Gesundheitskonzern: Fresenius erhöht die Prognose

Gesundheitskonzern: Fresenius erhöht die Prognose

, aktualisiert 03. November 2011, 09:07 Uhr
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Fresenius ist weiter auf Wachstumskurs.

Quelle:Handelsblatt Online

Heute ist wieder der Tag für zwei der seit Jahren stabilsten Ertragsperlen unter den deutschen Konzernen: Fresenius und deren Tochter FMC. Beide legen beim Gewinn kräftig zu - Fresenius erhöhte erneut die Prognose.

Bad HomburgGewinnziel angehoben, Umsatzprognose kassiert: Mit dieser ungewöhnlichen Ankündigungen hat der Gesundheitskonzern Fresenius am Mittwoch die Anleger überrascht. Da unter anderem die Erlöse der Dialyse-Tochter Fresenius Medical Care (FMC) weniger stark zulegten als erwartet, geht der Konzern aus Bad Homburg währungsbereinigt nun 2011 nur noch von einem Umsatzanstieg um rund sechs Prozent aus. Bisher hatte Fresenius sieben bis acht Prozent in Aussicht gestellt. Im dritten Quartal gingen die Erlöse leicht zurück auf 4,085 Milliarden Euro, womit der Dialyse- und Krankenhauskonzern hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieb.

Deutlich besser sieht es beim Gewinn aus: „Mit einem Konzernergebnis von 202 Millionen Euro und einer Ebit-Marge von 16 Prozent haben wir neue Höchstwerte erreicht“, freute sich Fresenius-Chef Ulf Schneider. Er schraubte deshalb bereits zum dritten Mal in diesem Jahr die Gewinnprognose des Firmen-Konglomerats nach oben. Das Ergebnis soll nun in der oberen Hälfte des in Aussicht gestellten währungsbereinigten Anstiegs von 15 bis 18 Prozent liegen.

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Schneider hatte bereits Mitte Oktober im Reuters-Interview von einem „sehr starken dritten Quartal“ berichtet. Besonders gut läuft es derzeit in der Fresenius-Sparte Kabi, die von Lieferengpässen der Konkurrenz profitiert. Im dritten Quartal wuchs die Sparte im Vergleich zum sehr starken Vorjahresquartal organisch erneut um drei Prozent. Vor einem Jahr war Kabi wegen Produktionspannen der Konkurrenz im größten Pharmamarkt USA zweitweise der einzige Anbieter des Narkosemittels Propofol.

Die Nettofinanzverbindlichkeiten des Fresenius-Konzerns stiegen aufgrund zahlreicher Zukäufe um sechs Prozent auf 8,5 Milliarden Euro. Der Verschuldungsgrad - das Verhältnis von Nettoschulden zum Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) - erhöhte sich leicht auf 2,70. Obwohl einige angekündigte Übernahmen noch nicht eingerechnet sind, bekräftigte Fresenius, Ende 2011 und auch 2012 im selbst gesteckte Verschuldungkorridor von 2,5 bis drei zu bleiben.

Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) hat im abgelaufenen Quartal bei Umsatz und Gewinn zugelegt. Der Gewinn habe sich im dritten Jahresviertel um 13 Prozent auf 279 Millionen Dollar erhöht, teilte die auf die Blutwäsche Nierenkranker spezialisierte Tochtergesellschaft von Fresenius am Mittwoch mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 283 Millionen Dollar gerechnet. FMC setzte im Zeitraum Juli bis September 2,242 Milliarden Dollar um - ein Zuwachs von sechs Prozent binnen Jahresfrist. Der durchschnittliche Umsatz pro Behandlung in den USA, eine der wichtigsten Kennzahlen des Unternehmens, lag bei 345 Dollar (Q2.2011: 348 Dollar). Die Kosten pro Behandlung in den USA sanken etwas stärker auf 279 (Q2: 283) Dollar.

Für das Gesamtjahr bekräftigte FMC-Chef Ben Lipps die Ziele: Danach soll 2011 bei einem Umsatz von mehr als 13 Milliarden Dollar ein Konzernergebnis von 1,07 bis 1,09 Milliarden Dollar erzielt werden.


Üppige Zukäufe

Am Montag hatte sich die andere große Fresenius-Tochter Helios 51 Prozent an der Katholischen Klinikums Duisburg (KKD) gesichert, das im vergangenen Jahr mit mehr als 1000 Betten einen Umsatz von 134 Millionen Euro erzielte, aber defizitär ist. Die restlichen Anteile am Klinikum werden weiter von einer gemeinsamen Gesellschaft des Bistums Essen und der kirchlichen St. Elisabeth GmbH gehalten. Helios wurde erst vor zweieinhalb Wochen durch die Übernahme des Konkurrenten Damp zum größten deutschen privaten Krankenhausbetreiber vor Asklepios, Rhön-Klinikum und Sana.

Zum Katholischen Klinikum Duisburg gehören neben dem Akutkrankenhaus der Maximalversorgung noch zwei Alten- und Pflegeheime. Helios will in den nächsten fünf Jahren insgesamt 176 Millionen Euro investieren, davon 155 in zwei Klinikneubauten und 21 Millionen Euro in Medizintechnik. Wegen der hohen Investitionssumme rechnen Branchenexperten damit, dass sich der Kaufpreis eher auf einem symbolisches Niveau bewegt. Die beteiligten Parteien machten dazu keine Angaben.

FRESENIUS KOMPAKT

Kennzahlen in Mio. €

3.Quartal 2011

Veränd. in %*

Umsatz

4085

-1,2

Ebit (bereinigt)

655

0,0

Nettoergebnis (bereinigt)

202

4,7

Nettoergebnis

228

16,9

Ergebnis je Stammaktie / €

1,40

15,7

 

 

 

Umsatz nach Segmenten (Anteil)

3.Quartal 2011

Veränderungen in %*

Fresenius Medical Care (56,2%)

2295

-3,0

Fresenius Kabi (23,7%)

967

-0,1

Fresenius Helios (16,1%)

657

6,5

Fresenius Vamed (4,1)

167

-6,7

Konzern/Sonstige

7

16,7

 

 

-1,2

* Veränderung zum Vorjahreszeitraum

 

 

© Handelsblatt  

Fresenius teilte mit, dass der Konzern auch nach dieser neuerlichen Akquisition bei seiner Kennzahl Nettofinanzverbindlichkeiten zu Ebitda im nächsten Jahr den Zielkorridor von 2,5 bis 3,0 in Jahr 2012 nicht überschreiten werde.

Der Klinikkonzern Helios hat im vergangenen Jahr mit mehr als 60 Kliniken einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro und einen Jahresüberschuss von knapp 132 Millionen Euro erzielt. In Nordrhein-Westfalen ist Helios bereits mit zehn Akutkliniken vertreten, darunter die Krankenhäuser der Maximalversorgung in Wuppertal und in Krefeld. Kartellrechtliche Probleme werden aber nicht erwartet. Das Unternehmen geht davon aus, dass die Transaktion im ersten Quartal des neuen Jahres abgeschlossen werden kann.

Quelle:  Handelsblatt Online
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