Ex-E.On-Manager gegen Müller: Gerangel um Chefposten der RAG-Stiftung

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Die RAG-Stiftung sucht einen neuen Chef

von Andreas Wildhagen, Henning Krumrey und Reinhold Böhmer

Der Kampf um den Chefposten geht in die heiße Phase: Mit einem Gegenkandidaten will Kuratoriumschef Hartmann den SPD-nahen Werner Müller stoppen.

Eigentlich ist der Posten recht unattraktiv: Der Vorstandschef der RAG-Stiftung in Essen soll genug Geld anhäufen, um nach Schließung der letzten Steinkohlenzeche 2019 die "Ewigkeitskosten" stemmen zu können. Das sind die Kosten, die entstehen, wenn Grubenwasser noch über Jahrzehnte hinweg abgepumpt werden muss.

Der bisherige Stiftungschef Wilhelm Bonse-Geuking geht Ende Juni in Pension, doch bei der Suche nach einem Nachfolger haben sich die Kuratoren der Stiftung heillos zerstritten. Sozialdemokraten und Gewerkschaftsvertreter wollen Werner Müller, 65, einst parteiloser Wirtschaftsminister unter Kanzler Gerhard Schröder (SPD). Auf acht Stimmen kommt Müller im Kuratorium, eine zu wenig für die nötige Zweidrittelmehrheit. Denn Bundesregierung, CDU-Vertreter und Wirtschaftsleute blockieren mit fünf Stimmen den Vorschlag.

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Jetzt bekommt Müller einen Rivalen: Lutz Feldmann, 55, früherer Strategiechef des Energieriesen E.On. Dessen einstiger Aufsichtsratschef Ulrich Hartmann ist heute Kuratoriumsvorsitzender in der RAG-Stiftung. An diesem Montag will Hartmann dem Findungsausschuss seinen Favoriten vorschlagen. Zu den Unterstützern Feldmanns zählen auch der WAZ-Miteigner Stephan Holthoff-Pförtner und der Aktionärsvertreter Roland Oetker. SPD- und Gewerkschaftsvertreter hatten Hartmann unter Druck gesetzt, weil er Müller ablehnt, aber nie einen eigenen Kandidaten präsentiert hat.

Hartmann leitet auch den sechsköpfigen Findungsausschuss, zu dem die mächtigen ?geborenen? Kuratoriumsmitglieder zählen (Grafik). Zwei Mitglieder darin sind große Müller-Befürworter, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) und IG-BCE-Boss Michael Vassiliadis.

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Geht es nach den Genossen im Düsseldorfer Landtag, soll Müller mit der Stiftung Industriepolitik betreiben. Der frühere Chef des RAG-Mischkonzerns gilt zusammen mit dem Ex-Landesfinanzminister Helmut Linssen (CDU) als Vater des Abwicklungskonzepts für die Steinkohleförderung. Die SPD schickt seit Monaten genau dieses Duo ins Rennen. Linssen dient als Köder für die CDU, könne auf Finanzdisziplin achten. Die Bundesregierung schlug mit gleicher Waffe zurück, empfahl ihren Finanz-Staatssekretär Werner Gatzer (SPD). Doch Vassiliadis ließ ihn abblitzen, steht fest zu Müller.

Feldmann hat sich inzwischen bei Kraft vorgestellt. Sie aber hält ihn für politisch unbeleckt. Das Kuratorium will am 23. März abstimmen ? falls der Findungsausschuss einen Vorschlag präsentiert.

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