Gazprom, OMV: Energieriesen wollen Pipeline-Pläne beleben

Gazprom, OMV: Energieriesen wollen Pipeline-Pläne beleben

, aktualisiert 13. Juni 2017, 14:25 Uhr
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Die Chefs von OMV und Gazprom Gerhard Roiss (l.) und Alexei Miller (r.) hatten 2014 den Vertrag über eine Kooperation unterschrieben.

Quelle:Handelsblatt Online

Medienberichten zufolge wollen die Ölfirma OMV aus Österreich und der russische Energiekonzern Gazprom das Gasleitungsprojekt South Stream wiederbeleben. Die EU hatte den Deal 2014 gestoppt.

WienDie Wiener Ölfirma OMV und der russische Energieriese Gazprom erwägen einem Zeitungsbericht zufolge eine Wiederbelebung des vor Jahren begrabenen Gasleitungsprojekt South Stream. Österreichs Bundeskanzler Christian Kern und Russlands Präsident Wladimir Putin hätten vor einigen Tagen über dieses Vorhaben bei einem Treffen in St. Petersburg gesprochen, schreibt die Tageszeitung „Der Standard“ (Dienstagausgabe).

Angedacht sei, dass russisches Gas über die zwischen Russland und der Türkei besiegelte Pipeline TurkStream weiter nach Bulgarien, Serbien und Ungarn zu dem von der OMV betriebenen österreichischen Gasknotenpunkt Baumgarten gebracht werden soll. Von Baumgarten aus könnte der teilstaatliche Wiener Konzern Gas unter anderem nach Italien weiterleiten. Weder OMV noch ein Sprecher des Kanzlers wollten sich dazu äußern.

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Auch von Gazprom war vorerst kein Kommentar zu erhalten. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass es zu früh wäre, um über Projektkosten oder Investitionen zu sprechen. OMV und Gazprom einigten sich Anfang Juni grob darauf, dass man künftig bei der Entwicklung einer Gastransportinfrastruktur für Lieferungen nach Mittel- und Südosteuropa zusammenarbeiten wolle.

Die Pipeline South Stream sollte ursprünglich russisches Gas unter Umgehung der Ukraine durch das Schwarze Meer weiter durch Bulgarien, Serbien und Ungarn nach Österreich bringen. Russland gab die Pläne jedoch nach Widerstand der EU Ende 2014 auf. Die EU-Kommission störte sich daran, dass ein Erdgaslieferant zugleich den Zugang zu den Pipelines kontrolliert.

Kritisiert wurde auch, dass die Leitung die Abhängigkeit vom russischen Erdgas nicht verringert. Gazprom deckt etwa 30 Prozent des europäischen Gasbedarfs. Darüber hinaus wurde auch die Umgehung der Ukraine als Transitland kritisch gesehen. Stattdessen hat sich Russland mit der Türkei im vergangenen Jahr auf den Bau der ebenfalls durch das Schwarze Meer verlaufenden Gaspipeline TurkStream geeinigt. Diese Röhre soll Ende 2019 fertig gebaut sein. 

Quelle:  Handelsblatt Online
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