Fusions-Poker: EADS lockt mit Jobgarantien

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Fusions-Poker: EADS lockt mit Jobgarantien

Im Kampf um die Genehmigung der Fusion von Luftfahrtkonzern EADS und dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems versucht EADS-Chef Tom Enders die Regierungen nun mit Jobgarantien zu überzeugen.

Im Poker um grünes Licht für die Fusion des Luftfahrtkonzerns EADS mit dem britischen Rüstungshersteller BAE Systems stellt EADS-Chef Tom Enders eine weitreichende Standortgarantie in Aussicht: "Ich bin so überzeugt von unserem Projekt, dass ich bereit bin, über attraktive Arbeitsplatz- und Standortgarantien zu sprechen, die ich für die EADS so nicht in Betracht ziehen könnte", sagte Enders der "Bild"-Zeitung.

Bei der angestrebten Verschmelzung der Konzerne gehe es darum, eine "wirklich internationale Plattform für Wachstum" zu schaffen. Der Zusammenschluss der beiden Unternehmen biete "mittel- und langfristig die besten Chancen - gerade auch für deutsche Standorte und deutsche Arbeitsplätze", betonte Enders.

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Rüstungsfusion Unerwartetes Gegenfeuer für EADS

Die Fusion der beiden europäischen Rüstungs- und Luftfahrtriesen EADS und BAE Systems stößt immer noch auf mehr Widerstand in der Politik und an den Finanzmärkten als gedacht. Was die einzelnen Parteien fordern.

huGO-BildID: 28144282 Tom Enders (M), Vorstandsvorsitzender von EADS, kommt am 26.09.2012 zum Wirtschaftsausschuss des Bundestages im Paul-Löbe-Haus in Berlin. Enders soll die geplante Fusion mit dem britischen Unternehmen BAE zum dann weltgrößten Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS erläutern. Foto: Kay Nietfeld/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Zugleich riet Enders der Bundesregierung von einer Beteiligung an dem geplanten neuen Rüstungsriesen ab. „Ich sehe im Kauf eines Aktienpakets keinen Vorteil für unser Land. Das würde Milliarden an Steuermitteln verschlingen, ohne dass Deutschland dafür besondere Rechte oder Garantien bekäme“, sagte Enders der „Bild“. Auf großen Exportmärkten wie in den USA und Asien wäre es nach seinen Worten ein Nachteil, wenn das fusionierte Unternehmen als von Regierungen bestimmt gelten würde. Enders bekräftigte stattdessen den Plan, dass die beteiligten Regierungen „goldene Aktien“ erhalten, mit denen sie auch ohne nennenswerte Anteile ein Vetorecht zum Beispiel bei feindlichen Übernahmen hätten.

Bisher verfügen Frankreich und Deutschland direkt und indirekt über jeweils gut 22 Prozent der EADS-Anteile, die deutschen Interessen nimmt jedoch der Autokonzern Daimler wahr. Daimler will jedoch schon lange große Teile seines Anteils verkaufen. Frankreich versucht bei den aktuellen Verhandlungen, das Gleichgewicht zu seinen Gunsten zu verändern: Statt wie geplant 60 Prozent zu halten, strebt das Land 70 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen an.

Die von Enders angebotene Goldene Aktie mit Sonderstimmrechten würde beiden Ländern de facto wenig bringen: Denn direkten Einfluss hätten beide Länder nur noch, indem sie Raketen, Kampfjets und ähnliches ordern. Nur so ließen sich Rüstungsjobs retten, die stets dahin wandern, wo es die Aufträge gibt. Denn vor allem in der Waffenbranche gilt zunehmend: Wer zahlt, der bestimmt auch, was und wo produziert wird. Und ob es die Goldene Aktie tatsächlich gibt, muss auch noch von den Kartellbehörden beschlossen werden.

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Bei der britischen BAE Systems sind keine Staaten Großaktionäre. Es gibt auf mehreren Seiten Vorbehalte gegen die Fusion, offiziell prüfen Deutschland und Frankreich das Vorhaben noch. Enders warnte vor einem Scheitern: „Entweder wir bauen Arbeitsplätze ab oder wir erschließen international neue Märkte.“ Das Rüstungsgeschäft müsse ausgebaut werden. EADS wäre zwar auch ohne Fusion lebensfähig, aber es gebe weltweit kein Luft- und Raumfahrtunternehmen, das mit einem zivilen Standbein allein auf Dauer wettbewerbsfähig wäre.

Bisher ist EADS mit der Tochter Airbus vor allem in der zivilen Luftfahrt stark. Durch die Fusion würde der weltgrößte Luft- und Raumfahrtkonzern mit mehr als 220.000 Mitarbeitern und über 70 Milliarden Euro Umsatz entstehen. In Deutschland beschäftigt EADS derzeit knapp 50.000 Menschen, vor allem an Standorten in Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Bayern.

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