte 90 Prozent der Staatseinnahmen und über 60% des BIP aus. Dieses stieg 2010 real um 21,5 Prozent auf 84,1 Milliarden US-Dollar. Allein im Juni 2011 verzeichnete der Irak 8 Milliarden US-Dollar durch Ölexporte. In den kommenden Jahren sollen die staatlichen Öl-Einnahmen steigen, da das Land in den vergangenen Monaten mehrere Förderlizenzen an ausländische Konzerne vergeben hat und der Ölpreis pro Barrel weiter angestiegen ist.
Bild: APPlatz 3: Iran
Der Gottesstatt Iran besitzt die weltweit drittgrößten Ölreserven. Laut OPEC stiegen sie im Jahr 2010 um 12,7 Prozent auf 151,17 Milliarden Barrel an. 69 Prozent der iranischen Exporte entfielen im persischen Jahr 1389 (März 2010 bis März 2011) auf Öl. Die Gesamtexporterlöse stiegen dabei gegenüber dem Vorjahr um etwa 11 Prozent. Der Handel mit Deutschland hat jedoch seit 2006 abgenommen. Grund sind die internationale Kritik für das iranische Atomprogramm und die Sanktionen durch die Europäische Union und die Vereinten Nationen. Ein Großteil des deutsch-iranischen Handels zwischen 2008 bis 2010 fand überwiegend aufgrund älterer Verträge statt. Bedeutende Handelspartner des Irans außerhalb der EU sind China, die Vereinigten Arabischen Emirate, Süd-Korea und Indien.
Bild: REUTERSPlatz 2: Saudi-Arabien
Bisher hatte Saudi-Arabien die weltweit größten Ölreserven stets bei sich verbuchen können. Dieses Jahr wurde es jedoch von einem südamerikanischen Land vom Thron gestoßen. Und as obwohl die Saudis laut OPEC ihre Ölvorkommen von 2009 bis 2010 um 22,2 Prozent gesteigert haben. Damit können sie eine beachtliche Menge von 264,52 Milliarden Barrel Öl vorweisen. Die größte Volkswirtschaft des arabischen Raums hat 2008 laut Auswärtigem Amt insgesamt einen Wert von 313,4 Milliarden US-Dollar exportiert, davon stammten 309 Milliarden US-Dollar aus Export von Öl und Ölprodukten. Nach Deutschland verkaufte Saudi-Arabien lediglich einen Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar.
Bild: REUTERSPlatz 1: Venezuela
Das ölreichste Land der Welt, Venezuela, ist für die nächsten Jahrzehnte gerüstet. 296,5 Milliarden Barell Öl ruhten in dem Land gegen Ende 2010. Laut OPEC ist das ein Plus von einem Viertel. Die Vorräte befinden sich hauptsächlich im Delta des Orinoco-Flusses im Osten des Landes.
Über 95 Prozent der Exporterlöse Venezuelas kommen laut Auswärtigem Amt aus dem Ölbereich. Die Erdöleinnahmen machen rund ein Drittel des BIP aus und tragen deutlich mehr als 50 Prozent zu den Staatseinnahmen bei. Um die enormen neu erschlossenen Ölreserven zu fördern, müsste der verstaatlichte Ölkonzern Petroleros de Venezuela S.A. (PdVSA), stark in die veraltete Infrastruktur investieren und Know-how aus dem Ausland einkaufen. 24 Milliarden Dollar, rund ein Viertel des Umsatzes der PdVSA, wären dafür nötig.
Die Finanzkrise hat das südamerikanische Land jedoch stark getroffen. 2009 sank die Wirtschaftsleistung um 3,3 Prozent, 2010 um 1,4 Prozent. Gleichzeitig leidet Venezuela unter einer hohen Inflation, die 2010 um 27,2 Prozent betrug. 2011 schätzt das Auswärtige Amt, dass die venezolanische Wirtschaft wieder um etwa zwei Prozent wachsen könnte.
Platz 10: Algerien
12,2 Milliarden Barrel Erdöl schlummerten Ende 2010 laut der OPEC („Organization of the Petroleum Exporting Countries“) in Algerien. Das sind ein Prozent mehr als im Vorjahr. Das Land lebt vor allem von der Förderung und dem Export von Erdöl und Erdgas. Der Erlös aus dem Energieexport steht laut Auswärtigem Amt für rund 97,5 Prozent der Deviseneinnahmen und rund 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Deutschland war im Jahr 2008 nach Frankreich, Italien, China und den USA mit einem Volumen von 2,33 , Mrd. US-Dollar fünftwichtigster Lieferant für Algerien.
Seriöse Warnungen, den Industrieländern drohe eine neue Versorgungskrise beim Erdöl, kamen viele Jahre vor allem aus Paris. Dort sitzt die Internationale Energieagentur (IEA), sozusagen die Gegenorganisation der Industriestaaten zum Produzentenkartell Opec. Umso überraschender sind die Zahlen, die IEA-Experten nun auf einmal präsentieren. Danach deutet sich eine bessere Versorgung der Weltrohölmärkte in den nächsten fünf Jahren und ein signifikanter Anstieg der Fördermengen an. 2017 soll die globale Nachfrage bei etwa 95 Millionen Barrel liegen – die Förderkapazität hingegen bei 105 Millionen Barrel.
Gründe dafür gibt es reichlich. Der pikanteste: die Explosion der Ölbohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko. Im April 2010 starben bei dem Unglück elf Menschen, verbreiteten sich riesige Ölmengen im Meer, erlitt der Energiekonzern BP einen schweren Imageschaden. Die Folge: Tiefseebohrungen im Golf von Mexiko wurden unter dem Druck der Politik stark zurückgefahren.
In ihrer Not verstärkten die großen Ölkonzerne dafür ihre Aktivitäten an anderer Stelle. „Bohrtürme und Bohrinseln wurden vom Golf von Mexiko in andere Weltgegenden verlagert, die die Tiefsee für eine Pionierregion der Energiegewinnung halten“, schreibt der renommierte Ölexperte und Buchautor Daniel Yergin. Tief unter dem Meer vor den Küsten von Katar, Angola und vor allem Brasilien forschen Ölfirmen seitdem unter Hochdruck nach neuen Vorkommen – und haben überraschend viel Erfolg. Im sogenannten Santos-Becken etwa haben Geologen des brasilianischen Konzerns Petrobras ein Vorkommen mit mindestens fünf Milliarden Barrel erschließbaren Erdöls entdeckt, der größte Fund auf der Welt seit Entdeckung des Kashagan-Feldes in Kasachstan im Jahr 2000. Brasilien könnte in 15 Jahren fast sechs Millionen Barrel am Tag fördern, fast doppelt so viel wie das Nachbarland Venezuela heute. Die Welt hätte für ihren Öldurst eine neue sichere Quelle, politisch stabiler als die Lieferanten im Nahen Osten.

Doch auch der Nahe Osten trägt zum neuen Optimismus unter Erdölförderern bei. Wieder war eine Katastrophe der Auslöser, aber eine ganz anderer Natur: 2011 brachte der Bürgerkrieg in Libyen die Ölförderung des Landes monatelang zum Erliegen; die auch für Deutschlands Versorgung wichtige libysche Ölproduktion brach im Gesamtjahr um 71 Prozent ein. Es kam aber zu keinen Versorgungsengpässen, weil andere Länder die Lücke mühelos schlossen. Allein die Saudis erhöhten ihre tägliche Rohölproduktion um 1,2 Millionen Barrel, das entsprach ziemlich genau dem libyschen Produktionsausfall.
Bessere Technik
Dies hat die These der Skeptiker nachhaltig erschüttert, die seit Jahrzehnten die in offiziellen Statistiken ausgewiesenen Ölvorkommen und Produktionskapazitäten in Saudi-Arabien und seinen Nachbarländern für eine Fata Morgana hielten. In Wirklichkeit haben die Saudis ihren Anspruch bestätigt, als sogenannter Swing Producer bei Bedarf große Schwankungen im Angebot der übrigen Ölproduzenten auszugleichen.
Große Fortschritte in der Fördertechnologie erlauben den Saudis jetzt anhaltende Produktionssteigerungen: Ölvorkommen, aus denen sich im 20. Jahrhundert allenfalls 30 oder 40 Prozent der Gesamtmenge gewinnen ließen, lassen sich nun zu 60 oder 70 Prozent ausbeuten – ähnlich wie in Nordamerika, wo neue Techniken, die Erschließung kanadischer Ölsände und amerikanischen Ölschiefers ein gewaltiges Wachstum der Produktion erwarten lassen. Leonardo Maugeri, Dozent an der Universität Harvard und zuvor Top-Manager des italienischen Energiekonzerns ENI, rechnet für 2020 mit einer weltweiten Förderkapazität von über 110 Millionen Barrel pro Tag – 2011 lag die weltweite Produktion bei 83,6 Millionen Barrel.
Allerdings muss auch die Konjunktur mitspielen. Eine weltweite Rezession mit entsprechendem Nachfragerückgang, der den Ölpreis spürbar drückt, könnte Investitionen in neue Technologien schnell wieder unwirtschaftlich machen.


























