
DüsseldorfDer Industriekonzern Thyssen-Krupp hat bei der Aufarbeitung des Schienenkartells zumindest in einem Fall unerwartet milde reagiert. Obwohl Mitarbeiter bei internen Ermittlungen Bereichsvorstand Uwe Sehlbach belastet hatten, erhielt er im Juni vergangenen Jahres bei der Auflösung seines Vertrags 3,3 Millionen Euro, wie das Handelsblatt (Mittwochausgabe) unter Berufung auf die Aufhebungsvereinbarung berichtet. Der Manager war für die Sparte „Materials“ zuständig, zu der die in das Schienenkartell verwickelte GfT Gleistechnik gehört.
In Konzernkreisen wird die Zahlung damit begründet, dass es keine Alternative gegeben habe, weil Sehlbach die Vorwürfe stets bestritten habe. Seit Juli stellt sich die Lage offenbar anders dar: In einem Bußgeldbescheid des Kartellamts wird der Manager als Beteiligter des Schienenkartells benannt, sagen Konzerninsider.
Thyssen-Krupp will nun die ausgezahlten Millionen von Sehlbach zurückfordern. Notfalls werde man die Ansprüche gerichtlich durchsetzen, hieß es in den Konzernkreisen.
























