GE legt Zahlen vor: Kratzer in der Krone

GE legt Zahlen vor: Kratzer in der Krone

, aktualisiert 21. April 2017, 21:37 Uhr
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Der Chef des GE-Konzerns steht unter massivem Druck. Jeff Immelt soll mehr Wachstum bringen und die Kosten stärker eindämmen.

von Thomas JahnQuelle:Handelsblatt Online

Das Konglomerat legt glänzende Zahlen vor. Doch Analysten und Investoren sehen Schwächen im Industriegeschäft und reagieren verschnupft. Der Druck auf GE-Chef Jeff Immelt lässt nicht nach.

New YorkAuf den ersten Blick erscheinen die neusten Quartalszahlen von General Electric großartig. Der Umsatz beläuft sich auf knapp 27,7 Milliarden Dollar, Analysten hatten nur mit 26,4 Milliarden Dollar gerechnet. Rechnet man Akquisitionen, Verkäufe und andere einmalige Faktoren heraus, stieg der Erlös im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent: „Ein eindrucksvolles Ergebnis“, sagte Analyst Deane Dray von RBC Capital Markets.

Auch der Gewinn stieg im Vergleich zum Vorjahr von 228 Millionen auf 653 Millionen Dollar kräftig. Umgerechnet auf Gewinn je Aktie erzielte General Electric 21 Cents, deutlich mehr als die 16 Cents, die Analysten im Schnitt vorhergesagt hatten. „GE hatte ein gutes Quartal in einem schwierigen und volatilen Umfeld“, sagte Vorstandschef Jeff Immelt.

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Die Börse reagierte im ersten Moment auch positiv. Die Aktie stieg vorbörslich um ein Prozent, um nach dem Glockenschlag auf dem New York Stock Exchange aber mit zwei Prozent stark nachzugeben. General Electric war damit einer der schwächsten Aktien von den insgesamt 30 Gesellschaften im Dow Jones Industrial.

Anleger sorgen sich um einige Industriegeschäfte. Der Umsatz im Öl- und Erdgasgeschäft fiel um 9,4 Prozent, die Branche leidet seit langem unter schwachen Rohstoffpreisen. Negativ war die Ansage von General Electric, in diesem Jahr 450 bis 500 LEAP-Flugzeugmotoren auszuliefern. Zuvor hatte die Prognose bei 500 gelegen. Der neuartige und sparsame Motor ist einer der Verkaufsschlager von GE bei den Flugzeugherstellern Airbus und Boeing. „Es ist bemerkenswert, dass GE vorsichtiger wird“, sagte Vertical Research Partners-Analyst Rob Stallard.

Die Sorgen der Investoren manifestierten sich am Cash Flow im Industriegeschäft, der mit negativen 1,6 Milliarden Dollar extrem schwach ausfiel und eine Milliarde Dollar schlechter war, als es General Electric vorhergesagt hatte. Laut Finanzvorstand Jeffrey Bornstein lagen einige Aufträge zeitlich ungünstig, das Geld wurde in den ersten drei Monaten nicht überwiesen. Ähnlich war es mit Lagerbeständen, die stark stiegen. Bornstein bekräftigte aber, dass General Electric im Gesamtjahr 2017 zwölf bis 14 Milliarden Dollar an Cash Flow einnehmen will.

Die Performance von General Electric steht besonders auf dem Prüfstand. Trian Partners kaufte sich 2015 ein, besitzt Aktien im Wert von mehr als zwei Milliarden Dollar. Hinter dem Hedgefonds steckt Nelson Peltz, der für Aktionärs-Aktivismus bekannt ist. Trian Partners kritisierte beim Einstieg einige GE-Quartalsergebnisse, die die Erwartungen verfehlten.

Peltz und Immelt schlossen Frieden, nachdem der GE-Chef die jährlichen Kosteneinsparungen auf eine Milliarde Dollar verdoppelte. Allerdings berichtete der Börsensender Fox Business vor wenigen Wochen, dass Trian Partners die Geduld mit Immelt verlieren würde und einen vorzeitigen Ruhestand forderte. Dagegen spricht allerdings ein Umstand: Peltz und Immelt sind seit langem gut befreundet.

Quelle:  Handelsblatt Online
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