
WirtschaftsWoche: Weltweit trüben sich die Konjunkturaussichten ein. Wie wirkt sich das auf Ihr Geschäft aus?
Wetekam: Gar nicht. Mich überraschen die Nachrichten unserer Wettbewerber. Während andere sparen, wollen wir in Deutschland investieren, denn unser Geschäft dort wächst, in manchen Bereichen wie der Schnittbilddiagnostik sogar zweistellig. Darum werden wir in diesem Jahr in Deutschland mehr als 100 neue Mitarbeiter einstellen. Das sind primär Ingenieure, Physiker und Informatiker.
Zusätzlich zu den 200 Forschungsingenieuren, deren Einstellung General Electric (GE) gerade angekündigt hat?
Ja, zusätzlich.
Bild: dpaPlatz 10: SAP
Europas größter Softwarehersteller verdiente vergangenes Jahr so viel Geld wie nie zuvor. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) lag mit 1.551 Millionen Euro 6,7 Prozent über dem Ergebnis vom ersten Halbjahr 2011. Die Marge liegt derzeit bei 21,4 Prozent. Das Unternehmen aus dem baden-württembergischen Walldorf ist weltweit der viertgrößte Softwarehersteller. SAPs zentrales Produkt: ein integriertes betriebswirtschaftliches Standardsoftwarepaket.
Bild: dpaPlatz 9: Bayer
Bayer HealthCare, Bayer CropScience und Bayer MaterialScience bilden zusammen den Industrie-Dax-Konzern, der unter den Größten in Deutschland gelistet ist. Mit einem Ebit von 2.387 Millionen Euro landet der Bayer-Konzern, der aus mehr als 350 Gesellschaften besteht, auf Platz neun, obwohl man im Vergleich zum Vorjahr 1,4 Prozent eingebüßt hat. Die Marge liegt bei 11,8 Prozent.
Die größten Tätigkeitsgebiete des Konzerns liegen im Bereich der chemischen und pharmazeutischen Industrie.
Bild: dapdPlatz 8: Deutsche Telekom
Deutschlands größter Telekommunikationskonzern, geleitet von Rene Obermann (siehe Bild), konnte zuletzt seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2012 bestätigen: "Wir halten unser Wort", sagte Obermann. Im Ranking der größten Industrie-Dax-Konzerne gibt es den achten Platz. 2.827 Millionen Euro Ebit schlagen sich nieder. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 zeichnet sich ein prozentualer Rückgang von 12,4 Prozent ab. Die Marge liegt hier bei 9,8 Prozent.
Die Deutsche Telekom ging 1995 aus der Privatisierung der staatlichen Deutschen Bundespost hervor. Ein Jahr später, im November 1996, erfolgte der Börsengang. Heute ist die Telekom der größter Telekommunikationskonzern in Europa.
Bild: REUTERSTop 7: Siemens
Peter Löscher steht als Siemens-Chef einem Konzern vor, der sich mit einer Marge von 7,9 Prozent und einem Ebit von 3.062 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahresrückgang ein prozentualer Rückgang von 20,1, aber im Gesamtvergleich Platz sieben. Das 1847 gegründete Unternehmen hat vier Hauptgeschäftsfelder: Energie, Medizintechnik, Industrie und Städtebau.
Erst Anfang August hat der Technologiekonzern einen milliardenschweren Aktienrückkauf beschlossen. Bis Ende des Jahres sollen Anteilsscheine im Volumen von bis zu drei Milliarden Euro erworben werden. Rund 33 Millionen eigene Aktien sollen eingezogen werden.
Bild: REUTERSTop 6: RWE
"Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerk AG" hieß das Unternehmen, das bereits 1889 gegründet wurde. Heute ist RWE (Name 1990 geändert) einer der größten Energieversorgungskonzerne Europas.
Im Vergleich der größten Industrie-DAX-Konzerne schafft es der Versorger mit 3.279 Millionen Euro Ebit unter die Top zehn. Ein Plus im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 von 17,4 Prozent. Marge: 12,7 Prozent.
Trotzdem steigt das Unternehmen auf die Bremse: Gerade erst kündigte RWE-Chef Peter Terium (siehe Bild) an, dass der Konzern mehr Stellen als ursprünglich geplant streichen wolle. Zu den im Herbst 2011 angekündigten 8.000 Arbeitsplätzen sollen nun 2.400 zusätzliche Jobs abgebaut werden.
Bild: dpaPlatz 5: E.On
Einen Platz davor landet der schärfste deutsche Konkurrent: Der Energieversorger E.On konnte zuletzt hohe Gewinne trotz Atomausstieg verzeichnen. Ein Grund dafür sind die besseren Gaslieferverträge des Konzerns. Mit 4.131 Millionen Euro schaffte E.On eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr von unglaublichen 108,8 Prozent. Die Marge beläuft sich auf 6,3 Prozent.
E.On, dessen Name sich vom griechischen Wort "Ewigkeit" herleitet, ist der größte nichtstaatliche Energiekonzern der Welt.
Bild: REUTERSTop 4: Daimler
Einer von drei deutschen Autokonzernen unter den Top Ten der größten Industrie-DAX-Konzerne ist Daimler. Die Fakten: 4.373 Millionen Euro Ebit, 7,8 Prozent Marge. Damit schafft es Daimler auf Platz vier.
Erst im Juli hatte Daimler-Chef Dieter Zetsche (siehe Bild) bekannt gegeben, dass der Autobauer weitere 600 Millionen Euroin sein Werk in Rastatt zu investieren plant, um der Nachfrage nach den Premiummodellen von Mercedes-Benz nachkommen zu können.
Bild: dapdPlatz 3: BMW
Automobilhersteller BMW schafft es mit 4.402 Millionen Gewinn vor Steuern und Zinsen unter die Top drei. Der Münchner Konzern verzeichnet im Vergleich zum Halbjahrswert 2011 einen Rückgang von 4,2 Prozent. Die Marge liegt derweil bei 11,7 Prozent.
Der Autobauer, zu dessen Angebot Modelle wie MINI oder Rolls Roysce zählen, machte im Juni mit einer radikalen Wende in Sachen Leiharbeit von sich reden: BMW kündigte an, die Zahl der Zeitarbeiter zu halbieren und brachte die Flexibilisierung der Produktion zugleich auf Rekordniveau.
Bild: dpaPlatz 2: BASF
Zu Jahresbeginn 2012 gab es gute Nachrichten bei BASF: Der weltgrößte Chemiekonzern hat 2011 so viel Gewinn gemacht wie nie zuvor. Das erklärt auch den zweiten Platz im Vergleich der größten Industrie-DAX-Konzerne. Mit 5.349 Millionen Euro Ebit, einer Steigerung im Vergleich zum Halbjahresergebnis 2011 von 12,2 Prozent und einer Marge von 13,3 Prozent muss sich BASF nur einem deutschen Unternehmen geschlagen geben.
BASF-Chef Kurt Bock mischt den Chemiekonzern allerdings derzeit stark auf und zieht Geschäfte aus Deutschland ab.
Bild: dapdPlatz 1: Volkswagen
Der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Martin Winterkorn (siehe Bild), hat guten Grund zu grinsen: Sein Konzern ist der größte deutsche Industrie-DAX-Konzern mit einem Ebit von 6.492 Millionen Euro, was einem Plus von 6,7 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011 entspricht.
Der größte Coup des Autobauers: Zum 1. August übernahm Volkswagen den Premiumautohersteller Porsche. „Volkswagen und Porsche werden durch die Zusammenführung ihres operativen Geschäfts in Zukunft noch stärker - finanziell und strategisch“, erklärte Winterkorn.
Platz 10: SAP
Europas größter Softwarehersteller verdiente vergangenes Jahr so viel Geld wie nie zuvor. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) lag mit 1.551 Millionen Euro 6,7 Prozent über dem Ergebnis vom ersten Halbjahr 2011. Die Marge liegt derzeit bei 21,4 Prozent. Das Unternehmen aus dem baden-württembergischen Walldorf ist weltweit der viertgrößte Softwarehersteller. SAPs zentrales Produkt: ein integriertes betriebswirtschaftliches Standardsoftwarepaket.
Sie sind seit Juli im Amt. Was wollen Sie anders machen als Ihr Vorgänger?
Bisher haben wir uns in Deutschland vor allem auf den Vertrieb und den Service unserer Produkte konzentriert. In Zukunft werden wir in Deutschland die Forschung und Entwicklung ausbauen. Bei der Entwicklung in den Bereichen Kernspintomografie und Computertomografie wollen wir enger mit Universitätskliniken zusammenarbeiten. Solche Kooperationen haben wir in der Vergangenheit nicht erfolgreich genug geführt. Sie sind aber sehr wichtig, weil man dort die Anforderungen an neue Produkte kennenlernt.
In welchen Bereichen wollen Sie in Deutschland wachsen?
Bei der Ultraschalldiagnostik sind wir klar Marktführer. Bei Kernspin- und Computertomografie dagegen liegen wir in Deutschland weit unter unseren globalen Marktanteilen. Besonders im High-End-Segment wollen wir dort unsere Anteile verdoppeln, zum Teil auch verdreifachen.
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