Gescheiterte Drohne: Euro Hawk - Absturz vor dem Einsatz

ThemaRüstung

Gescheiterte Drohne: Euro Hawk - Absturz vor dem Einsatz

von Rüdiger Kiani-Kreß

Nach dem Scheitern der Drohne Euro-Hawk schieben sich die Beteiligten gegenseitig die Schuld zu. Was hat das Projekt Deutschland gekostet, was sind die Probleme? Die wichtigsten Fragen rund um das Debakel.

Was ist der Euro Hawk und was hat er Deutschland bisher gekostet?

Der "Euro Hawk" ist ein vergrößerter Ableger des unbemannten Militärfliegers "Global Hawk", den der US-Rüstungsriese Northrop Grumman als RQ-4 Global Hawk oder MQ-4 Triton seit den neunziger Jahren herstellt. Die speziell für Europa gedachte Spionage-Elektronik der High-Tech-Drohne stammt von Cassidian, der Rüstungsabteilung des deutsch-französischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS. Die Bundeswehr hatte einst fünf Exemplaren des 15 Tonnen schweren Fliegers mit einer Spannweite von 40 Metern für zusammen bis zu 1,2 Milliarden Euro bestellt. Ein Test-Exemplar ist bereits geliefert.

Anzeige

Seit der Bestellung im Jahr 2007 hat die Bundesrepublik gut eine halbe Milliarde Euro gezahlt, rund die Hälfte davon für die EADS-Elektronik. Dazu sind noch 158 Millionen Euro offen für offene vertragliche Verpflichtungen und um die Drohe flugfähig zu machen. Doch weil die von der EADS entwickelte Sensorentechnik noch für ein anderes Projekt genutzt werden könnte, sehen Optimisten die Verluste für den Bundeshaushalt durch die gescheiterte Anschaffung nur bei gut 300 Millionen Euro.

Was kann der Euro Hawk?

Weil die Bundeswehr immer mehr Kampfeinsätze im Ausland hat, braucht sie Aufklärungsflugzeuge, will sie nicht bei anderen Ländern um deren Informationen bitten. Dafür sind Drohnen ideal. Weil sie keinen Piloten haben und leichter sind als ein normales Spionageflugzeug, fliegen sie mit bis zu 40 Stunden länger und vor allem höher als normale Kampfjets und sind so für den Feind schwerer zu entdecken. So schafft der Euro Hawk mit rund 20 Kilometern fast die doppelte Flughöhe eines Passagierflugzeugs und von dort Funkverbindungen und Telefongespräche belauschen. Das hat laut EADS in Tests auch bestens geklappt. Rein technisch könnte der Euro Hawk damit vom geplanten Standort dem norddeutschen Fliegerhorst Jagel nonstop zu Einsätzen nach Afghanistan fliegen und wieder zurückkommen.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%