Ex-Siemens-Töchter: Osrams Vorbild heißt Infineon

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Ex-Siemens-Töchter: Osrams Vorbild heißt Infineon

von Sebastian Schaal

LEDs sind die Zukunft am Lichtmarkt, doch Osram bereitet vor allem das zusammenbrechende Geschäft mit den traditionellen Leuchten große Sorgen. Es wäre nicht das erste Siemens-Spin-Off, das in Schieflage gerät.

Die Zukunft auf dem Lichtmarkt gehört den LED-Leuchten. Dumm nur, dass der Münchner Leuchtmittel-Hersteller Osram noch rund zwei Drittel seines Umsatzes mit traditionellen Leuchten macht, unter anderem Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen. Und der Markt für diese Lampen schrumpft schneller, als es sich das hohe Management bei der ehemaligen Siemens-Tochter ausgemalt hat.

Das zeigt sich auch bei den Zahlen für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2013/2014. Noch kann das Traditionsunternehmen, das vor einem Jahr sein Börsendebüt feierte, den Schwund bei traditionellen Leuchtmitteln mit dem Wachstum bei den modernen, stromsparenden Leuchtdioden annähernd ausgleichen. Im dritten Quartal verdreifachte sich zwar der Gewinn auf 81 Millionen Euro.

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Grund hierfür war laut Osram, dass im Vorjahreszeitraum hohe Kosten für den Konzernumbau anfielen. An den Märkten kamen die Zahlen und das negative Geschäftsumfeld nicht gut an: Kurz nach dem Handelsstart des Dax notierten die Osram-Papiere bis zu vier Prozent tiefer.

Weitere 7800 Stellen fallen weg

Wegen des schwindenden Geschäfts mit Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren will Osram-Chef Wolfgang Dehen in der traditionellen Lichtsparte die Kapazitäten stärker als bisher geplant zurückfahren. Wie die WirtschaftsWoche am Dienstagmittag berichtet hatte, will Dehen „mehrere Tausend Stellen“ streichen.

Am Abend bestätigte Osram nach einer Aufsichtsratssitzung den Bericht: 7800 Arbeitsplätze sollen im Zuge des neuen Sparplans wegfallen, 1700 davon in Deutschland. Dehen schreckt dabei nicht vor Entlassungen zurück. „Wir können nicht ausschließen, dass es bei der zweiten Welle auch zu betriebsbedingten Kündigungen kommen wird“, sagte der Manager.

Was das Sparprogramm „Push II“ bringen soll

  • Stellenabbau

    Im angekündigten Sparprogramm „Push II“ sollen weltweit 7.800 Stellen abgebaut werden, rund 1.700 entfallen auf die deutschen Werke. Im laufenden „Push“-Programm sollen bereits 8.700 Mitarbeiter weltweit entlassen werden, 1.450 davon in Deutschland. Nach den beiden Sparprogrammen wird Osram dann nur noch etwa 20.000 Mitarbeiter haben – statt derzeit rund 35.000.

  • Werksschließungen

    Zwischen 2015 und 2017 will Osram-Chef Dehen sieben Werke schließen. Bis Jahresende 2014 sollen bereits elf der über 40 Werke zugesperrt werden.

  • Laufzeit

    Wenn das Sparprogramm „Push“ Ende 2014 ausläuft, soll direkt die erste Phase von „Push II“ anlaufen. Das zweite Sparprogramm ist bis 2017 angesetzt.

  • Einsparpotenzial

    Die angepeilte Summe von „Push“ sind 1,2 Milliarden Euro. Bei „Push II“ will Osram-Chef Dehen rund 260 Millionen Euro einsparen.

Durch die Stellenstreichungen sollen die Kosten bis zum Ende des Geschäftsjahrs 2017 (Ende September) dauerhaft um rund 260 Millionen Euro gedrückt werden. Betroffen von dem Sparprogramm „Push II“ sind neben der Münchner Zentrale im Inland vor allem die Fertigungsstandorte in der bayerischen Landeshauptstadt sowie in Augsburg, Berlin und Eichstätt. In einer ersten Auflage von „Push“ sollen bis Jahresende bereits 8700 Arbeitsplätze wegfallen. Zuvor mussten bis Ende des vergangenen Jahres 6600 Mitarbeiter ihren Hut nehmen. Ein rigider Kurs, der Dehen in der verbliebenen Belegschaft den Ruf eines eiskalten und rücksichtslosen Sanierers eingebracht hat.

Zwar stieg das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) im vergangenen Quartal wieder an. Doch das führt Analyst Tim Wunderlich von Hauck & Aufhäuser, einer der größte unabhängigen Privatbanken, auf Einsparungen aus dem Konzernumbau zurück. Das Geschäft mit den traditionellen Leuchten schrumpft indes immer weiter. „Der Boom der LED-Beleuchtung ist ein Nullsummenspiel“, sagt Wunderlich. „Die LED-Technik verdrängt lediglich das Geschäft mit traditioneller Beleuchtung.“ Als Wunderlich Mitte Juli nach den schlechten Geschäftszahlen des Konkurrenten Philips seine Verkaufsempfehlung für die Osram-Papiere bekräftigte, rutschte die Aktie zeitweise 3,3 Prozent ins Minus.

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