Größter deutscher Industriekonzern: Siemens-Chef Kaeser verspricht Wachstumskurs ab 2016

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exklusivGrößter deutscher Industriekonzern: Siemens-Chef Kaeser verspricht Wachstumskurs ab 2016

von Matthias Kamp und Miriam Meckel

Siemens-Chef Joe Kaeser sieht die Neuausrichtung des größten deutschen Industriekonzerns auf gutem Weg und kündigt für 2016 wieder Wachstum an.

"Das kommende Jahr wird das Jahr der operativen Konsolidierung", sagte Kaeser im Interview mit der WirtschaftsWoche. "2016 werden wir dann wieder auf Wachstumskurs gehen können." Er hoffe, den Umbau des Konzerns mit allen Beteiligten "fair und einvernehmlich" hinzubekommen.

Kaeser forderte von den Finanzmärkten mehr Geduld, weil der Konzern nicht quartalsweise, sondern langfristig denke. "Ich weiß, dass es einigen Analysten am Kapitalmarkt zu langsam geht", sagte Kaeser. "Denen sage ich, dass unser Unternehmen nicht nur fürs nächste Quartal oder das nächste Jahr ausgerichtet wird, sondern für eine Generation. Die Innovationszyklen bei unseren Produkten und Lösungen liegen zwischen drei und acht Jahren. Da kann man nicht in jedem Quartal neue Rekorde vermelden."

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Die neun Divisionen von Siemens

  • Division Power and Gas

    Produkte und Anwendungen: Gasturbinen, Dampfturbinen, Energiegewinnung aus Schiefergas

    Umsatz 2014/2015: 13,2 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 1,4 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 10,8 Prozent

    Angestrebte Marge: 11-15 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Lisa Davis

  • Division Wind Power and Renewables

    Produkte und Anwendungen: Windkraftanlagen

    Umsatz 2014/2015: 5,7 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,16 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 2,8 Prozent

    Angestrebte Marge: 5-8 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Lisa Davis

  • Division Energy Management

    Produkte und Anwendungen: Stromübertragung, Kraftwerkssteuerung, Transformatoren

    Umsatz 2014/2015: 11,9 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,57 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 4,8 Prozent

    Angestrebte Marge: 11-15 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Lisa Davis

  • Division Building Technologies

    Produkte und Anwendungen: Gebäudesicherheit, Brandschutz, Gebäudeautomatisierung

    Umsatz 2014/2015: 6,0 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,553 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 9,2 Prozent

    Angestrebte Marge: 8-11 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Roland Busch

  • Division Digital Factory

    Produkte und Anwendungen: Software zur Steuerung von Fertigungsprozessen, Industrieroboter

    Umsatz 2014/2015: 10,0 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 1,7 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 17,5 Prozent

    Angestrebte Marge: 14-20 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Klaus Helmrich

  • Division Process Industries and Drive

    Produkte und Anwendungen: Industrieautomatisierung

    Umsatz 2014/2015: 9,9 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,536 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 5,4 Prozent

    Angestrebte Marge: 8-12 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Klaus Helmrich

  • Division Mobility

    Produkte und Anwendungen: Hochgeschwindigkeitszüge, U-Bahnen, Straßenbahnen, Zugleitsysteme

    Umsatz 2014/2015: 7,5 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 0,588 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 7,8 Prozent

    Angestrebte Marge: 6-9 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Roland Busch

  • Division Financial Services

    Produkte und Anwendungen: Finanzdienstleistungen

    Angestrebte Marge: 15-20 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Ralf Thomas

  • Eigenständige Division Healthcare

    Produkte und Anwendungen: Ultraschall, Computertomografen, Magnetresonanztomografen, Labordiagnostik

    Umsatz 2014/2015: 12,9 Milliarden Euro

    Ergebnis 2014/2015: 2,2 Milliarden Euro

    Marge 2014/2015: 16,9 Prozent

    Angestrebte Marge: 15-19 Prozent

    Zuständigkeit im Vorstand: Prof. Dr. Siegfried Russwurm

Kaeser räumte ein, dass Siemens im Vergleich zum Hauptkonkurrenten General Electric Boden verloren hat. "Zwischen 2007 und 2010 haben wir unsere Wettbewerber bei wichtigen Kennziffern hinter uns gelassen. Es stimmt aber, dass wir es von 2010 an nicht mehr geschafft haben, von einer stark ordnungspolitisch getriebenen Unternehmung umzuschalten auf eine Wachstum und Werte schaffende Organisation", so Kaeser. "Das müssen wir jetzt nachholen."

Medizinsparte geht 2015 nicht an die Börse – Übernahmen möglich

Siemens-Chef Joe Kaeser will die Medizintechnik in nächster Zeit nicht an die Börse bringen, sondern sie durch Firmenübernahmen vergrößern. Auf die Frage, ob die Sparte 2015 an die Börse gehe, sagte Kaeser im Interview mit der WirtschaftsWoche "nein". Er sehe bei der Medizintechnik in Zukunft einen "Paradigmenwechsel" hin zur Molekularbiologie, Molekulardiagnostik und Biotechnologie. "Darauf müssen wir vorbereitet sein und wollen der Sparte Medizintechnik darum mehr Handlungsspielraum geben, etwa auch für mögliche Akquisitionen."

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