Exxon Mobil: Trump wird zum Glücksfall für Big Oil

Exxon Mobil: Trump wird zum Glücksfall für Big Oil

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Der Gewinn bei Exxon Mobil hat sich 2016 halbiert. Dank der Politik von US-Präsident Trump könnte der Konzern künftig wieder ein besseres Ergebnis erzielen.

von Franz Hubik und Thomas JahnQuelle:Handelsblatt Online

Bröckelnder Umsatz, erodierender Gewinn: Der Ölmulti Exxon Mobil musste im vergangenen Jahr deutliche Einbußen verkraften. Doch nun könnte es aufwärts gehen. Der neue US-Präsident Trump ist ein Segen für den Konzern.

Es geht weiter bergab. Seit neun aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpft der Gewinn bei Exxon Mobil. Der nach Marktwert weltgrößte börsennotierte Ölkonzern hat im vergangenen Jahr nur noch einen Ertrag von rund 7,8 Milliarden Dollar erwirtschaftet. Im Vergleich zu 2015 hat sich der Gewinn des Ölmultis damit halbiert. Einer der Gründe: Der Konzern musste Wertminderungen in der Höhe von rund zwei Milliarden Dollar auf Gasexplorationsprojekte in den Rocky Mountains im Westen Nordamerikas vornehmen.

Parallel zum Gewinnschwund ist der Umsatz von Exxon 2016 um gut 15 Prozent eingebrochen. Die Bilanz des Konzerns, der ganz Amerika mit Öl und Benzin versorgt und in Deutschland mehr als 1000 Tankstellen unter der Marke Esso betreibt, leidet weiterhin darunter, dass ein Barrel Rohöl (159 Liter) mit rund 55 Dollar nur mehr halb so viel wert ist wie noch Mitte 2014. Seit Herbst vergangenen Jahres haben sich die Ölpreise aber zumindest auf einem Niveau von mehr als 50 Dollar stabilisiert. Die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) hatte damals beschlossen, ihre Fördermengen zu kürzen, um die Talfahrt der Preise zu stoppen.  

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Darren W. Woods, der erst Anfang Januar an die Konzernspitze von Exxon gerückt ist, sieht das Unternehmen trotz allem „gut positioniert“, um die eigenen Aktionäre auf lange Sicht mit hohen Dividendenauszahlungen beglücken zu können. Auch wenn es Woods nicht direkt anspricht, dürfte sein Optimismus auch darauf beruhen, dass seit Kurzem Donald Trump im Weißen Haus das Sagen hat. Denn der neue Präsident ist ein Glücksfall für Exxon Mobil.

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Die US-Wirtschaft hat bislang nur vorsichtig Kritik an Donald Trump geäußert. Das könnte sich jetzt ändern: Die Tech-Konzerne treffen sich im Silicon Valley, darunter Google, Airbnb und Netflix.

Google, Airbnb und Netflix: US-Konzerne schießen gegen Trumps Einreiseverbot Quelle: AP

Nicht nur sitzt mit Rex Tillerson bald der ehemalige Vorstandschef des Konzerns als Außenminister im Kabinett. Mit Rick Perry hat Trump zudem einen Energieminister berufen, der einst Gouverneur des Bundesstaates Texas  war – der Hochburg der US-Ölindustrie schlechthin, in der auch Exxon beheimatet ist. Alle Drei – Trump, Tillerson und Perry – sind erklärte Anhänger von fossilen Energieträgern wie Öl, Gas und Kohle. Erneuerbaren Energien wie Solar- und Windkraft steht das Trio hingegen skeptisch gegenüber.

Exxon kann nun darauf hoffen, von einer sehr industriefreundlichen Politik des neuen US-Kabinetts zu profitieren – zumal Trump keinerlei Zeit verliert. Der 45. Präsident der Vereinigten Staaten erließ bereits in seiner ersten Amtswoche eine Rekordanzahl von 17 sogenannten „Executive Orders“ oder „Presidential Memoranda“. In beiden Fällen handelt es sich um Anweisungen des Präsidenten an die Regierungsbehörden, die sich nur hinsichtlich von Formalitäten unterscheiden. Zum Vergleich: Frühere Präsidenten wie Bill Clinton oder George W. Bush unterschrieben in ihrer ersten Amtswoche lediglich eine Handvoll solcher Erlässe.

Wie viele Deutsche Trumps Vorschläge auch bei uns gerne verwirklicht sähen

  • Zur Umfrage

    Die Deutschen mögen Donald Trump nicht. Nur wenige Prozent hätten für den Republikaner gestimmt, ergaben Umfragen vor der US-Wahl. Doch ist ihnen womöglich nur der Mensch zuwider, nicht sein Programm? Und fürchtet die überwiegende Mehrheit, dass Trump ein gefährlicher Präsident wird? Eine aktuelle Ipsos-Umfrage im Auftrag der WirtschaftsWoche liefert dazu erstaunliche Erkenntnisse.

  • Abschiebung von allen illegalen Ausländern

    Auf die Frage, welche Trump-Vorhaben die Deutschen auch hierzulande gerne umgesetzt sähen, antworteten satte 56,3 Prozent, sie wollten die Abschiebung aller illegalen Ausländer.

  • Mehr Durchgriffsrechte für die Polizei

    34 Prozent der Befragten stimmen Trumps Forderung nach mehr Durchgriffsrechten für die Polizei zu.

  • Senkung der Einkommensteuer

    Immerhin 30,6 Prozent wünschen sich weniger Einkommensteuer.

  • Strikte Einreiseregulierung für Muslime

    26,2 Prozent wünschen sich gar eine strikte Einreiseregulierung für Muslime.

  • Ende/Neuverhandlung Freihandelsverträge

    Die Ablehnung der Deutschen gegen Freihandelsabkommen wie TTIP oder TPP zeigt sich auch in dieser Umfrage. 19 Prozent sähen auch hierzulande gerne ein Ende/Neuverhandlung der Freihandelsabkommen.

  • Aufbau engerer Beziehungen zu Russland

    15 Prozent der Befragten sind für den Aufbau engerer Beziehungen zu Putins Russland.

  • Abschaffung der Erbschaftsteuer

    Die Erbschaftsteuer sähen 13 Prozent der Befragten auch in Deutschland gerne abgeschafft.

  • Einführung von (Schutz-)Zöllen für Importe

    Immerhin 4 Prozent wünschen sich eine Einführung von (Schutz-)Zöllen für Importe.

  • Austritt aus dem Pariser Klimavertrag

    Mehrfach drohte der designierte US-Präsident mit dem Austritt aus dem Pariser Klimaabkommen. Nur 2 Prozent der Befragten sind für einen Austritt beziehungsweise Rückzug aus dem Klimavertag.

  • Keine davon

    17 Prozent der Befragten ist nicht nur die Person Donald Trump zuwider. Auch das Programm des Republikaners stößt auf Ablehnung.

  • Wird Donald Trump die Welt politisch destabilisieren?

    Gemessen an der Ablehnung seiner Person, sehen die Bundesbürger Trumps Rolle in der Welt noch vergleichsweise milde. 57,2 Prozent der Deutschen gehen davon aus, Trump werde vom Weißen Haus aus die Welt politisch destabilisieren.

  • Negative Auswirkungen für Deutschland

    55,9 Prozent erwarten negative Auswirkungen für Deutschland.

  • Mögliche Folgen für die USA

    Zu den möglichen Folgen für die USA ist die Skepsis viel größer: Nur 12,2 Prozent sagen, Trump werde die internationale Position seines Landes nachhaltig verbessern.

Nicht wenige von Trumps Dekreten drehen sich um Wirtschaftsfragen. So sollen Infrastrukturprojekte schneller abgesegnet werden und Umweltfragen eine geringere Rolle spielen als bisher. Das Gleiche gilt für die verarbeitende Industrie. Fabriken sollen schneller grünes Licht erhalten. Zudem hob Trump das Nein seines Vorgängers Barack Obama zum Bau von umstrittenen Ölpipelines wie Dakota Access oder Keystone auf. Insgesamt legt Trump seinen Fokus voll auf billige Energie als Jobmotor und hat angekündigt, weitere Regulierungen im Energiebereich zu lockern oder temporär völlig aufzuheben.


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