Forschung: Gentech-Unternehmen KWS bleibt in Deutschland

exklusivForschung: Gentech-Unternehmen KWS bleibt in Deutschland

von Susanne Kutter und Jürgen Salz

Trotz des Rückzugs des Chemiekonzerns BASF aus der grünen Gentechnik in Deutschland will die KWS Saat AG aus dem niedersächsischen Einbeck dem Standort treu bleiben und das Geschäft sogar ausbauen.

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KWS Saat will in Deutschland bleiben

„Deutschland ist für KWS ein nach wie vor guter Forschungsstandort. Wir bleiben mit unserer Biotechnologie-Forschung, unter anderem an gentechnisch veränderten Pflanzen, in Deutschland“, sagte KWS-Vorstandschef Philip von dem Bussche der WirtschaftsWoche. KWS ist mit 855 Millionen Euro Jahresumsatz nach Monsanto, DuPont (beide USA) und der Schweizer Syngenta der viertgrößte Saatguthersteller der Welt

„Wir bauen auch keine Arbeitsplätze ab. Im Gegenteil: Wir haben in den vergangenen beiden Jahren fast 70 neue Stellen in der Forschung und Züchtung geschaffen“, so von dem Bussche. „Und wir erweitern gerade unser Biotechnikum um eine weitere Etage. Denn wir wollen, dass unsere Molekularbiologen eng mit unseren Pflanzenzüchtern zusammenarbeiten, damit wir weltweit immer besseres Saatgut für die Landwirte anbieten können. Dafür ist unsere Zentrale in Einbeck bestens geeignet.“

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Die erschwerten Forschungsbedingungen in der EU nimmt der Vorstandschef hin: „Als Unternehmensvorstand nehme ich Dinge zur Kenntnis, bewerte sie und entwickle Strategien, damit umzugehen. Die europäischen Landwirte wollen derzeit mehrheitlich kein gentechnisch verändertes Saatgut. Das haben wir zu akzeptieren. Deshalb bieten wir ihnen nur konventionell gezüchtetes Saatgut und auch solches für den Ökolandbau an.“ Dagegen versorge KWS Kunden in den USA, Asien und Südamerika mit überwiegend gentechnisch veränderten Sorten. „Dort sind unsere Wachstumsmärkte“, sagte von dem Bussche.

Die Angst der Verbraucher in Europa vor gentechnisch veränderten Lebensmitteln hält der KWS-Chef für unbegründet. „Die EU hat gerade in einer Meta-Analyse 500 Studien zur grünen Gentechnik ausgewertet und festgestellt, dass gentechnisch veränderte Pflanzen nicht risikoreicher sind als konventionell gezüchtete. Dennoch erschwert die EU laufend die Vermarktung von gentechnisch veränderten Produkten. Das widerspricht sich“, sagte von dem Bussche. „Ich habe zur Kenntnis zu nehmen, dass Menschen sich vor neuen Technologien fürchten. Auf dem Stand unseres heutigen Wissens kann ich es aber nicht nachvollziehen.“

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