Firmenvergleich: Negativszenario in Europa

Firmenvergleich: US-Konzerne sind wieder Gewinnmaschinen

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Negativszenario in Europa

So hat sich die Lage der Krisenländer Italien, Spanien und Portugal weiter verschlechtert. Die Länder rutschten noch tiefer in die Rezession. In Griechenland schrumpft die Wirtschaft bereits seit fünf Jahren. Gleichzeitig erlebte Frankreich die stärkste Eintrübung seines Geschäftsklimas seit drei Jahren. In Deutschland sank vor allem die Stimmung in der Industrie. Weil Einkaufsmanager frühzeitig Waren und Vorprodukte ordern, wenn sich die Aussichten bessern, und sie stornieren, wenn sich Schwächen abzeichnen, gilt diese Berufsgruppe als zuverlässiger Frühindikator für die künftige Wirtschaftsentwicklung.

"Wir werden uns weiter Sorgen um Europa machen müssen, egal was passiert", sagte Chefvolkswirt Peter Cardillo von der amerikanischen Finanzberatung Rockwell Global Capital. Cardillo artikuliert damit die Sorge über eine sich selbst verstärkende Rezession - ähnlich wie nach der Verschärfung der Finanzkrise in der zweiten Jahreshälfte 2008. Ein solch negatives Szenario könnte eintreten, wenn sich die Stimmung angesichts des drohenden Staatsbankrotts Griechenlands und den davon ausgehenden Schockwellen auf andere Länder der Euro-Zone weiter verschlechtert.

Wie schnell aus einer abwartenden Haltung der Kunden, die einen wirtschaftlichen Abschwung befürchten, tatsächlich eine Rezession entstehen kann, zeigte sich vor vier Jahren. Der damalige Vorstandschef des weltgrößten Chemieherstellers BASF, Jürgen Hambrecht, meinte noch im September 2008, von einer Rezession könne keine Rede sein. Er ging davon aus, den Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen gegenüber dem Boomjahr 2007 nochmals steigern zu können. Zu diesem Zeitpunkt liefen die Geschäfte noch gut. Nur drei Monate später reagierte BASF auf die plötzliche Krise mit Kurzarbeit und legte große Anlagen vorübergehend still. Der Betriebsgewinn sank 2008 um zehn Prozent.

Hambrecht hatte keinesfalls gelogen, um gute Stimmung zu verbreiten, beziehungsweise die Anleger in trügerischer Sicherheit zu wiegen. Der damalige BASF-Chef ahnte einfach nicht, dass sich die Weltkonjunktur so schnell drehen kann, wenn die Kunden mit einem Mal auf allen Erdteilen eine kollektive Schockstarre erleiden.

Das Risiko, dass ein solches Negativszenario in Europa Wirklichkeit wird, wächst. Nach einer Umfrage der Beratungsgesellschaft Deloitte unter 112 Finanzchefs großer Unternehmen glauben nur drei Prozent, dass die Euro-Krise mit den bisherigen Maßnahmen überwunden werden kann. 70 Prozent befürchten einen krisenbedingten Nachfragerückgang. Angesichts hoher Unsicherheiten setzen die befragten Finanzchefs auf Defensive.

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