Fracking: BASF schließt Schiefergas-Förderung in Deutschland nicht aus

09. Februar 2013, aktualisiert 09. Februar 2013, 16:02 Uhr
Der Chemiekonzern BASF setzt auf die umstrittene Förderung von Schiefergas. Quelle: obsBild vergrößern
Der Chemiekonzern BASF setzt auf die umstrittene Förderung von Schiefergas. Quelle: obs
Quelle: Handelsblatt Online

Weil die umstrittene Schiefergas-Gewinnung in den USA bereits im großen Stil betrieben wird, fürchtet Deutschlands Industrie ins Hintertreffen zu geraten. Bei BASF schließt man das „Fracking“ hierzulade nicht aus.

FrankfurtDer Chemiekonzern BASF setzt auf die umstrittene Förderung von Schiefergas. Für den Konzern seien dabei Europa und Südamerika interessant, sagte BASF-Vorstand Harald Schwager der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Auch eine Förderung in Deutschland schließe BASF nicht aus. „Wir würden gerne in die Forschung einsteigen, um überhaupt herauszufinden, ob es möglich ist, hier wirtschaftlich, sozial akzeptiert und umweltverträglich Schiefergas zu fördern.“

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Bei der Schiefergas-Förderung, dem sogenannten Fracking, werden Wasser und Chemikalien mit hohem Druck in Gestein gepumpt, um an die dort lagernden Gas- und Ölvorkommen zu kommen. Die Risiken für die Umwelt schätzen Kritiker als beträchtlich ein.

In den USA wird Schiefergas bereits in großem Stil gefördert, die Gaspreise sind dort auf ein Drittel des deutschen Niveaus gefallen. Die deutsche Industrie fürchtet, ins Hintertreffen zu geraten. „In Amerika werden zwischenzeitlich 'eingemottete' Chemieanlagen wieder hochgefahren, weil sie sich wegen des niedrigen Gaspreises heute rechnen“, sagte Schwager. Der Druck auf die Preise in Europa durch exportiertes amerikanisches Gas werde sich in Grenzen halten, da die Exportkapazitäten der USA gering seien. Es gebe keinen Weltgasmarkt. „Daher profitieren vor allem die Länder, in denen Schiefergas gefördert wird“, sagte der BASF-Manager.

Die Koalition will noch vor der Bundestagswahl mit neuen Regeln die Förderung von Schiefergas in Deutschland möglich machen. Von einer Arbeitsgruppe „Fracking“ von Union und FDP aufgestellte Eckpunkte sehen für das umstrittene Förderverfahren eine Umweltverträglichkeitsprüfung sowie einen umfassenden Schutz von Grund- und Trinkwasser vor.

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Kommentare | 6Alle Kommentare
  • 10.02.2013, 08:55 Uhrshadowdancer

    Fracking ist ein Verbrechen an der Umwelt ! Wenn die Amis das wollen, können sie es tun, aber in 20 Jahren haben sie dann kein Trinkwasser mehr

  • 10.02.2013, 10:32 UhrMV_

    Geanu! So wie diese bösen, bösen Personalcomputer, gegen welche in Deutschland noch 1989 demonstriert wurde, perverse Jobkiller sind! Wenn die dummen Amis damit Geld verdienen wollten, sollten sie es tun, aber irgend wann hat dann fast keiner mehr einen Arbeitsplatz! So wurde im technik- wie fortschrittsfeindlichen Dummerland damals schon Argumentiert. Egal ob es Gentechnik, Kernkraft oder Fracking ist, die deutsche Öko-Dumpfbacke ist dagegen.

  • 10.02.2013, 11:56 Uhrshadowdancer

    Wer Chemie im Boden haben möchte, sollte in seinem eigenen Garten das
    Zeug auf das Beet schmeißen und anschließend die Ernte selber essen.

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