Etikettenstreit: "Made in Germany" in Gefahr

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Etikettenstreit: "Made in Germany" in Gefahr

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Mit den geplanten neuen Regelungen für mehr Produktsicherheit und Transparenz in Europa können viele Produkte ihr "Made in Germany"-Siegel verlieren.

Die EU will die Produktsicherheit verbessern und tüftelt an Herkunftsbezeichnungen. Das Gütesiegel "Made in Germany" müsste dann weg: So dürften sich nur noch Produkte nennen, die überwiegend in Deutschland gefertigt wurden.

Streit um kleine Etiketten: Will der Verbraucher wirklich wissen, aus welchem Land die angebotenen Pullis, Schuhe oder Möbel kommen? Vertreter der deutschen Industrie meinen „eher nein“ und laufen Sturm gegen die Pläne, mit denen sich der Binnenmarkt-Ausschuss des EU-Parlaments befasst hat. Endgültig entscheiden könnten sich das Europaparlament und die EU-Staaten voraussichtlich jedoch erst bis zum Sommer 2014. „Wir glauben, dass das dem Kunden nicht wirklich weiterhilft“, ist sich der stellvertretende Bereichsleiter International beim Deutschen Industrie-und Handelskammertag (DIHK), Felix Neugart, sicher. Eine solche Kennzeichnung sage weder etwas über die tatsächlichen Produktionsbedingen aus noch ermögliche sie eine Rückverfolgung der Produkte zum Hersteller. Die deutsche Schuh-und Lederwarenindustrie bläst ins gleiche Horn. Viel entscheidender als das Herkunftsland sei aus Verbrauchersicht doch die Produktqualität, erklärt der Bundesverbandsvorsitzende Ralph Rieker.

Mehr Bürokratie

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Eher einsam in der deutschen Industrie scheinen die deutschen Möbelhersteller dazustehen: Im Kampf gegen Billigimporte haben sich die deutschen Produzenten für die Einführung einer Herkunftsbezeichnung ausgesprochen. Neben dem Preis solle künftig auch bei Möbeln der Hinweis „Made in Germany“ oder auch „Made in China“ stehen, forderte jüngst Möbel-Verbandspräsident Elmar Duffner. Hintergrund sind aggressive Preiskämpfe in der deutschen Möbelbranche mit importierter Billigware. Da sollen es sich Verbraucher nach Ansicht der deutschen Hersteller künftig bevorzugt auf Sofas „Made in Germany“ bequem machen.

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Doch selbst bei der deutschen Textilindustrie, die seit Jahrzehnten freiwillig Etiketten mit Herkunftskennzeichnungen näht, stößt der EU-Vorstoß zum Kennzeichnungs-Zwang auf Ablehnung. Allerdings seien die Einnäher mit dem „Made in ...“ zumindest bei Textilien längst zur Gewohnheit geworden. „Der Handel verlangt es“, sagte der Sprecher des Bundesverbands des Deutschen Textileinzelhandels (BTE), Axel Augustin. Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber hat viel Verständnis für diese Bedenken: „Dieser Vorschlag schafft nur Bürokratie, löst aber keine Probleme“, sagt er.

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