Erneuerbare Energien: Siemens gibt verlustreiches Solargeschäft auf

ThemaSiemens

Erneuerbare Energien: Siemens gibt verlustreiches Solargeschäft auf

Bild vergrößern

Der Mischkonzern Siemens hat 2009 sein Solargeschäft für 418 Millionen Dollar ausgebaut - nun kehrt das Unternehmen dieser Form der erneuerbaren Energien den Rücken.

Siemens will sein schwächelndes Solargeschäft verkaufen. Die Erwartungen hätten sich nicht erfüllt. Außerdem muss das Unternehmen um einen Großauftrag für Windräder bangen.

Siemens beendet seinen verlustreichen Ausflug in die Solarenergie-Technik. Im Zuge des anstehenden Sparprogramms solle das Geschäft verkauft werden, teilte der Konzern am Montag mit. Gespräche mit Interessenten gebe es bereits, sagte ein Firmensprecher. Dabei geht es vor allem um das kleine Photovoltaikgeschäft der Münchner und den vor einigen Jahren übernommenen Solarthermie-Spezialisten Solel. Die 45 Prozent an der italienischen Archimede seien bereits wieder an den Haupteigentümer Angelatoni Industries zurückverkauft worden.

Fokus auf Wind und Wasser

Anzeige

Bei den erneuerbaren Energien werde sich Siemens auf Wind- und Wasserkraft konzentrieren, hieß es. Die Erwartungen an die Solarenergie hätten sich nicht erfüllt. Von den Verkaufsplänen sind weltweit 680 Mitarbeiter betroffen. Elektrotechnische Komponenten wie Generatoren und Netztechnik werde es aber weiterhin von Siemens geben.

Ökostrom Siemens-Chef Löscher: Einspeisevergütung zurückfahren

Siemens-Chef Löscher fordert, dass sich die erneuerbaren Energien dem Wettbewerb stellen müssen.

Siemens-Chef Löscher Quelle: dapd

Der Konzern hatte vor allem auf Anlagen zur Stromerzeugung aus Sonnenhitze gesetzt und dafür eigens die israelische Solel für 418 Millionen Dollar gekauft. Die Strategie zahlte sich jedoch nicht aus. Solel machte mehr Verlust als Umsatz. Siemens musste rund die Hälfte des Kaufpreises abschreiben. Insgesamt machte Siemens in seiner Sparte Solar & Hydro, die nun aufgelöst wird, weniger als 300 Millionen Euro Umsatz. Davon entfällt der Löwenanteil auf Solartechnik, da das Unternehmen Wasserkraftanlagen zusammen mit Voith baut. Die Schwaben besitzen die Mehrheit an der Gemeinschaftsfirma Voith Hydro und konsolidieren sie bei sich.

Die Erwartungen blieben unerfüllt

"Der globale Markt für Solarthermie ist von vier Gigawatt auf zuletzt etwas über ein Gigawatt zurückgegangen. Hier werden künftig Spezialanbieter ihre Stärken ausspielen können", sagte Siemens-Vorstand Michael Süß. Wegen veränderter Rahmenbedingungen, geringeren Wachstums und starken Preisdrucks in den Solarmärkten hätten sich Siemens' Erwartungen im Bereich Solarenergie nicht erfüllt. Vor allem die Erzeugung von Strom durch Sonnenhitze hat verglichen mit der billigeren Photovoltaik, wo Energie alleine aus dem Licht gewonnen wird, einen schweren Stand. Die Anforderungen für die Standorte sind hoch, Kraftwerksprojekte langwierig und eher selten. Im vergangenen Jahr war der europäische Solarkraftwerkspionier Solar Millennium pleite gegangen. Und auf das dutzende Milliarden schwere Wüstenstromprojekt Desertec will der Partner Siemens offenbar nicht mehr warten.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%