Glencore und Xstrata: Auftakt zu einer neuen Konsolidierung

Glencore und Xstrata: Auftakt zu einer neuen Konsolidierung

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Ziel der Übernahme von Xstrata durch Glencore ist der Bau eines Rohstoffkonzerns, der in allen Stufen des Geschäfts zu den Marktführern gehört.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Die Fusion zwischen den Schweizer Rohstoffriesen Glencore und Xstrata wird die Minenbranche von Grund auf verändern – und der deutschen Industrie wahrscheinlich höhere Preise bescheren.

Xstrata-Chef Mick Davis gilt als einer der abgebrühtesten Manager in der für besonders abgeklärte Manager bekannten Rohstoffbranche. Dass der 56-jährige gebürtige Südafrikaner heute morgen ungewöhnlich nervös war und sich reihenweise verhaspelte, lag wohl daran, dass er den wahrscheinlich wichtigsten Deal der Minenbranche seit mehr als zehn Jahren verkündete. Und das, nachdem in den vergangenen Jahren eine Reihe von Superdeals gescheitert ist.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

  • Xstrata+Glencore

    Mit einem Umsatz von 110,3 Milliarden Euro ist Glencore schon heute einer der größten Rohstoffkonzerne der Welt. Durch die Fusion mit dem zweitgrößten Schweizer Rohstoffkonzern Xstrata erreicht der neue Konzern einen Börsenwert von rund 80 Milliarden Dollar. Damit entsteht ein neuer Rohstoffriese.

  • Rio Tinto

    Der multinationale Konzern gehört nicht nur zu den weltweit führenden Unternehmen beim Abbau von Kohle, Diamanten und Kupfer - auch in der Aluminiumproduktion ist der Konzern Weltmarktführer. Der Börsenwert wird auf 93,7 Milliarden Dollar geschätzt.

  • Vale

    Der brasilianische Rohstoffriese kontrolliert 35 Prozent des Eisenerz-Marktes, vor allem mit Exporten aus dem Heimatland. Der Börsenwert wird auf 105,9 Milliarden Euro taxiert. Neben dem Rohstoffgeschäft gehört das Unternehmen zu den führenden Logistikkonzernen Brasiliens.

  • BHP Billiton

    Der australische-britische Rohstoffriese ist ein begehrtes Übernahmeziel der Konkurrenz. Rio Tinto und Chinalco waren an einer Übernahme interessiert, doch das Geschäft platzte. Mit einem Börsenwert von 153,9 Milliarden Euro ist BHP Billiton heute der wertvollste Rohstoffkonzern der Welt.

  • China Shenhua

    Der chinesische Rohstoffkonzern ist der zweitgrößte Kohleproduzent der Welt. Durch Übernahmen im Energiesektor ist der Börsenwert des größten asiatischen Rohstoffunternehmens auf 65,5 Milliarden Dollar angewachsen.

  • Anglo American

    Gold, Diamanten, Platin - der britisch-südafrikanische Rohstoffkonzern hat sich vor allem auf edle Rohstoffe spezialisiert. Aber auch Kohle, Eisen und weitere Industriemetalle gehören zum Portfolio des Konzerns. Der Börsenwert beträgt rund 45 Milliarden Euro.

Im Rahmen eines Aktientauschs wird der Schweizer Konzern Glencore die nur rund zwei Kilometer entfernt residierende Xstrata übernehmen. Ziel ist der Bau des ersten wirklich integrierten Rohstoffkonzerns, der von der Mine über die Verarbeitung bis zum Handel in allen Stufen des Geschäfts zu den Marktführern gehört. Bislang war Glencore vor allem im Handel tätig und Xstrata vor allem in Förderung und Verarbeitung – so wie die anderen Minenmarktführer Vale aus Brasilien, Anglo American aus Südafrika und die britisch-australischen Rio Tinto und BHP Billiton.

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Kartellvorwürfe ausgeschlossen

Zwar wirkt die Ankündigung von Davis, ein „Super-Powerhouse“ zu schaffen auf den ersten Blick etwas hochgegriffen. Schließlich ist Glencore Xstrata, wie sich der neue Verbund derzeit nennt, nach Gewinn und Börsenwert derzeit nur die Nummer drei BHP, Rio Tinto und Vale. Zudem waren Davis und Glencore-Chef Ivan Glasenberg heute überzeugt, dass ihr Zusammenschluss klein genug ist, um keine Probleme mit den Kartellbehörden zu bekommen.

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