Haldex-Übernahme: Knorr-Bremse überbietet ZF erneut

Haldex-Übernahme: Knorr-Bremse überbietet ZF erneut

, aktualisiert 16. September 2016, 08:53 Uhr
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Das Familienunternehmen fährt ZF erneut in die Parade.

Quelle:Handelsblatt Online

Knorr-Bremse gibt den Kampf um den Bremsenspezialisten Haldex nicht auf: Das Familienunternehmen hat die Offerte des Rivalen ZF Friedrichshafen erneut überboten. Wer setzt sich durch im Rennen um die Schweden?

FrankfurtIm Übernahmekampf um den schwedischen Bremsenhersteller Haldex fährt Knorr-Bremse dem Autozulieferer ZF Friedrichshafen erneut in die Parade. Das bayerische Familienunternehmen stockte seine Offerte um 15 schwedische Kronen auf 125 Kronen je Haldex-Aktie in bar auf und überbot das Kaufangebot des Branchenriesen vom Bodensee, wie Knorr-Bremse am Freitag mitteilte.

Zugleich senkte der Konzern die Mindestannahmeschwelle auf mehr als 50 Prozent von mehr als 90 Prozent. Insgesamt bietet Knorr-Bremse umgerechnet fast 580 Millionen Euro nach zuvor 508 Millionen Euro. Das Unternehmen hält nach eigenen Angaben bereits 11,35 Prozent an dem Spezialisten für Bremsen und Luftfederungen für Lkw.

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Knorr-Bremse hatte die Offerte von ZF bereits einmal übertrumpft. Der Stiftungskonzern zog am Mittwoch nach und bot mit 110 Kronen den gleichen Preis den Knorr-Bremse bis dahin offerierte. ZF will damit zu den Rivalen Bosch und Continental aufschließen, wie Vorstandschef Stefan Sommer im Handelsblatt-Interview erklärte.

Großaktionär Göran Carlson und zwei weitere institutionelle Investoren haben ZF zufolge bereits Verkaufsvereinbarungen unterzeichnet. Die Schwaben haben damit schon 17 Prozent neben ihren eigenen gut vier Prozent an Haldex sicher. Ein Argument, mit dem ZF-Chef Stefan Sommer die Aktionäre überzeugen will, ist das Kartellrecht. Es stehe nur noch grünes Licht von der Wettbewerbsaufsicht in Russland aus.

ZF schien damit die Nase vorn im Rennen um den schwedischen Bremsspezialisten zu haben. In der Kombination von ZF und Haldex würde ein dritter Player neben Knorr Bremse und dem US-Konzern Wabco im lukrativen Weltmarkt für Lkw-Bremssysteme entstehen. Zudem auf Sicht ein sehr gewichtiger, da ZF ja auch Konzernkompetenz beim Thema autonomes Fahren mitbringt.

Experten gehen davon aus, dass sich das führerlose Fahren bei Nutzfahrzeugen noch schneller als beim Pkw durchsetzen könnte. Der Grund: Beispielsweise beim Be- und Entladen auf dem Firmengelände und einem damit klar definierten Umgebungsraum ist das autonome Fahren technisch nicht so komplex wie etwa im normalen Straßenverkehr.

Knorr Bremse will mit seinem hohen Angebot diesen Wettbewerber unter allen Umständen verhindern. ZF hingegen würde sein Angebot als Komplettanbieter auch im Nutzfahrzeugbereich ausbauen. In der vergangenen Dekade gab es immer wieder Spekulationen, dass ZF einmal Knorr übernehmen könnte. Bekommt ZF jetzt den Zuschlag bei Haldex, dann braucht ZF den Konkurrenten aus Bayern nicht mehr und diese Spekulationen haben sich dann erledigt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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