Fluggesellschaft: Air-France will Servicekönig sein

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InterviewFluggesellschaft: Air-France will Servicekönig sein

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Air France-KLM-Chef Alexandre de Juniac will die starke Tradition Frankreichs in Service, Genuss und Luxus nutzen, um zu den drei Besten der Welt zu gehören.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Alexandre de Juniac, Chef von Air France-KML, sieht seine Fluggesellschaft wieder im Aufschwung. Im Interview verspricht er ein Ende der Verluste und Europas besten Flugservice.

WirtschaftsWoche: Monsieur de Juniac, seit zwei Jahren sanieren Sie jetzt Air France-KLM. Trotzdem mussten Sie für 2013 gerade erneut einen Nachsteuerverlust in Milliardenhöhe melden. Stockt Ihr Umbau?

Alexandre de Juniac: Absolut nicht. Air France-KLM ist mitten in der Erholung. Wir senken unsere Schulden schneller als angekündigt, der Umsatz steigt ebenso wie der Gewinn vor Steuern und Zinsen. Der Verlust unterm Strich stammt aus Einmaleffekten bei Steuerrückstellungen, den Sanierungskosten und der Abschreibung des Werts der Beteiligung an Alitalia auf null. All die Anpassungen haben aber nicht zu Geldabflüssen geführt, und sie werden sich nicht wiederholen. Wir sind operativ deutlich vorangekommen. Aber wir haben noch einen langen Weg vor uns. Wir sehen Licht am Ende des Tunnels, werden jedoch nicht lockerlassen.

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Eigentlich hatten Sie bereits für 2013 ein Ende der Verluste angedeutet. Schaffen Sie 2014 endlich wieder einen Gewinn nach Steuern?

Für eine solche Ankündigung ist es angesichts der vielen Unwägbarkeiten in unserer Branche noch ein wenig früh. Wir behalten nach wie vor unser Ziel im Auge, also einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen von ca. 2,5 Milliarden Euro für 2014 und einen Schuldenabbau um rund 4,5 Milliarden Euro für 2015.

Air-France-KLM-Chef De Juniac "Wir waren viel zu vornehm"

Alexander De Juniac, sieht Europas zweitgrößte Fluglinie bei der Sanierung im Plan, hält seinen Billigableger HOP! für einen Erfolg und will die enge Zusammenarbeit mit Etihad aus Abu Dhabi ausbauen.

Der neue Air France-Chef, Alexandre De Juniac, im Interview mit WirtschaftsWoche. Quelle: REUTERS

Ihr Finanzchef Pierre François Riolacci war da jüngst aber noch deutlich optimistischer.

Ich sage auch nicht, das wird nichts (lacht). Schließlich wollen wir den Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen in diesem Jahr um gut 600 Millionen Euro steigern. Da wir keine höheren Finanzierungskosten und Steuern erwarten, ist ein Gewinn also (überlegt kurz) denkbar (lacht).

Das größte Sorgenkind traditioneller Fluglinien in Europa ist der Kurzstreckenverkehr. Werden Sie auch da Geld verdienen?

Bei den Zubringerflügen in unsere Drehkreuze Amsterdam und vor allem Paris-Charles de Gaulle wohl nicht. Da haben wir hohe Flughafenkosten und eine geringere Produktivität, weil die Flugzeuge und ihre Besatzung auf Anschlusspassagiere warten müssen, statt schnell wieder zu fliegen und Geld zu verdienen. Im Verkehr außerhalb unserer Drehkreuze Paris und Amsterdam hingegen ist Gewinn unverzichtbar. Sonst würde es für uns keinen Sinn machen, diese Flüge weiter anzubieten.

Sperren Sie Ihr Frachtgeschäft zu, wenn es nicht aus den roten Zahlen kommt?

Zumindest nicht komplett. Aber wenn sich die Lage nicht bessert, werden wir es weiter umbauen. Erst mal warten wir ab, wie unsere aktuellen Maßnahmen greifen. Auf der Langstrecke kürzen wir die Zahl der reinen Frachtflugzeuge bis 2015 von 14 auf 10, denn die sorgen bei rund einem Viertel unserer Frachtkapazität für über die Hälfte der Verluste. In den Laderäumen unserer Passagiermaschinen an unseren Drehkreuzen Paris und Amsterdam werden wir auf jeden Fall weiter Fracht fliegen. Denn der Platz ist da, und ihn nicht zu nutzen wäre Geldverschwendung, zumal sich einige Passagierstrecken am Ende nur wegen der Fracht rechnen.

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