Gaskonzern: Linde zeigt sich fit für die Einkaufstour

Gaskonzern: Linde zeigt sich fit für die Einkaufstour

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Linde legt im zweiten Quartal ein recht ordentliches Ergebnis aus: Sowohl Umsätze als auch Gewinn steigen um 6,4 beziehungsweise 6,5 Prozent

von Andreas Wildhagen

Der zweitgrößte Industriegase-Konzern der Welt will nun den US-Markt erobern.

Im zweiten Quartal weist Linde ein recht ordentliches Ergebnis aus: Sowohl Umsätze als auch Gewinn steigen um 6,4 beziehungsweise 6,5 Prozent. Im vergangenen Jahr wurde ein operativer Gewinn von 3,21 Milliarden Euro und ein Umsatz von 13,8 Milliarden Euro erzielt.

Damit gehört Linde zu den kleineren Industriekonzernen in Deutschland. Im Vergleich zu Siemens und ThyssenKrupp beispielsweise nimmt sich Linde, was den Umsatz betrifft, fast wie ein Zwerg aus. Beim Börsenwert aber gehört Linde mit zu den Schwergewichten im Dax. Mit 21 Milliarden Euro Marktkapitalisierung ist Linde drei Mal so viel wert wie ThyssenKrupp, obwohl der Technologiekonzern aus Essen mehr als zweieinhalb Mal so viel Umsatz macht. Linde ist an der Börse ein Drittel so viel wert wie Siemens, wobei Siemens vier Mal so viel Umsatz als Linde erwirtschaftet. Umsatzgrößen allein bringen es eben nicht.

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Die vorderste Front des Wertschöpfungsprozesses

Siemens und ThyssenKrupp werden von Linde mit Sauerstoff und Stickstoff beliefert, diese Industriegase sind beispielsweise für die Erzschmelze in einem Hochofen nötig. Linde war bisher immer im industriellen Prozess der Lieferant aus dem dritten Glied. Auf den Werksgeländen fallen die großen Gasebehälter mit der Linde- oder AirLiquide-Aufschrift kaum auf. In welcher Menge und zu welchem Preis Industriegase bezogen werden, ist in jeder Beschaffungsabteilung eher ein B-Job. An vorderster Linie stehen die Rohstoff-Einkäufer, nicht die Gaseinkäufer. Entsprechend unauffällig ist Linde in der Industrielandschaft.

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Linde hat kürzlich angekündigt, für 3,6 Milliarden Euro den US-Medizintechnik-Konzern Lincare zu übernehmen. Damit rückt Linde in die vorderste Front des Wertschöpfungsprozesses, direkt am Kunden, mit einem Produkt, das sowohl Markenbekanntheit als auch Dienstleistung voraussetzt. Bei Medizingasen geht es auch um die Versorgung von Atemwegserkrankten, die Autos von Linde und Lincare fahren vor die Wohnungen vor und versorgen die Kunden mit ihren lebensnotwendigen Gasen sowie der Eismann oder der Bofrost-Mann es mit seinen Lebensmitteln macht. Mit der Bekanntheit wird Linde zu einer Marke wie Fresenius, Dräger oder Siemens, die auf viele Ärzten und Krankenhauspatienten eine wohltuende Wirkung haben.

Hoffentlich auch auf die Aktionäre, wenn Linde sich demnächst daran macht, den teuren Brocken Lincare zu schlucken.

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