Evonik-Vorstand Yu Dahai: Zwei Milliarden Euro Invest für Asien

InterviewEvonik-Vorstand Yu Dahai: Zwei Milliarden Euro Invest für Asien

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Evonik-Asienvorstand Yu legt den Schwerpunkt des Engagements auf China. Indien kommt erst später, da es noch nicht so entwickelt ist

von Matthias Kamp

Der Vorstand des Chemiekonzerns Evonik Yu Dahai über das Marktpotenzial Asiens und die Strategie seines Unternehmens.

WirtschaftsWoche: Herr Yu, Ihr Unternehmen hat im vergangenen Jahr eine Asienstrategie verabschiedet. Kommen Sie damit nicht ein bisschen spät? Die meisten großen Konzerne sind doch schon seit 20, 30 Jahren vor Ort.

Yu: Auch wir haben in den vergangenen Jahren in Asien schon viel gemacht und sind dort in vielen Ländern präsent. So haben wir beispielsweise in Singapur, China,
Korea, Japan und Indien investiert. Rund 14 Prozent unserer Mitarbeiter sind in Asien beschäftigt.

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Und warum dann noch eine Asienstrategie?

Weil die Region für uns in den nächsten Jahren noch wichtiger wird. Deshalb haben wir in der Konzernspitze eine umfassende Strategie entwickelt. Es ging dabei um die Frage, wie wir das große Potenzial der Region noch besser für uns erschließen können.

Welche Bedeutung hat die Region für Evonik?

Im vergangenen Jahr haben wir in Asien 2,9 Milliarden Euro umgesetzt. Das waren immerhin 20 Prozent unseres weltweiten Umsatzes. Fast die Hälfte davon entfiel allein auf China. Welches Potenzial wir da noch erschließen können, lässt sich allein daraus schon erkennen, dass Asien 40 Prozent des weltweiten Marktes für Spezialchemie ausmacht. Diesem Markt werden jährliche Wachstumsraten bis 2015 von etwa dreieinhalb Prozent, in Asien von gut fünf und in China von mehr als acht Prozent zugetraut.

Und wie wollen Sie das erreichen?

Wir wollen unseren Umsatz in Asien bis zum Jahr 2015 auf vier Milliarden Euro deutlich erhöhen, aber das soll ausgewogen geschehen. Die Region ist sehr heterogen. Es gibt dort hoch entwickelte Länder wie Japan, Taiwan und Südkorea, aber auch Länder wie China mit mittlerem technologischem Entwicklungsstand. Und dann gibt es in Südasien die Nachzügler wie Indien und Indonesien, die zunehmend interessant für Investitionen werden.

Wo und wie viel wollen Sie denn investieren?

In den nächsten vier Jahren wollen wir in Asien weitere 2000 Mitarbeiter einstellen und zwei Milliarden Euro investieren. 900 Millionen Euro davon sind bereits fest verplant. Damit wollen wir nicht nur unseren Umsatz erhöhen und Marktanteile gewinnen. Das Programm dient auch dazu, den Anteil lokaler Produktion von derzeit weniger als 30 Prozent auf 60 Prozent zu verdoppeln. Das ist wichtig, denn wir wollen näher am Kunden sein und nicht mehr so viel nach Asien importieren.

In welchen Bereichen setzen Sie die Schwerpunkte bei den Investitionen?

In mehreren Bereichen. Wir haben drei Megatrends ausgemacht, auf die wir reagieren: wachsenden Wohlstand, Bevölkerungswachstum und Globalisierung. Erstens geben die Menschen in Asien mehr Geld für Gesundheitsvorsorge, Körperpflege und gesunde Ernährung aus. Zweitens wächst mit der zunehmenden Weltbevölkerung der Bedarf an ressourcenschonenden und sparsameren Verfahren, insbesondere beim Energieverbrauch. Drittens führt die Globalisierung dazu, dass sich Produkte verändern und klassische Werkstoffe durch neue Materialien ersetzt werden.

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