Führungswechsel: Überraschung bei Bosch

Führungswechsel: Überraschung bei Bosch

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Führungswechsel bei Bosch: Neuer Chef des Automobilzulieferers wird der 55-jährige Volkmar Denner (rechts). Er wird zum 1 Juli 2012 Franz Fehrenbach (links) nachfolgen, der in den Aufsichtsrat wechselt.

von Andreas Wildhagen

Nicht wie erwartet der Kfz-Chef Bernd Bohr, sondern der Leiter der Forschung, Volkmar Denner wird im Juli neuer Chef des Bosch-Konzerns.

Der neue Mann wurde in Stufen eingeführt, zunächst als Gegenkandidat für den Favoriten Bernd Bohr, dann in Form eines nach außen harmlos wirkenden Gastbeitrages in der Börsen-Zeitung vom Freitag. Schließlich mit einer Pressemitteilung von Bosch, in der im dritten Absatz Denner und nicht Bohr als Chef ausgerufen wurde.

Der Coup der Bosch-Kommunikationsstrategen war gelungen. Selbst sehr enge Bosch-Freunde, Unternehmer und frühere langjährige Mitglieder der Bosch-Industrietreuhand, die mit 93,2 Prozent Anteilseigner von Bosch ist, hatten noch bis Donnerstag auf Bohr gesetzt. Der Konzern lebt seit Jahrzehnten vom Verbrennungsmotor, bisher waren die Chefs immer aus dem Kfz-Bereich gekommen, so auch Hermann Scholl, der nun schon im Sommer seinen Stuhl als Aufsichtsratsvorsitzender von Bosch seinen Stuhl für den scheidenden Konzernlenker Franz Fehrenbach räumt. „Doch Fehrenbachs Favorit war ein anderer als der von Professor Hermann Scholl“, sagt ein ehemaliges Mitglied der Industrietreuhand.

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Und da Scholl abtritt, setzte sich der neue Doyen der Bosch-Dynastie in der Nachfolgeregelung durch. Der Konzern, so die Grundsatzentscheidung, die mit dieser Personalie verbunden ist, soll sich vom Kfz-Geschäft unabhängiger machen und mehr in Richtung Technologiekonzern getrimmt werden. Da war Volkmar Denner der richtige, der als Innovationstreiber über alle Technologiegeschäfte bisher aufgefallen war und nun offenbar Bosch zukunftsfähiger machen soll.

Bleibt nun genügend Zeit, über das Wochenende den Gastbeitrag in der Börsen-Zeitung zu studieren. Er liest sich wie eine Regierungserklärung von Denner. Dort sagt der neue Bosch-Chef Denner klipp und klar: „Wir bei Bosch erwarten, dass der Markt für die verschiedenen Produkte rund um das Internet der Dinge und Dienste insgesamt kräftig wachsen wird und richten uns auf diese Entwicklung ein.“

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Eine Revolution für Bosch, die von Robert Bosch persönlich stammen könnte. Was früher das Automobil, für die Bosch Zünder und Einspritzpumpen entwickelte, ist heute das Internet, Bosch geht online, was immer das bedeuten mag. Umso erratischer die Forderung von Denner, es müsse die virtuelle mit der physischen Welt verbunden werden. „Wir müssen umdenken, um das Potenzial des Internets zu nutzen.“

Bosch ist sicher auch noch für andere Coups gut.

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