Gewinne schrumpfen: BASF – die Chemie stimmt nicht mehr

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KommentarGewinne schrumpfen: BASF – die Chemie stimmt nicht mehr

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BASF-Chef Kurt Bock will den Konzern konjunkturunabhängiger machen, etwa durch den Zukauf von Firmen aus der Gesundheitsbranche.

von Jürgen Salz

Beim weltgrößten Chemiekonzern sinkt der Gewinn. Um gegenzusteuern, investiert Konzernchef Kurt Bock verstärkt in Gesundheit und Ernährung. Ansonsten hilft  nur Abwarten.

Das klingt alles nicht gut, was BASF-Boss Bock heute in einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen verbreitete: Europas Wirtschaft schrumpft, China läuft nicht mehr auf Hochtouren und die USA wachsen auch nur moderat. Beim Ludwigshafener Chemiekonzern reduzierte sich im zweiten Quartal 2013 der Gewinn (vor Zinsen, Steuern, Sondereinflüssen) um fünf Prozent, der Umsatz stieg nur leicht um drei Prozent. Die BASF hat – wie alle großen Chemiekonzerne – ein Problem. Und das heißt: Konjunkturanfälligkeit.

Das ist nicht neu: Schon seit gut zwanzig Jahren gibt  der Konzern entsprechend die Parole aus, künftig konjunktur-unabhängiger zu werden.  Doch immer noch dürften etwa fünfzig Prozent des Umsatzes vom Auf und Ab an den Weltmärkten abhängen. Läuft es gut, werden mehr chemische Vorprodukte bestellt. Läuft es schlecht, halten sich die Kunden zurück.

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Bock hat in den vergangenen Jahren verstärkt in Gesundheit und Ernährung investiert. Arzneien und Nahrungsmittel gehen fast  immer – egal, was die Konjunktur macht. In jüngster Zeit erwarb die BASF gleich zwei Hersteller von Omega-3-Fettsäuren, denen wundersame Wirkungen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen zugeschrieben werden. Ende vergangenen Jahres kauften die Ludwigshafener für eine Milliarde Dollar das US-Unternehmen Becker Underwoods, um ihr nach wie vor florierendes Pflanzenschutzgeschäft zu stärken.

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Der Umbau – hin zu weniger konjunktursensiblen Geschäften – stößt freilich an Grenzen: In der BASF-Verbundproduktion hängt  alles irgendwie zusammen, die Produktionsprozesse sind aufeinander abgestimmt, die Reststoffe bei der einen sind die Ausgangsstoffe für die nächste Chemikalie. Dort einfach mal ein Stück herauszuschneiden, ist nicht ganz trivial. Für die BASF-Manager ist der Umbau  eine Herausforderung:  Statt in Großserien und Tonnen zu denken, müssen sie sich verstärkt mit kleinteiligen Prozessen herumschlagen. Die Komplexität steigt.

Ansonsten hilft nur Abwarten. So wie die Chemiekonzerne von einer schwachen Konjunktur nach unten gezogen werden, so sehr profitieren sie auch als erste davon, wenn der Konjunkturmotor wieder anspringt. Wenn die Industriehersteller wieder Morgenluft wittern, bestellen sie als erstes mehr chemische Vorprodukte. Die BASF-Manager müssen gar nicht so lange zurückdenken, um  Hoffnung zu schöpfen: Nach dem Einbruch durch die Finanzkrise vor gut fünf Jahren war die BASF eines der ersten Unternehmen, das wieder auf die Beine kam.        

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