Friedensforschungsinstitut Sipri: Rüstungsausgaben weltweit leicht gesunken

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Friedensforschungsinstitut Sipri: Rüstungsausgaben weltweit leicht gesunken

, aktualisiert 13. April 2015, 10:26 Uhr

Die weltweiten Rüstungsausgaben sind 2014 nach Expertenangaben das dritte Jahr in Folge gesunken. Insgesamt wurden 1,8 Billionen Dollar ausgegeben.

Die Militärausgaben in weiten Teilen der Welt haben sich angesichts der Krisenherde in Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika erhöht. In USA und in Westeuropa seien Rüstungsetats jedoch gestutzt worden, hieß es in einem am Montag veröffentlichten Bericht des Internationalen Friedensforschungsinstituts SIPRI in Stockholm. Dadurch blieben die globalen Gesamtrüstungsausgaben 2014 im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert bei 1,7 Billionen Euro.

Die USA reduzierten ihre Militärausgaben als Teil von Maßnahmen zur Kürzung des Haushaltsdefizits den Angaben zufolge um 6,5 Prozent. Die drei Nationen mit dem größten Rüstungsausgaben nach den USA - China, Russland und Saudi-Arabien - haben ihre Waffenkäufe jedoch massiv ausgeweitet. Ganz oben stand die Führung in Riad, die ihre Militärinvestitionen um 17 Prozent erhöhte. Chinas Ausgaben stiegen um 9,7 Prozent auf geschätzte 204 Milliarden Euro.

Die heißen Eisen unter den Rüstungsprojekten der Bundeswehr

  • Allgemein

    Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich zum Ziel gesetzt, im Rüstungssektor der Bundeswehr aufzuräumen. Jahrelange Verzögerungen und Kostensteigerungen im mehrstelligen Millionenbereich soll es künftig nicht mehr geben. An diesem Donnerstag lässt sich die Ministerin bei einer Sitzung des Rüstungsboards über den aktuellen Stand bei einigen Großprojekten informieren. Hier fünf der heißesten Eisen unter den 1200 Rüstungsprojekten der Bundeswehr.

  • Meads oder Patriot

    Die in absehbarer Zeit wichtigste, teuerste und heikelste Entscheidung will von der Leyen bis Mitte des Jahres treffen. Die Bundeswehr soll ein neues Raketenabwehrsystem erhalten. Zur Auswahl stehen „Meads“ – eine internationale Entwicklung unter Beteiligung der deutschen Raketenschmiede MBDA – und eine neue „Patriot“-Version des US-Herstellers Raytheon. In die Entwicklung von Meads floss bereits eine Milliarde Euro deutscher Steuergelder. Die Anschaffung würde mehrere weitere Milliarden kosten.

  • Euro Hawk

    Die Aufklärungsdrohne hätte von der Leyens Vorgänger Thomas de Maizière (CDU) fast das Amt gekostet. Wegen massiver Probleme bei der Zulassung des unbemannten Fliegers für den deutschen Luftraum und einer drohenden Kostenexplosion wurde die Entwicklung im Frühjahr 2013 gestoppt. Seitdem wird nach einem anderen Flugzeug gesucht, in das die von Airbus stammende Aufklärungstechnik eingebaut werden kann. Derzeitiger Favorit: Eine Schwester-Drohne des „Euro Hawk“ namens „Triton“.

  • Reaper oder Heron

    Von der Leyen will die Bundeswehr mit bewaffnungsfähigen Drohnen ausrüsten. Zur Auswahl stehen eine US-Drohne, die „Reaper“ (Sensenmann) oder „Predator B“ (Raubtier) genannt wird, und „Heron TP“ (Reiher) aus Israel. Die Entscheidung wird noch vor Ende des Jahres erwartet.

  • Airbus A400M

    Mit vier Jahren Verspätung lieferte Airbus Mitte Dezember das erste Transportflugzeug vom Typ A400M an die Bundeswehr aus. Das bedeutet aber noch nicht das Ende der Verzögerungen. Wieviele der fünf für dieses Jahr versprochenen Maschinen tatsächlich am niedersächsischen Fliegerhorst Wunstorf landen werden, ist noch völlig unklar. Der A400M bleibt ein Problemfall.

  • G36

    Auch mit kleineren Waffen gibt es große Probleme. Seit vielen Monaten wird über die Treffsicherheit des Standardgewehrs der Bundeswehr G36 diskutiert. Große Hitze verträgt die Waffe nicht besonders gut. Ein neuer Prüfbericht soll in den nächsten Wochen Klarheit darüber bringen, wie gravierend das Problem ist.

SIPRI-Programmdirektor Sam Perlo-Freeman sagte, der Ukraine-Konflikt habe viele europäische Länder in der Nähe Russlands zu erhöhten Rüstungsausgaben veranlasst, vor allem im Baltikum und im Norden des Kontinents. Doch die fünf Nationen mit den traditionell größten Militärinvestitionen - Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Italien und Spanien - hätten für das laufende Jahr weitere Kürzungen in kleinem Umfang vorgesehen. Die Regierung in Kiew erhöhte ihre Militärausgaben 2014 um 20 Prozent und will im laufenden Jahr für ihre Streitkräfte mehr als das Doppelte ausgeben. Auch Moskau plane umfangreichere Rüstungszukäufe.

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„Die Ukraine-Krise hat die Sicherheitslage in Europa fundamental geändert“, sagte Perlo-Freeman. Im Nahen Osten und in Afrika gäben viele Staaten deutlich mehr für Rüstung aus, was ihre Haushalte strapaziere. Das sei jedoch nicht nur auf eine angespannte Sicherheitslage zurückzuführen, sondern auch auf Korruption und autokratische Regierungen.

In Lateinamerika gab Mexiko elf Prozent mehr für Waffen und Munition aus - besonders wegen des Kampfes gegen Drogenkartelle. In Brasilien sanken die Rüstungsausgaben leicht, während das krisengeschüttelte Venezuela seinen Rüstungshaushalt um ein Drittel zusammenstrich.

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