Flugzeugunglück: Absturz begräbt Suchois Hoffnungen

Flugzeugunglück: Absturz begräbt Suchois Hoffnungen

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Ein Suchoi Superjet 100 ist bei einer Flugvorführung in Indonesien vom Radar verschwunden.

Der Absturz des russischen Superjets 100 ist nicht nur eine menschliche Tragödie, für den Militärflugzeugherstellers Suchoi war die Maschine ein Prestigeprojekt und Hoffnungsträger.

Die Maschine stürzte am Mittwoch zwischen den Hängen des 2200 Meter hohen Vulkans Salak südlich der indonesischen Hauptstadt Jakarta ab. Nach den Angaben der Rettungskräfte gibt es keine Überlebenden. 50 Passagieren waren an Bord. Bei einem Vorführflug der Maschine vom Typ Suchoi Superjet 100 (SSJ 100) sei der Funkkontakt in der Nähe eines Berges in der Provinz West Java abgebrochen, teilte die indonesische Rettungsbehörde am Mittwochabend mit. Zuvor sei das Flugzeug über Westjava im Sinkflug bis auf 2000 Meter heruntergekommen. Das indonesische Militär erklärte, das Flugzeug sei regelrecht vom Himmel gefallen.

Nach Angaben des Verkehrsministeriums befanden sich russische Botschaftsmitarbeiter, indonesische Geschäftsleute und Journalisten an Bord des Superjet. Einen ersten Flug absolvierte die Maschine einem Ministeriumssprecher zufolge zuvor erfolgreich. Kurz nach dem zweiten Start habe die Maschine aber den Funkkontakt verloren.

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Hoffnungsträger der Luftfahrt

Der Superjet 100 gilt als Hoffnungsträger der russischen Luftfahrt: Die für Kurz- und Mittelstrecken konzipierte Maschine ist das erste komplett neue russische Passagierflugzeug seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und das erste größere Passagierflugzeug des russischen Herstellers Suchoi, der bislang vor allem durch Militärflugzeuge bekannt ist. Moskau hat mit der Maschine ehrgeizige Pläne: So soll der in Kooperation mit Boeing sowie europäischen Unternehmen wie der italienischen Finmeccancia entwickelte Superjet auf dem Weltmarkt den Branchenriesen Bombardier (Kanada) und Embraer (Brasilien) Konkurrenz machen.

Je nach Modell bietet das Flugzeug Platz für 68 bis 103 Passagiere. Seinen Jungfernflug absolvierte der Superjet 100 im Jahr 2008. Seitdem befindet sich die SSJ 100 auf einer Werbetour; derzeit durch Asien. Am Mittwoch war sie in Jakarta gelandet und zuvor in Birma, Pakistan und Kasachstan potentiellen Käufern präsentiert worden. Laos und Vietnam standen als nächstes auf dem Programm.

Feste Lieferverträge für die SSJ 100 bestehen derzeit mit Fluggesellschaften aus Russland, Armenien und Italien. Vorläufige Abkommen wurden unter anderem mit Gesellschaften aus den USA und Spanien geschlossen. Ein Absturz ist daher auch ein schwerer Rückschlag für Russlands Flugzeugindustrie. Suchoi hat derzeit 170 Bestellungen für das Flugzeug und will vor allem ausländische Märkte bedienen. Geplant ist eine Produktion von bis zu 1000 Maschinen.

Erst vor kurzem hatte die Zivilsparte des Kampfjet-Herstellers Suchoi die offizielle Zulassung für die Europäische Union erhalten. Allerdings hatten technische Probleme seit dem Jungfernflug im Mai 2008 den Hoffnungen immer wieder einen Dämpfer verpasst. Mehrmals meldeten russische Nachrichtenagenturen in den vergangenen Monaten Probleme mit dem Fahrwerk. Im Dezember 2011 musste eine Maschine aus diesem Grund ohne Passagiere aus der weißrussischen Hauptstadt Minsk nach Moskau zurückkehren und auch in der südrussischen Stadt Astrachan gab es im vergangenen März einen ähnlichen Zwischenfall.

Die SSJ 100 war um 14.00 Uhr (Ortszeit, 09.00 Uhr MESZ) vom Flughafen in Jakarta abgehoben und sollte nach 50 Minuten wieder zurückkehren. Die Fluglotsen verloren nach Angaben der Rettungskräfte den Kontakt, nachdem der Pilot um eine Erlaubnis für eine Verringerung der Flughöhe von 3000 Metern auf 1800 Meter gebeten hatte. Offenbar ist die Maschine kurz Zeit später in der Luft oder nach einem Aufprall auseinander gebrochen.

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