Hanjin-Pleite trifft auch deutsche Reedereien und Anleger

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Hanjin: Pleite trifft auch deutsche Reedereien und Anleger

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Von der Hanji-Pleite sind auch deutsche Reedereien betroffen.

von Mark Fehr

Zu den rund um die Welt festsitzenden Hanjin-Schiffen gehören auch Frachter, die von deutschen Reedereien an Hanjin vermietet werden – finanziert mit Geld von heimischen Privatanlegern.

Die Hanjin-Pleite trifft auch deutsche Reedereien, die ihre Schiffe an die Koreaner vermietet haben. Beispiel ist die Conti-Gruppe aus München. Um das operative Geschäft des Unternehmens kümmern sich zwei Töchter mit Sitz in den Hansestädten Bremen und Buxtehude. Conti äußert sich nicht zu den aktuellen Entwicklungen.

Das Unternehmen bezeichnet sich als eine der weltgrößten Reedereien, betreibt rund 70 Schiffe und beschäftigt rund 2400 Seeleute. Zahlreiche Conti-Schiffe sind an Hanjin verchartert, also vermietet. Wie der Containerfrachter Hanjin Vienna, der gerade zwangsweise vor Vancouver Island an der kanadischen Pazifikküste ankern muss. Eigentlich hätte die Hanjin Vienna ihre am 2. September im Hafen von Vancouver gestartete Fahrt über den Ozean nach Tokio schon am 13. September beenden sollen. Doch die Pleite des koreanischen Charterers hielt das Schiff auf.

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Genau diese Route hat die Hanjin Geneva, ein weiteres Conti-Schiff, bereits zurückgelegt. Fast. Jetzt liegt auch sie vor der japanischen Küste vor Anker. Die Conti Canberra hingegen hätte im Hafen von Kuala Lumpur einlaufen sollen, doch muss sie nun in der dicht befahrenen Seestraße von Malakka parken, während die Schiffe der Konkurrenz munter an ihr vorbei ziehen.

Wenn die Schiffe keinen neuen Charterer finden, muss Conti das allerdings nicht allein ausbaden. Denn das Unternehmen hat die Schiffe über Schiffsfonds finanziert und dabei auch viele Privatanleger an Bord geholt. Deren Rendite besteht aus den Chartereinnahmen der Schiffe, sie tragen also das Risiko, wenn die Einnahmen ausbleiben.

Die an Hanjin vermieteten Conti-Schiffe haben sich bisher aus Anlegersicht ganz gut entwickelt, während zahlreiche andere deutsche Schiffsfonds angesichts der Schifffahrtskrise pleite gegangen sind. Die Schieflage nach der Hanjin-Pleite wird nun auch die gute Leistungsbilanz der Conti-Anleger ankratzen.

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Ein Containerschiff der Reederei Hanjin auf der Elbe bei Hamburg. Quelle: Bloomberg

Auch das derzeit in Hamburg festsitzende Hanjin-Schiff namens „Hanjin Europe“ hätte eigentlich von Privatanlegern finanziert werden sollen. Es gehörte zu einer Gruppe von neun Schiffen, die das Hamburger Fondshaus MPC Capital 2008 bei der koreanischen Hyunday-Werft bestellt hatte. Den Bankkredit in Höhe von insgesamt 689 Millionen Euro steuerte zum größten Teil die Hamburger HSH Nordbank bei, unterstützt von vier weiteren großen Banken (Credit Agricole, Dresdner, HVB, Deutsche Schiffsbank).

Ursprünglich war geplant, diese neun Hanjin-Schiffe – wie in Deutschland damals üblich – über einen geschlossenen Schiffsfonds an Privatanleger zu vertreiben. Doch nach Fertigstellung in den Jahren 2012 und 2013 war die Schifffahrtskrise schon so weit fortgeschritten, dass sich die Beteiligungen nicht mehr unters Volk bringen ließen.

Die Schiffe wurden daher von der koreanischen Reederei Hanjin direkt oder durch internationale Leasinggesellschaften mit Sitz auf der Kanalinsel Isle of Man übernommen.

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