Gasekonzern: Linde senkt schon wieder die Prognose

Gasekonzern: Linde senkt schon wieder die Prognose

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Linde musste zum zweiten Mal innerhalb von 14 Monaten die Prognose kappen.

Der Ölpreis und die Industrieflaute setzen Linde zu. Der Gasekonzern muss deshalb die Prognose kappen – und schickt damit die Aktie auf Sturzflug.

Der Industriegasekonzern Linde kippt zum zweiten Mal innerhalb von gut einem Jahr seine mittelfristige Prognose. Die weltweit lahmende Industriekonjunktur, schlechtere Preise im Medizingeschäft und die Folgen des niedrigen Ölpreises machten Vorstandschef Wolfgang Büchele einen Strich durch die Rechnung.

Bereits im Oktober des Vorjahres hatte er den bis 2017 geltenden Ausblick zusammengestrichen, den ihm sein Vorgänger Wolfgang Reitzle hinterlassen hatte. Unter Investoren kam der Schritt ganz schlecht an: Die Anleger warfen die Aktie in hohem Bogen aus dem Depot. Die Aktien stürzten um 14,6 Prozent auf 141,15 Euro ab - das war der größte Kurssturz seit gut 14 Jahren.

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Linde hatte angesichts der weltweit lahmende Industriekonjunktur, schlechteren Preisen im Medizingeschäft und den Folgen des niedrigen Ölpreises seine Gewinnprognose für 2017 zusammengestrichen. Das sei eine klare Enttäuschung gewesen, erklärte Equinet-Analyst Michael Schaefer. Dafür habe es keine Anzeichen gegeben, erläuterte Martin Roediger, Analyst bei Kepler Cheuvreux. Im Sog von Linde verloren die Aktien des Erzrivalen Air Liquide in Paris vier Prozent, womit die Aktien auch im EuroStoxx50 die rote Laterne hielten.

Linde leidet indirekt unter dem Ölpreis

Linde rechnet nun für 2017 mit einem operativen Konzernergebnis (Ebitda) zwischen 4,2 und 4,5 Milliarden Euro, wie das Traditionsunternehmen mitteilte. Bislang war das Unternehmen noch von 4,5 bis 4,7 Milliarden Euro ausgegangen. Außerdem werde die bislang angepeilte Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROCE) von elf bis zwölf Prozent verfehlt. Der Konzern erwartet nun noch einen Wert von neun bis zehn Prozent. Zum einen entwickle sich die weltweite Industrieproduktion schwächer als früher erwartet, zum anderen fielen die Erlöse auf dem US-Markt für Medizingase schwächer aus als erwartet.

Im Anlagenbau leidet Linde darunter, dass die Kunden in der Petrochemie aufgrund des niedrigen Ölpreises weniger investieren. "Es gibt zwar keine Stornierungen, aber die Kunden scheuen auch, neue Aufträge zu unterschreiben", sagte Büchele in einer Telefonkonferenz. Die Auftragslage werde sich zwar Anfang 2016 bessern, allerdings vorerst nicht auf das Niveau der Vergangenheit zurückkehren. Sollte keine Besserung eintreten, stehe womöglich ein Stellenabbau an. Konzernweite Einschnitte stünden allerdings nach der jüngsten Abbaurunde nicht an.

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Wolfgang Büchele Quelle: dpa

Büchele klagte erneut über die Deindustrialisierung des wichtigen Markts Australien, wo Linde zuletzt seine Kapazitäten zuletzt bereits deutlich zurückgefahren hat. "Australien fokussiert sich jetzt auf den Tourismus als Einnahmequelle. Aber das kurbelt die Nachfrage nach Gasen nicht an - außer beim Bier", sagte der seit gut einem Jahr als Vorstandschef amtierende Schwabe. Aber nicht nur in etablierten Märkten gebe es Wachstumsschwächen, sondern auch in den Schwellenländern.

Bereits im laufenden Jahr schlagen sich die negativen Trends bei Linde nieder. Der Konzern werde 2015 gerade den unteren Rand der Betriebsergebnis-Prognose (Ebitda ohne Sondereffekte) von 4,1 Milliarden Euro erreichen. Für das kommende Jahr will Büchele, der in seiner Amtszeit bereits dreimal die Prognosen kassierte, erst im März einen aktuellen Ausblick veröffentlichen. Linde fällt nach einer kurzen Zeit als Weltmarktführer im Gase-Geschäft wieder auf Platz zwei zurück, wenn der französische Rivale Air Liquide wie angekündigt den US-Anbieter Airgas übernimmt.

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