Finanzierung des Kernkraft-Abschieds: Eon will Vorschlag zum Atomausstieg akzeptieren

Finanzierung des Kernkraft-Abschieds: Eon will Vorschlag zum Atomausstieg akzeptieren

, aktualisiert 10. Mai 2016, 18:37 Uhr
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Der Atomausstieg wird teuer für die Energiekonzerne – und Eon will die Kosten schnellstmöglich klären.

von Jürgen FlaugerQuelle:Handelsblatt Online

Mit einem Fonds will die Bundesregierung die Finanzierung des Atomausstiegs sicher stellen – und brachte die Konzerne gegen sich auf. Jetzt beendet der Eon seinen Widerstand – und bringt Konkurrent RWE in die Bredouille.

DüsseldorfAls vor zwei Wochen die von der Bundesregierung eingesetzte Atomkommission ihren Abschlussbericht vorlegte, bekam sie Lob von vielen Seiten. In der Kommission selbst wurde das Konzept, das die Finanzierung des Atomausstiegs regeln soll, auch von den 19 Mitglieder einstimmig verabschiedet – darunter waren Vertreter aus der Politik, der Wirtschaft, von Umweltverbänden und sogar der Kirche.

Nur von einer Fraktion kam eine deutliche Ablehnung. Die ist allerdings entscheidend, weil sie die Kosten tragen soll. Die vier AKW-Betreiber Eon, RWE, EnBW und Vattenfall lehnten das Konzept in einer gemeinsamen Stellungnahme ab. Sie fürchteten um ihre „wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“.

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Nach Informationen des Handelsblatts bröckelt jetzt aber die Font. Deutschlands größter Energiekonzern Eon ist bereit, den Vorschlag grundsätzlich zu akzeptieren – wenn auch zähneknirschend, wie es in Konzernkreisen hieß.

Die Kommission zur Überprüfung der Finanzierung des Kernenergieausstiegs (KFK) will einen Teil des Geldes, das die Konzerne für die Abwicklung der Atomkraft zurückgestellt haben, in einem öffentlich-rechtlichen Fonds sichern. Während die Konzerne für den Rückbau der Reaktoren weiter selbst zuständig bleiben sollen, soll der Fonds die Verantwortung für die Zwischen- und Endlagerung der Brennelemente übernehmen. Die Atomkonzerne sollen dafür 23,3 Milliarden Euro in den Fonds einbringen. Das sind sechs Milliarden Euro mehr als die gut 17 Milliarden Euro, die die Unternehmen dafür zurückgestellt haben. Der Risikozuschlag soll etwaige Kostensteigerungen abfangen.

Eon-Chef Johannes Teyssen deutete auf Anfrage auch schon eine große Kompromissbereitschaft an. „Eon ist – besonders im Sinne eines gesamtgesellschaftlichen Konsenses zum Ausstieg aus der Kernenergie – an einer baldigen und endgültigen Klärung des Themas in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung auf Basis des Vorschlags der KFK interessiert“, sagte Teyssen dem Handelsblatt. Es gebe dabei zwar „zahlreiche Fragen, die für die notwendigen Vereinbarungen und für das Gesetzgebungsverfahren noch geklärt werden müssen“. Auch müssten die endgültigen Regelungen dem Aufsichtsrat vorgelegt werden. Eon sei aber „bereit, diesen Prozess konstruktiv und offen zu begleiten“. Tatsächlich wird sich der Konzern dem Kompromiss nicht verweigern. „Der Konzern wird die Kröte notfalls schlucken“, hieß es ergänzend in den Konzernkreisen.

Eon bringt damit Rivale RWE in die Bredouille. Beim Konkurrenten ist der Widerstand gegen den Vorschlag besonders groß. Der Konzern fürchtet um eine weitere Absenkung seines Ratings.

Auch Teyssen erklärte, dass der Vorschlag für Eon nur schwer zu verkraften sei. „Die enormen zusätzlichen Belastungen, die der Vorschlag der KFK unter anderem für Eon bedeutet, greifen tief in die finanzielle Grundstruktur unseres Unternehmens ein“, sagte er. „Eon wird deswegen Zukunftsinvestitionen verschieben, zusätzliche Kosteneinsparungen vornehmen und damit die Neuausrichtung verzögern müssen.“


Quelle:  Handelsblatt Online
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