Grammer: Machtkampf um Zulieferer tobt weiter

Grammer: Machtkampf um Zulieferer tobt weiter

, aktualisiert 15. Februar 2017, 14:45 Uhr
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Das Unternehmen aus Amberg hatte am Dienstag den chinesischen Konkurrenten Ningbo Jifeng als neuen Partner präsentiert.

Quelle:Handelsblatt Online

Der Bayerische Autozulieferer Grammer hat chinesische Investoren an Bord geholt, um sich dem Zugriff der bosnischen Hastor-Familie zu entziehen. Die Hastor-Seite macht dem Unternehmen nun schwere Vorwürfe.

MünchenDer Einstieg eines chinesischen Rivalen beim bayerischen Autozulieferer Grammer stößt beim bisherigen Großaktionär auf Kritik. Die Investmentfirma Cascade, hinter der die streitbare bosnisch-stämmige Unternehmerfamilie Hastor steht, erhob am Mittwoch erneut Vorwürfe gegen die Führungsspitze der Amberger.

„Vorstand und Aufsichtsrat der Grammer AG lassen offenbar nichts unversucht, um ihre Pfründe zu erhalten und die von ihr befürchtete Mehrheit in einer zeitnah stattfindenden Hauptversammlung zu verhindern.“ Cascade will – mit gerichtlicher Hilfe – ein außerordentliches Aktionärstreffen erzwingen, um dort Vorstandschef Hartmut Müller zu stürzen und fünf Aufsichtsräte durch eigene Leute zu ersetzen.

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Grammer hatte am Dienstag den chinesischen Konkurrenten Ningbo Jifeng als neuen Partner präsentiert, der zudem als „weißer Ritter“ im Kampf gegen Hastor fungieren soll. Die bosnische Unternehmerfamilie hält über zwei Investmentfirmen mehr als 20 Prozent an dem Hersteller von Kopfstützen, Mittelkonsolen oder Sitzen. In die Schlagzeilen waren die Südosteuropäer geraten, als die zu ihrem Imperium zählende Prevent-Gruppe im vergangenen Sommer erbittert mit Volkswagen über die Lieferung von Teilen gestritten und zeitweise die Produktion des Autobauers zum Stillstand gebracht hatte.

Grammer argumentiert im Machtkampf mit Hastor, dass große Kunden das Treiben der Bosnier kritisch sehen und weniger Aufträge erteilen könnten. Die Partnerschaft mit Jifeng begrüßten die Autohersteller laut Grammer indes ausdrücklich.

Die Chinesen steigen bei den Bayern nicht über die Ausgabe neuer Aktien ein, sondern über eine Pflichtwandelanleihe, die spätestens in einem Jahr –voraussichtlich aber schon in wenigen Wochen – in 9,2 Prozent der Grammer-Anteile getauscht wird. Für die Hastor-Seite wird es damit schwerer, eine Mehrheit auf der Hauptversammlung zu gewinnen.

Cascade kritisierte, die Wandelanleihe sei „im bloßen Vorgriff auf einen erhofften positiven Abschluss der Gespräche“ mit Jifeng begeben worden; kartellrechtliche Fragen seien nicht gestellt, geschweige denn abschließend beantwortet worden. „Das ist weder üblich noch aus der Sicht des Unternehmens und seiner Aktionäre sinnvoll.“

Außerdem ist die Wandelanleihe zur Beschaffung von Liquidität laut Cascade nicht nötig, weil Grammer über genügend Geld verfüge. „Sie dient damit nur dem Ziel, die Mehrheitsverhältnisse vor einer Hauptversammlung zu verschieben.“ Vorstand und Aufsichtsrat verschwendeten Ressourcen und riskierten eine persönliche Verantwortlichkeit „für die Verwässerung von bestehenden Beteiligungen“.

Die Investmentfirma beharrte auf der Forderung nach einer schnellstmöglichen Einberufung einer Hauptversammlung. Prinzipiell begrüße man aber jeden Investor, der interessiert ist, die Profitabilität von Grammer zu steigern, hieß es.

Quelle:  Handelsblatt Online
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