ThemaFamilienunternehmen

alles zum Thema
_

Großaktionäre: Das sind Deutschlands Dividendenkönige

von Henryk Hielscher

2012 ist das Jahr der deutschen Großaktionäre. Selten verdienten die Quandts, Mercks und Henkels, die SAP-Gründer oder der Brillenriese Fielmann so viel mit ihren Papieren.

Platz 20: Fam. Herz (im Bild: Michael Herz)

Unternehmen: Beiersdorf (Konsum)/Tchibo (Handel)

Dividendeneinnahmen: 47,52 Millionen Euro

Brutto-Schätzungen auf Basis der veröffentlichen Stimmrechte inkl. ausgewiesener Stiftungsanteile, teilweise in Euro umgerechnet;  Quelle: eigene Recherche, Unternehmensangaben, BaFin

Bild: dpa/picture-alliance

Anzeige

Klaus Tschira war empört. Die Dividendenrendite von SAP „ist zum Heulen“, befand der Mitgründer des Softwarekonzerns im vergangenen Jahr. Damit seine gemeinnützige Stiftung angesichts der Ausschüttungsaskese überhaupt anständig wirken könne, „braucht man schon viele Aktien“, klagte Tschira 2011.

In diesem Jahr kann sich der Softwareveteran nicht beschweren. Anlässlich des 40. Konzerngeburtstags beglückten die Walldorfer Softwarebastler ihre Anteilseigner mit einer Fest- und Freudendividende von 1,10 Euro je Anteilsschein, 82 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein auf Tschiras 93.079.595 SAP-Papiere entfielen 102,39 Millionen Euro.

Deutschlands Dividendenfürsten Platz 50 - 41

  • Platz 50

    Udo Hardieck 

    Unternehmen: Gerry Weber (Handel)

    Dividendeneinnahmen: 5,42 Millionen Euro

  • Platz 49

    Heinz Dürr

    Unternehmen: Dürr (Maschinenbau)

    Dividendeneinnahmen: 5,50 Millionen Euro

  • Platz 48

    Jörn und Henning Kreke

    Unternehmen: Douglas (Handel)

    Dividendeneinnahmen: 5,52 Millionen Euro

  • Platz 47

    Dietmar Hermle

    Unternehmen: Hermle (Maschinenbau)

    Dividendeneinnahmen: 5,86 Millionen Euro

  • Platz 46

    Fam. Gotthardt

    Unternehmen: Compugroup (Software)

    Dividendeneinnahmen: 6,21 Millionen Euro

  • Platz 45

    Heinz Hermann Thiele 

    Unternehmen: Vossloh (Verkehr)

    Dividendeneinnahmen: 6,50 Millionen Euro

  • Platz 44

    Karin Schick

    Unternehmen: Bechtle (Software)

    Dividendeneinnahmen: 7,35 Millionen Euro

  • Platz 43

    Fam. Münch

    Unternehmen: Rhön Klinikum (Gesundheit)

    Dividendeneinnahmen: 7,74 Millionen Euro

  • Platz 42

    Fam. Nemetschek

    Unternehmen: Nemetschek (Software)

    Dividendeneinnahmen: 7,90 Millionen Euro

  • Platz 41

    Gerhard Weber

    Unternehmen: Gerry Weber (Handel)

    Dividendeneinnahmen: 8,59 Millionen Euro

Aktienschatz lässt sich oft nur erahnen

Damit gehört der Senior der deutschen Software zu den größten Couponschneidern der Republik. Auch seine Gründungskollegen Hasso Plattner und Dietmar Hopp, nach wie vor Großaktionäre des Konzerns, müssen weiterhin nicht darben. Für Plattner summieren sich die SAP-Erträge dieses Jahr auf 133,67 Millionen Euro.

Deutschlands Dividendenfürsten Platz 40 - 31

  • Platz 40

    Fam. Otto

    Unternehmen: Deutsche Euroshop (Immobilien)

    Dividendeneinnahmen: 8,52 Millionen Euro

  • Platz 39

    Nils Hansen

    Unternehmen: H&R Wasag (Chemie)

    Dividendeneinnahmen: 9,05 Millionen Euro

  • Platz 38

    Rainer Binder

    Unternehmen: Delticom (Handel)

    Dividendeneinnahmen: 9,26 Millionen Euro

  • Platz 37

    Fam. Kronseder

    Unternehmen: Krones (Maschinenbau)

    Dividendeneinnahmen: 10,10 Millionen Euro

  • Platz 36

    Andreas Prüfer

    Unternehmen: Delticom (Handel)

    Dividendeneinnahmen: 10,10 Millionen Euro

  • Platz 35

    Klaus-Peter Schulenberg

    Unternehmen: CTS Eventim (Medien)

    Dividendeneinnahmen: 10,50 Millionen Euro

  • Platz 34

    Fam. Neunteufel

    Unternehmen: Wacker Neuson (Maschinenbau)

    Dividendeneinnahmen: 10,52 Millionen Euro

  • Platz 33

    Fam. Vossloh

    Unternehmen: Vossloh (Verkehr)

    Dividendeneinnahmen: 11,33 Millionen Euro

  • Platz 32

    Fam. Wacker

    Unternehmen: Wacker Neuson (Maschinenbau)

    Dividendeneinnahmen: 11,61 Millionen Euro

  • Platz 31

    Fam. Lange und Wolf

    Unternehmen: Jungheinrich (Maschinenbau)

    Dividendeneinnahmen: 12,60 Millionen Euro

Hopp verbuchte 82,8 Millionen Euro, worüber sich indirekt wohl nicht nur die Kicker seines Hobbyclubs und Fußballbundesligisten TSV Hoffenheim gefreut haben dürften, sondern auch die ballferne Allgemeinheit. Hopp hat einen Großteil der SAP-Aktien seiner gemeinnützigen Stiftung überschrieben. Auch Tschira und Plattner haben ihre Stiftungen bedacht, über die exakte Verteilung schweigt der Geschäftsbericht jedoch.

Der Aktienschatz vieler Gründer, Clans und Erben lässt sich oft ohnehin nur erahnen. In privaten und gemeinnützigen Stiftungen, Zweckgesellschaften und Family Offices haben sie ihre Aktienhabe verpackt, steuer-, spenden- oder nachlassrechtlich optimiert. Die WirtschaftsWoche hat das Gestrüpp gelichtet, Geschäftsberichte und Hauptversammlungsunterlagen gescannt und Mitteilungen der Finanzaufsicht BaFin ausgewertet. Auf dieser Basis lässt sich schätzen, wer zum Club jener rund 50 Dividendenempfänger zählt, die 2012 Ausschüttungssummen von mehr als fünf Millionen Euro verbuchen konnten (siehe Kurztextgalerie). Die Industriellendynastie Quandt und Großfamilien wie die Henkels und Haniels finden sich ebenso darunter wie der mittelständische Kantinenausrüster Siegfried Meister (Rational).

Dax

In Deutschland ist Bilanzsaison, die börsennotierten Konzerne legen sich auf eine Dividende für ihre Aktionäre fest. Ausgezahlt wird diese am ersten Handelstag nach der Hauptversammlung. Bis auf ThyssenKrupp und Siemens, die beide bereits im Januar dran waren, halten alle Dax-Konzerne ihre Aktionärstreffen im April oder Mai ab. So manches Unternehmen hat die Dividende nach einem Rekord-Geschäftsjahr deutlich erhöht

Hier erfahren Sie, von welchen Dax-Konzernen die Aktionäre wie viel Dividende erwarten dürfen, wann die Hauptversammlung (HV) stattfindet und wer die größten Aktionäre der Konzerne sind. Alles in alphabetischer Reihenfolge.

Die Dividendenrendite bezieht sich auf den Kurs zum Zeitpunkt der Bilanzpräsentation, bei der auch die Dividendenvorschläge des Vorstands veröffentlicht wurden.

Quelle: Bloomberg, Statista, eigene Recherche.

Bild: dapd

Prominente Aktionäre wie der Münchner Mietwagenpionier Erich Sixt, Gleitsicht-Gottvater Günther Fielmann oder Verlegerin Friede Springer bereichern die Reichen-Liste. Aber auch scheuere Akteure wie die schwäbischen Fräsmaschinisten Hermle oder Familie Stotmeister, die dem Bauzulieferer Sto den Vorderteil ihres Namens lieh, reihen sich in die Multi-Millionen-Liga ein.

Klar ist: Bis auf wenige Ausnahmen ist 2012 ein goldenes Jahr für Deutschlands Dividendenprominenz. Denn das vorige Geschäftsjahr als Basis für die Ausschüttungen 2012 war für viele deutsche Unternehmen eines der besten ihrer Geschichte. Der Export lief auf Hochtouren, die Binnennachfrage blieb stabil.

Deutschlands Dividendenfürsten Platz 30 - 21

  • Platz 30

    Fam. Sixt

    Unternehmen: Sixt (Dienstleistungen)

    Dividendeneinnahmen: 14,00 Millionen Euro

  • Platz 29

    Ludwig Merckle

    Unternehmen: HeidelbergCement (Bau)

    Dividendeneinnahmen: 16,48 Millionen Euro

  • Platz 28

    Fam. Fuchs

    Unternehmen: Fuchs Petrolub (Chemie)

    Dividendeneinnahmen: 17,98 Millionen Euro

  • Platz 27

    Fam. Stotmeister

    Unternehmen: Sto (Bau)

    Dividendeneinnahmen: 18,70 Millionen Euro

  • Platz 26

    Eheleute Lautenschläger

    Unternehmen: MLP (Finanzdienstleister)

    Dividendeneinnahmen: 19,04 Millionen Euro

  • Platz 25

    Fam. Lechler

    Unternehmen: ElringKlinger (Autozulieferer)

    Dividendeneinnahmen: 19,10 Millionen Euro

  • Platz 24

    Friedrich-Wilhelm Werner 

    Unternehmen: Bijou Brigitte (Handel)

    Dividendeneinnahmen: 22,45 Millionen Euro

  • Platz 23

    Ralph Dommermuth 

    Unternehmen: United Internet (Internet)

    Dividendeneinnahmen: 27,00 Millionen Euro

  • Platz 22

    Siegfried Meister

    Unternehmen: Rational (Konsum)

    Dividendeneinnahmen: 39,39 Millionen Euro

  • Platz 21

    Otto Beisheim

    Unternehmen: Metro (Handel)

    Dividendeneinnahmen: 43,62 Millionen Euro

Bratwurst, Senf und Pharma

Mit gut 34 Milliarden Euro Dividende beglücken die gut 300 wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften in diesem Jahr ihre Aktionäre, fast fünf Milliarden Euro mehr als 2011. Das haben die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) und das Deutsche Institut für Portfolio-Strategien jüngst ausgerechnet. Mit insgesamt fast drei Milliarden Euro profitierten die 50 deutschen Dividendenkönige vom diesjährigen Ausschüttungssegen. Elf Aktionäre haben gar die 100-Millionen-Marke geknackt, darunter drei Großclans.

Das sommerliche Grillfest der rund 200 Mitglieder des Darmstädter Pharma- und Chemiekonzerns Merck dürfte dieses Jahr recht harmonisch abgelaufen sein. Einmal im Jahr trifft sich der Clan bei Bratwurst und Senf, um über die Zukunft des seit 1668 bestehenden und damit ältesten Pharmaunternehmens der Welt zu philosophieren. Die Geschäfte laufen, 2011 stiegen die Erlöse um elf Prozent. Als Dividendendosis verordneten sich die Mercks beruhigende 229,15 Millionen Euro.

Anzeige

Apple

Apple hat sich für eine Wiedereinführung von Dividenden entschieden. Konzernchef Tim Cook (links) räumte bereits zuvor auf einer Aktionärsversammlung ein, dass das Computerunternehmen über mehr Cash-Reserven verfüge als es benötige – stolze 98 Milliarden Dollar. Die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 2,65 Dollar ist eine deutliche Abkehr von der Firmenpolitik des inzwischen verstorbenen Steve Jobs. Apple hatte 1995 aufgrund damaliger Finanznöte die Ausschüttung von Dividenden eingestellt. Cooks Vorgänger Steve Jobs (rechts) hatte eine Wiedereinführung der Zahlungen stets abgelehnt. Dafür glänzte die Aktie in den vergangenen zwölf Jahren mit durchschnittlich 30 Prozent Kursgewinn pro Jahr.

Es sind also nicht nur die kleinen, wachstumsorientierten und finanzschwachen Unternehmen, die ihren Aktionären eine Dividende verweigern. Auch große, längst etablierte Konzerne verzichten mitunter darauf. Die Gründe sind vielfältig.

Bild: dpa

Auch andere Familien hatten Grund zum Feiern. Die 270 Nachfahren von Werner von Siemens halten bis heute rund sechs Prozent der Aktien des Münchner Dax-Schwergewichts und durften geschätzt rund 164,56 Millionen Euro Dividende unter sich aufteilen. 107,82 Millionen Euro stärken den familiären Zusammenhalt unter den 111 Mitgliedern der Düsseldorfer Persil-Dynastie Henkel. Nur beim Ruhrgebietsclan Haniel fällt die individuelle Ausschüttungsquote vergleichsweise bescheiden aus. Zwar flossen der Duisburger Haniel-Holding dank Beteiligungen am Handelsriesen Metro, dem Büromöbelversender Takkt und dem Pharmahändler Celesio üppige Erträge zu. Doch die Duisburger drückt eine gewaltige Schuldenlast, sodass Gewinne derzeit eher in Zinsen und Tilgung denn in Saus und Braus fließen. Den mehr als 600 Haniel-Abkömmlingen verblieben deshalb in der Summe enttäuschende 50 Millionen Euro zur freien Disposition.

Im Gegensatz zu solchen Großfamilienschicksalen lief es bei so manchen Mittelständlern in der Provinz durchaus erbaulich. Der im Südschwarzwälder Luftkurort Stühlingen beheimatete Gebäudebeschichtungsexperte Sto etwa profitierte vom politisch entfachten Dämmboom und durchstieß 2011 die Eine-Milliarde-Euro-Umsatzmauer.

Deutschlands Dividendenfürsten Platz 20 - 11

  • Platz 20

    Fam. Herz

    Unternehmen: Beiersdorf (Konsum)/Tchibo (Handel)

    Dividendeneinnahmen: 47,52 Millionen Euro

  • Platz 19

    Fam. Haniel

    Unternehmen: Metro, Takkt, Celesio (Handel)/ ELG (Rohstoffe) 

    Dividendeneinnahmen: 50,00 Millionen Euro

  • Platz 18

    Fam. Wacker

    Unternehmen: Wacker-Chemie (Chemie)

    Dividendeneinnahmen: 54,65 Millionen Euro

  • Platz 17

    Fam. von Finck

    Unternehmen: SGS (Dienstleistung)/Custodia (Beteiligungen)

    Dividendeneinnahmen: 64,87 Millionen Euro

  • Platz 16

    Fam. Schmidt-Ruthenbeck

    Unternehmen: Metro (Handel)

    Dividendeneinnahmen: 69,00 Millionen Euro

  • Platz 15

    Fam. Fielmann

    Unternehmen: Fielmann (Handel)

    Dividendeneinnahmen: 74,56 Millionen Euro

  • Platz 14

    Dietmar Hopp

    Unternehmen: SAP (Software)

    Dividendeneinnahmen: 82,80 Millionen Euro

  • Platz 13

    Friede Springer

    Unternehmen: Axel Springer (Medien)

    Dividendeneinnahmen: 89,73 Millionen Euro

  • Platz 12

    Fam. Jacobs

    Unternehmen: Adecco (Dienstleistung), Barry Callebaut (Kosum)

    Dividendeneinnahmen: 97,78 Millionen Euro

  • Platz 11

    Klaus Tschira

    Unternehmen: SAP (Software)

    Dividendeneinnahmen: 102,39 Millionen Euro

Währungsgewinnler

Familie Stotmeister, die die Sto-Stammaktien kontrolliert, verputzte darob mit schätzungsweise 18,7 Millionen Euro Dividende ihre Konten. Siegfried Meister, Gründer und Aufsichtsratschef des Dampfgarweltmeisters Rational in Landsberg am Lech, konnte gar 39,39 Millionen Euro verbuchen.

Besonders kräftigen Rückenwind spürten alle jene Aktionäre, deren Unternehmungen fern des europäischen Schuldenraums domizilieren und ihre Dividenden in alpenharten Schweizer Franken oder Britischen Pfund überwiesen haben. In Euro umgerechnet sind die Dividenden damit deutlich gestiegen. Zu den Währungsgewinnlern zählt zuvorderst Logistiker Klaus-Michael Kühne.

Anzeige

Platz 15: Deutsche Bahn

Ein Schelm, wer da an die gestiegenen Ticketpreise denkt: Die Deutsche Bahn hat im Jahr 2011 25,9 Prozent mehr verdient. Der Überschuss lag bei 1,3 Milliarden Euro. Dabei profitierte das Unternehmen vor allem von seiner Logistik-Sparte Schenker.

Bild: dpa

Die in Schindellegi bei Zürich ansässige Spedition Kühne+Nagel dürfte ihrem Großaktionär umgerechnet und geschätzt mehr als 200 Millionen Euro überwiesen haben. Auch die Angehörigen der früheren Kaffeedynastie Jacobs profitierten wohl mit rund 98 Millionen Euro vom währungsbefeuerten Ausschüttungsboom. Zu ihrer Habe zählen Schweizer Beteiligungen etwa am Leiharbeitsprimus Adecco und am Schokofabrikanten Barry Callebaut.

Deutschlands Dividendenfürsten Platz 10 - 1

  • Platz 10

    Fam. Porsche und Piech

    Unternehmen: Porsche (Auto)

    Dividendeneinnahmen: 103,91 Millionen Euro

  • Platz 9

    Fam. Henkel

    Unternehmen: Henkel (Konsum)

    Dividendeneinnahmen: 107,82 Millionen Euro

  • Platz 8

    Hasso Plattner

    Unternehmen: SAP (Software)

    Dividendeneinnahmen: 133,67 Millionen Euro

  • Platz 7

    Fam. Siemens

    Unternehmen: Siemens (Technologie)

    Dividendeneinnahmen: 164,56 Millionen Euro

  • Platz 6

    Fam. Reimann

    Unternehmen: Reckitt Benckiser (Konsum)

    Dividendeneinnahmen: 176,05 Millionen Euro

  • Platz 5

    Susanne Klatten

    Unternehmen: BMW (Auto), SGL Carbon (Rohstoffe)

    Dividendeneinnahmen: 178,24 Millionen Euro

  • Platz 4

    Klaus-Michael Kühne

    Unternehmen: Kühne+Nagel (Logistik)

    Dividendeneinnahmen: 204,00 Millionen Euro

  • Platz 3

    Familie Merck

    Unternehmen: Merck Darmstadt (Pharma)

    Dividendeneinnahmen: 229,15 Millionen Euro

  • Platz 2

    Johanna Quandt

    Unternehmen: BMW (Auto)

    Dividendeneinnahmen: 231,23 Millionen Euro

  • Platz 1

    Stefan Quandt

    Unternehmen: BMW (Auto)

    Dividendeneinnahmen: 240,92 Millionen Euro

    Brutto-Schätzungen auf Basis der veröffentlichen Stimmrechte inkl. ausgewiesener Stiftungsanteile, teilweise in Euro umgerechnet;  Quelle: eigene Recherche, Unternehmensangaben, BaFin

Für die verschwiegene Reimann-Familie, die es in der Dividendenrangliste 2012 auf Platz sechs bringt, könnte es im kommenden Jahr weiter aufwärtsgehen. Bisher ist nur Reckitt Benckiser (Sagrotan, Calgon) an der Börse und sorgte bei den Reimanns, die rund 15,4 Prozent an dem britischen Putzkoloss halten, für strahlend saubere hochgerechnete 176 Millionen Euro Dividende. Nun strebt die reimannsche Parfümfirma Coty, die weltweit größte ihrer Art, ebenfalls an den Aktienmarkt.

BMW, Porsche, SGL Carbon

Auch die automobile Zunft feierte ein wunderbares Dividendenjahr. Autovermieter Erich Sixt fuhr samt Familie 14 Millionen Euro ein. Andreas Prüfer und Rainer Binder, Gründer des Online-Reifenhandels Delticom, verbuchten über ihre Beteiligungsunternehmen 10,1 und 9,26 Millionen Euro. Selbst der Porsche-Piëch-Clan, der sich 2011 noch in Ausschüttungsaskese übte, langte wieder kräftig zu. Rein rechnerisch entfielen 90 Prozent der Gesamtdividende auf Porsche-Stammaktien von 115,46 Millionen Euro auf die von Porsche und Piëch gepoolten Anteile – macht zusammen knapp 104 Millionen Euro.

Anzeige

Für das Spitzentrio der WirtschaftsWoche-Dividendenliste dürften selbst solche Beträge wie ein besseres Taschengeld anmuten. Rund 650 Millionen Euro flossen 2012 an die Industriellenfamilie Quandt, die über 46,7 Prozent der BMW-Stämme gebietet. Interfamiliärer Spitzenreiter ist Stefan Quandt. Sein Paket an BMW (Werbeslogan: „Freude am Fahren“) bescherte ihm Freude über rechnerisch 240,92 Millionen Euro. Mutter Johanna war mit 231,23 Millionen Euro dabei. Auch Stefans Schwester Susanne Klatten kam nicht zu kurz. Ihre BMW-Bescherung umfasste 174,46 Millionen Euro, hinzu kamen Aufmerksamkeiten vom Carbonhersteller SGL im Wert von 3,78 Millionen Euro.

Zurück
Weiter
3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 31.07.2012, 20:41 Uhrpepe

    bei der nächsten kurzarbeit werden wir mal sehen ob steuerzahler oder gierige dividendenabzocker einspringen

  • 31.07.2012, 13:48 Uhrmathias

    Kriminel wird es wenn die Dividenden der Quands u.a. steigen,und

    die Garantieleistungen sinken.
    Laut BMW-Kundenbetreuung darf der Kunden bei Oberklasseautos auf
    gewissen Qualitätsstandard hoffen- erhalten steht auf anderem Blatt.

    BWW - VW und andere Kunden werden betrogen, damit die Eigner noch
    mehr abkassieren können.

  • 30.07.2012, 18:31 Uhrskyjellyfetty

    Jetzt hört doch mal auf mit dieser unsäglichen Neiddebatte!
    Diese Menschen retten jeden Tag die Welt und wenn nicht die Welt,dann doch zumindest Menschenleben und wenn nicht das,dann spenden sie doch bestimmt die Hälfte ihrer Reichtümer wie Sankt Martin,der seinen einzigen Mantel mit einem nackten Bettler teilte mitten im Winter.
    Und wenn nicht das,dann sorgen sie doch bestimmt zumindest dafür,dass unsere Demokratie funktioniert,indem sie die Parteien bei guter finanzieller Gesundheit halten.
    Wieviel kann ein Mensch besitzen,konsumieren,bis er zu einer Einsicht kommt?
    Oder ist Gier einfach unbegrenzt?

Alle Kommentare lesen
weitere Fotostrecken

Blogs

Was die Bahn bewegte: Rückblick auf die Woche 21
Was die Bahn bewegte: Rückblick auf die Woche 21

Viel passiert ist nicht. Die nachrichtenarme Zeit haben Institutionen und Verbände genutzt, um auf den desolaten Zustand...

    Folgen Sie uns im Social Web

WirtschaftsWoche Shop

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.