Frank Asbeck im Wortlaut: „Dies ist ein bitterer Schritt für Solarworld“

Frank Asbeck im Wortlaut: „Dies ist ein bitterer Schritt für Solarworld“

, aktualisiert 10. Mai 2017, 20:09 Uhr
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Der Chef von Solarworld bedauert die Pleite.

Quelle:Handelsblatt Online

Solarworld ist überschuldet und muss einen Insolvenzantrag stellen. Trotz massiver Senkung der Produktionskosten wurde der Schuldenberg nicht kleiner. Das Statement des Solarworld-Chefs Frank Asbeck im Wortlaut.

„Es gebührt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Solarworld ein großer Dank für den außerordentlichen Kampf, den wir in den letzten Jahren und Monaten für unser Unternehmen und für fairen Wettbewerb in der Solarbranche geführt haben. Wir haben an unseren Standorten eine Fertigung aufgebaut, die Standards bei Qualität, Automatisierung und Produktivität setzt. Wir haben als erste in industriellem Maßstab PERC-Hochleistungszellen und Bisun-Module, die auf Vorder- und Rückseite Strom erzeugen, eingeführt. Dabei ist es gelungen, in den letzten fünf Jahren unsere Produktionskosten massiv zu senken, und das bei steigender Belastbarkeit, Wirkungsgrad und Lebensdauer unserer Produkte.

Solarworld hat in den USA und in Europa den Kampf gegen illegales Preisdumping angeführt. Dieses Dumping hat jetzt jedoch nochmals zugenommen. Antidumpingmaßnahmen der EU und USA werden von chinesischen Unternehmen entweder durch Produktionsverlagerung in asiatische Nachbarländer oder durch Umgehung unterlaufen.

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Die Preise für Solarzellen und Module sind seit Mitte letzten Jahres massiv abgestürzt. Statt einer erwarteten Marktberuhigung haben sich die Aussichten nun auch für die nächsten Monate eingetrübt. Angesichts dieser Entwicklung reichen auch die Anfang des Jahres ergriffenen strategischen Maßnahmen nicht aus, um die noch im März bestätigte positive Fortführungsprognose aufrecht zu erhalten. Der Vorstand wird vor diesem Hintergrund unverzüglich einen Insolvenzantrag beim zuständigen Amtsgericht (Insolvenzgericht) stellen.

Dies ist ein bitterer Schritt für Solarworld, den Vorstand und die Belegschaft und auch für die Solarindustrie in Deutschland. Die nächsten Wochen und Monate werden nun über die Zukunft von Europas größter und modernster Fertigung in der Schlüsselindustrie Photovoltaik entscheiden. Wir werden uns nach allen Kräften dafür einsetzen, so viele Arbeitsplätze und Produktionen wie möglich zu erhalten.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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