Flugzeugindustrie: Der Kreml wird für neue Kunden sorgen

KommentarFlugzeugindustrie: Der Kreml wird für neue Kunden sorgen

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Ein Flugzeug vom Typ Suchoi Superjet 100 bei der Flugvorführung in Indonesien.

von Florian Willershausen und Rüdiger Kiani-Kreß

Die Tragödie des Flugzeugabsturzes weckt Zweifel. Das nutzt nur vor allem der Konkurrenz. Doch ein Abgesang auf die ehrgeizige russische Flugzeugbranche oder gar alle Modelle aus fliegerischen Schwellenländern wie China und Japan ist fehl am Platz.

Das Schicksal meint es nicht gut mit Russlands Flugzeugbauern. Nicht nur die alten Jaks und Tupolews fallen vom Himmel. Auch das neue Vorzeigeprodukt, der Superjet 100, stürzte auf einem Vorführflug in Indonesien ab. Jenseits der menschlichen Tragödie ist das auf den ersten Blick ein harter Schlag für Russlands Flugbranche, denn mit dem sparsamen Modell aus dem Hause Suchoi wollte sich Russland auf dem Weltmarkt zurückmelden.

Auf kurze Sicht weckt die Tragödie sicher Zweifel am Superjet und nutzt den Marktführern bei den Jets mit rund 100 Sitzen, darunter der brasilianische Embraer und der zuletzt recht unglückliche Bombardier aus Kanada. Doch ein Abgesang auf die ehrgeizige russische Flugzeugbranche oder gar alle Modelle aus fliegerischen Schwellenländern wie China und Japan ist fehl am Platz.

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Denn auch wenn der Superjet in Komsomolsk am Amur in Russlands fernem Osten montiert wird, stammen 90 Prozent der Bauteile aus dem Westen. Und an der Zuverlässigkeit etwa der Steuerungssysteme des deutschen Herstellers Liebherr zweifelt in der Branche niemand. Kurz nach dem Absturz kamen schon Gerüchte auf, nicht russische Technik, sondern Fehler der Piloten oder Fluglotsen hätten den Absturz verursacht. Solch ein Gerücht zerstreute schon bei früheren Abstürzen wie dem bisher ungeklärten Crash des Air-France-Airbus vor drei Jahren im Atlantik die Zweifel an der Sicherheit des Flugzeugs selbst.

Zudem wächst wegen der hohen Spritpreise die Nachfrage nach günstigen und sparsamen Fliegern so stark, dass sie Embraer und Bombardier oder Neulinge wie Chinas Comac allein nicht befriedigen können. Zu guter Letzt hat der Superjet einen treuen Freund in Russlands Präsident Wladimir Putin, der dafür sorgt, dass der Jet weiter fliegt und Kunden findet.

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